Balaton, Ungarn

- Donnerstag, 02. September 2010

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Ein Ungar kocht selten allein

Das vielleicht 237. Ungarisch-Kochbuch

Ungarn ist eines der Länder, das weltweit vor allem durch seine Küche eine besondere Fama erlangt hat. Dabei wird jedoch die Kenntnis über die wirkliche ungarische Küche bei wachsender geografischer Entfernung immer geringer. In den USA verbindet man ungarische Küche vorwiegend mit Paprika und scharfem Schnaps – und in Westeuropa ist es oft nicht viel besser bestellt.

Darum sollte man jedem Autor Respekt und Bewunderung zollen, der irgendwo im Ausland ein neues Buch über die ungarische Küche herausgibt. Respekt dafür, es vielleicht zum 237. Mal in fremder Sprache zu versuchen, Nicht-Ungarn etwas über Ungarn zu erklären, was man oft gar nicht erklären kann. Und Bewunderung für den Versuch, sich immer noch etwas Neues auszudenken.

Peter Meleghy - Ungarisch kochen

Der in Hamburg lebende und mit dem größeren Teil seines ungarischen Herzens vorwiegend in Ungarn weilende Publizist Peter (Péter) Meleghy hat einen solchen 237. Versuch unternommen. Und der ist ihm durchaus gelungen, denn beim Lesen des Buches, beim Studieren der Zutaten und beim Betrachten der Abbildungen kommen einem unwillkürlich materiell wirkende Erinnerungen und zuweilen bildet man sich ein, den Hauch einer Szegeder halászlé in der Nase oder den Geschmack eines richtigen töltött káposzta am Gaumen zu spüren.

Meleghy ist Ungar mit Leib und Seele, aber man merkt ihm auch an, daß er sehr viele Jahre nicht in Ungarn gelebt hat. Ein Teil seiner Beschreibungen und Erläuterungen ist von Erinnerungen aus der Kindheit diktiert, ein anderer Teil leider vom Hörensagen oder von Sekundärliteratur. Er gibt sich sehr große Mühe, die deutschsprachigen Leser an seiner sehnsuchtsvollen Liebe zu Ungarn und zur Küche seiner Kinderfrau teilhaben zu lassen, und das gelingt ihm auf fast jeder Seite des Buches.

Allerdings läßt er sich als Journalist auch dazu verführen, den kücheninteressierten Leser an seinen Ansichten zur ungarischen Politik und Geschichte teilhaben zu lassen, und das geht leider zuweilen daneben, weil es störend wirkt. Aber wie in jedem guten Kochbuch kann man gewisse Erläuterungen einfach übergehen, und dann ist die Lektüre von »Ungarisch kochen« wirklich ein Genuß.

Informationen zum Buch

Peter Meleghy
Ungarisch kochen. Gerichte und ihre Geschichte

Edition Diá, Verlag die Werkstatt Göttingen, August 2006

192 Seiten, 16,90 Euro (D)

Das vorgestellte Buch können Sie hier bestellen!

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