Europäisches „Bio”-Label

von Barbara Sallee-Kereszturi am 1. März 2010

in Allgemein

Wie streng ist das „Euro Blatt”?

Ab Juli 2010 hat die Europäische Union ein neues Logo für alle verpackten Bioprodukte, die in einem Mitglieds-Staat hergestellt werden. Bei dem neuen Logo sind die EU-Sterne in Form eines Blatts vor einem grünen Hintergrund angeordnet:

http://ec.europa.eu/agriculture/organic/logo/voting/logo_1_de.htm

Das neue Logo, genannt „Euro-Blatt“, steht für Natur und Europa und soll andere private, regionale oder nationale Labels nicht konkurrieren. Gemäss Urs Niggli, dem Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz, sind dies begrüßenswerte Eigenschaften.

Dies mag erstaunen, wenn man bedenkt, dass die Schweizer Knospe, das schweizerische Gütesiegel für biologisch angebaute Produkte strenger als das “Euro-Blatt” ist. Die Bio-Knospe der Schweiz steht für eine gesamtbetriebliche Bioproduktion (geschlossener Kreislauf) und natürliche Vielfalt auf dem Biohof, für besonders artgerechte Nutztierhaltung und -fütterung, den Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik und von chemisch-synthetischen Spritzmitteln und Kunstdüngern, den Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe (wie Aroma- und Farbstoffe) und für die schonende Verarbeitung der Lebensmittel.

Wahrend die Bio-Knospe auf „Bio, ganz oder gar nicht.“ setzt, können die Bio-Höfe in der Europäischen Union auswählen, was sie biologisch anbauen und was nicht. Diese Aufteilung ist in der Schweiz nicht möglich. Bei einem Schweizer Bio-Betrieb wird alles biologisch hergestellt. Das schweizerische privatwirtschaftliche Signet Knospe hat sich seit 1981 in der Schweiz als Bio- Marke bewährt.

Wird das neue Euro-Label mehr Transparenz schaffen können?

Die Idee der einheitlichen Logo-Entwicklung ist nicht neu, denn bereits seit 1997 existiert für diesen Zweck eine ganze Logo-Familie in Europa. Diese konnte sich jedoch aus diversen Gründen nicht auf allen Märkten der Europäischen Union durchsetzen. Ganz anders als zum Beispiel das Bio-Siegel in Deutschland, dessen Bekanntheitsgrad extrem hoch ist seit der Einführung 2001. Rund 3 300 Unternehmen nutzen das Bio-Siegel für mehr als 55 000 Produkte.

Da ist zum Beispiel aber auch „Demeter“, ein geschütztes Markenzeichen, unter dem nach anthroposophischen Prinzipien „biologisch-dynamisch“ erzeugte Produkte verkauft werden. Das Demeter-Symbol wird seit 1928 verwendet. Die Verwendung des Demeter-Logos wurde seit seinem Bestehen kontrolliert. Kennzeichnungen wie Bio oder Öko wurden jedoch erst 1992 Regelungen unterworfen.

Wettbewerb als Kommunikationsmittel

Das “Euro-Blatt” wurde in einem Wettbewerb ausgewählt, bei dem eine internationale Jury zunächst eine erste Vorauswahl aus rund 3500 Vorschlägen traf. Danach wurde per Abstimmung im Internet öffentlich bestimmt, wer den Preis davon trägt. 63% aus insgesamt 130′000 sich an der Abstimmung beteiligenden Personen (bei ca. 500 Millionen EU-BürgerInnen) erkoren den Sieger, einen Studenten aus Deutschland, und haben damit entschieden, welches Logo die Europäische Union von nun an „etwas grüner machen soll“.

Der Wettbewerb, an dem sich ausschließlich Designstudenten aus allen EU-Mitgliedstaaten beteiligen durften, stand von Beginn an in der Kritik. Da die Angesprochenen lediglich eine Auswahl von drei Entwürfen aus den eingesandten 3422 Vorschlägen hatten ( die anderen wurden von einer Jury zuvor ausgesiebt) meinen viele, dass eine wirkliche Auswahl anders hätte aussehen müssen. Die Preisrichter prüften sämtliche Arbeiten nicht nur anhand des Kriteriums Kreativität und Originalität, sondern auch anhand der Berücksichtigung der vielfältigen Aspekte von biologischen Lebensmitteln und Biolandwirtschaft. Dieses Kriterium sollte, so meine ich, im UNO Jahr der Biodiversität (und Agrobiodiversität) tatsächlich eine besondere Bedeutung gewinnen.

Doch beurteilen Sie selbst die dann tatsächlich getroffene Vorauswahl und bilden Sie Ihre Meinung:

http://ec.europa.eu/agriculture/organic/logo/voting/voting_de.htm

Es sei nötig, europaweit ein Logo zu haben und für die Konsumenten Klarheit zu schaffen, meinte die abtretende EU- Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel in Brüssel. Allerdings gab auch sie zu, dass „wir heute einen Dschungel von verschiedenen Logos haben“. Das werde auch in Zukunft so bleiben, denn die anderen Logos sollen nicht verschwinden.

Wann genau das neue und verbindliche Bio-Logo auf den Verpackungen ankommt steht noch nicht fest. Die Hersteller müssen zunächst die Druckdaten und Vorgaben erhalten. Das bereits produzierte Verpackungsmaterial kann noch bis zum 1. Januar 2012 aufgebraucht werden.

Wir wollen abwarten, wie wirksam sich diese Erweiterung in der Vielfalt in der Bio-Label Welt erweisen wird.

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2010: UN – Internationales Jahr der Biodiversität

von Barbara Sallee-Kereszturi am 16. Januar 2010

in Lernende Region

Kurzinterview mit einer Vertreterin der “nächsten Generation”.

Mit Zóra Nagy, einer jungen Phytopathologin aus der Region mit frischem Diplom sprach ich anläßlich dem aktuellen Thema über die Region und die zukünftigen Möglichkeiten im Zusammenhang mit der Biodiversität.

Womit beschäftigst Du Dich zurzeit und welche berufliche Zukunft wünscht Du Dir?
Ich habe gerade meine Universitätsstudien beendet und bereite mich auf ein Berufspraktikum vor. Gerne würde ich meine Studien an der Uni mit einem Berufspraktikum ergänzen. Das Ziel wäre, auch damit etwas zur Entwicklung der ungarischen Landwirtschaft beizutragen.

Was bedeutet es für Dich, in der schönen Balaton-Region zu leben?
Eine wunderbare Umgebung, in der Ruhe herrscht. Die Region erfüllt meine grundlegenden Bedürfnisse. Deshalb sehe ich auch den Tourismus als die größte Stärke der Region an und denke, man müsste die Wertschätzung der ungarischen Touristen und die Qualität der Gastronomie und kulturellen Programme verbessern.

Wie nahe steht Dir das Thema Biodiversität und wie integrierst Du dieses Thema in Deinen Beruf?

Man könnte sagen, die Bio- und Agrobiodiversität stehen mir nahe, da sie mein Fachgebiet tangieren, wegen der Vielfalt der, in der Landwirtschaft genutzten (Kultur-)Pflanzensorten.

Wie siehst Du Deinen persönlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung dieser Region?
Die Bedeutung der Biodiversität anzuerkennen wäre eine gute Profiliermöglichkeit für die Region.

Meine Erwartungen an die Balaton-Region im Internationalen Jahr der Biodiversität zeigen jedoch leider kein positives Bild, da die Region bedauerlicherweise viel zu Profit orientiert ist, um sich mit der Bedeutung der Biodiversität zu beschäftigen. Ich denke, man müsste in der Planung für die Region längerfristig denken. Die Pläne konzentrieren zurzeit auf einige zentrale Teile der Region, die kleineren, weniger entwickelten Gegenden und kleinere Dörfer jedoch werden vernachlässigt. Ich fände es wichtig, dass diese zusammenhalten könnten, damit sich die Region ein einheitliches Selbstbild erschaffen kann.

Vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Dir weiterhin alles Gute.

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Offenes Europa – offene Region ( 3. abschließender Teil)

von Barbara Sallee-Kereszturi Januar 4, 2010

Clownshows aus Budapest
Ich habe die Gelegenheit zurzeit Folgendes mit zu beobachten: In Hegymagas, einem 290 Seelendorf in der Oberen Balatonregion, arbeitet man seit einiger Zeit fieberhaft an der Ausschreibung für die “Verwirklichung von ländlichen Veranstaltungen, Programmen und Festivals”, ebenfalls eine regionale LEADER-Idee, für die man sich gemeinsam mit anderen kleineren Ortschaften bewerben möchte. Die Chancen [...]

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Offenes Europa – offene Region ( 2. Teil)

von Barbara Sallee-Kereszturi Januar 1, 2010

Breite Kritik
Seit Wochen, ja Monaten werden die Gemüter durch immer neuere LEADER-Skandale erschüttert. Ein Nachrichtenquerschnitt spricht Bände: Es ist von undurchschaubaren Strukturen und unrechtmäßiger Nutzung und Verteilung der Gelder die Rede. Auch aus den Komitaten Vas und Győr-Moson-Sopron kommt der Vorwurf, die Fördergelder würden zu Stiftungen und Organisationen mit starkem politischem Hinterland fließen. Bürgermeisterinnen berichten [...]

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Offenes Europa – offene Region ( 1. Teil)

von Barbara Sallee-Kereszturi Dezember 30, 2009

Meine Erfahrung mit Förderprojekten reicht weit zurück. Jedoch auch als ich noch in der Schweiz lebte waren die Nachrichten über die Nutzung von Fördergeldern bei weitem nicht immer erfreulich. Mit der finalen Sprechung der Kohäsionsmilliarde (ca. € 635 Millionen) in 2006, (offiziell Erweiterungsbeitrag), die den zehn neuen Staaten der EU zukommen sollen, wuchs die Erwartung [...]

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Auf Profilsuche für das 21. Jahrhundert

von Barbara Sallee-Kereszturi Oktober 26, 2009

Die Balaton Region als UNESCO Welterbe?

Der vom Balaton Fejlesztési Tanács (Lake Balaton Development Council) initiierte Prozess, die Balaton-Region zum Teil des Welterbes zu erklären, gleicht zurzeit einer Jagd nach Ja-Stimmen, denn die einzelnen Ortschaften und Gemeinden der Region müssen sich mit der Bewerbung um den Titel einverstanden erklären. Auch während der Konferenz “Balaton-Teil des Weltkulturerbes” [...]

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Europäischer Tag der Agrobiodiversität (29. September 2009)

von Barbara Sallee-Kereszturi Oktober 8, 2009

Unser Bild zeigt die Massorte Sperlona, die sich besonders gut für Polenta eignet. Er wird seit diesem Jahr auch in unserer Region angebaut, in der Nähe von Keszthely.
Die Idee hinter dem Anbau-Versuch ist es aufzuzeigen, ob und wie der glasige, harte Mais das regionale Klima verträgt.

Die Anbauflächen in Ungarn gehören Dank dem hervorragenden Boden zu [...]

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Tourenangebot am Samstag

von Barbara Sallee-Kereszturi September 25, 2009

In welche Richtung entwickelt sich unsere Region?
Unsere nächste Tour “Landschaft und Mensch” auf den wunderschönen Sankt Georg Berg findet am Samstag, den 26. September um 14.00h statt. Sie ist für Wanderfreudige, Naturliebhaber, Jugendliche, Familien, für ältere Menschen, für Einzelne und Gruppen gedacht. Während der Tour zeigen wir den Interessierten, welche Veränderungen wir in der nächsten [...]

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