Balaton, Ungarn

- Donnerstag, 09. Februar 2012

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Aktuelle Ausgabe · Februar 2012

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Mehr in der Ausgabe 2/2012:
Kormorane vernichten Fischbestand

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Herzog-Erben: Nazi-Raubkunst schnell herausgeben

Eine rasche Rückgabe der von den Nazis geraubten Kunstgegenstände haben Erben des jüdischen Kunstsammlers Baron Mór Lipót Herzog erneut gefordert. In der Angelegenheit der Herzog-Kunstschätze müsse Ungarn dem Beispiel Deutschlands folgen, erklärte die Familie in einem von ihrem Anwalt Michael S. Schuster unterzeichneten Kommunique, über das die Zeitung „Népszava“ am Sonntag (22.8.) auf ihrer Homepage berichtet. Die Erben kämpfen derzeit vor einem Washingtoner Gericht um die Rückgabe wertvoller Stücke der unvergleichlichen Sammlung.

Deutschland habe bereits vor Jahren die Inventarisierung der „herrenlosen“ Kunstgegenstände abgeschlossen und diese auch im Internet veröffentlicht. Drei wertvolle Stücke der einstigen Herzog-Sammlung seien den rechtmäßigen Erben im Februar dieses Jahres zurückgegeben worden. Anstelle von Verzögerungen und Prozessieren sei das schnell und ohne Stocken geschehen.

Ende Juli begann in Washington der Prozess der Herzog-Erben gegen den ungarischen Staat und mehrere unter dessen Aufsicht stehende Museen des Landes, um in Ungarn befindliche Stücke der von den Nazis 1944 geraubten Kunstsammlung des einstigen Bankiers zurückzubekommen. Dabei verlangen sie nicht nur die Herausgabe der 40 Kunstgegenstände, die sie eindeutig als die ihren identifizieren und deren Gesamtwert nach Expertenansicht mehr als 100 Millionen Dollar beträgt, sondern ihre Anwälte fordern die ungarische Regierung auf, eine Inventur der in ihrem Besitz befindlichen sämtlichen Herzog-Kunstgegenstände zu übergeben.

Herzog war einst Eigentümer einer der reichsten privaten Kunstsammlungen Europas und der reichsten Ungarns. Es gab eine Zeit, da der Bestand 2500 Kunstschätze zählte. Dazu gehörten Werke von El Greco, Lucas Cranach d.Ä., Zurbarán, van Dyck, Velázquez, Renoir, Monet und anderer sowie Möbel, Wandteppiche und Skulpturen.

Ungarn, das sich für einen demokratischen europäischen Staat halte, könne es sich nicht erlauben, sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg in seinen Museen noch immer geraubte Kunstgegenstände aufzubewahren, erklärten die Herzog-Erben.

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