Drei Passanten bei islamistischer Attacke in Wien getötet

Die Zahl der Opfer des Terroranschlags in Wien ist gestiegen. Die Polizei spricht nun von drei getöteten Passanten. Der erschossene Attentäter gilt als Islamist.

Bei der Terrorattacke in Wien sind nach Angaben der österreichischen Polizei am Montagabend drei Passanten getötet worden. Es handele sich um zwei Männer und eine Frau.

Dazu komme der von der Polizei erschossene Täter, hieß es am Dienstagmorgen. Die Polizei sprach außerdem von mindestens 15 zum Teil schwer verletzten Menschen.

Die Attacke geht nach den Worten von Österreichs Innenminister Karl Nehammer auf das Konto mindestens eines islamistischen Terroristen. Der Attentäter sei ein Sympathisant der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen, sagte Nehammer am Dienstagmorgen. Der Mann sei mit einem Sturmgewehr bewaffnet gewesen und habe außerdem eine Sprengstoffgürtel-Attrappe getragen. Er habe offenbar Panik verbreiten wollen.

Die Wohnung des Verdächtigen sei auf der Suche nach belastendem Material durchsucht worden, hieß es. 1000 Beamte seien in Wien im Einsatz. «Wir können derzeit nicht ausschließen, dass es noch andere Täter gibt», sagte Nehammer. Die entsprechenden Ermittlungen liefen auf Hochtouren.

Die Regierung hält angesichts des Anschlags in der Wiener Innenstadt um 9 Uhr – per Videokonferenz – einen Sonderministerrat ab. Um 10 Uhr wendet sich Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in einer Rede an die Bevölkerung.

Um 12 Uhr empfangen Kurz und Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) sowie die Fraktionschefs der Parlamentsparteien im Bundeskanzleramt zu einem Gespräch. Danach folgt eine gemeinsame Kranzniederlegung am Tatort, um der Opfer zu gedenken. Aufgrund der weiteren polizeilichen Ermittlungen wurden die Bürger aufgerufen, die Innenstadt zu meiden.

Bei dem Terrorangriff waren am Montagabend nahe einer Synagoge in einem Ausgehviertel zahlreiche Schüsse abgefeuert worden. «Wer einen von uns angreift, greift uns alle an», sagte Nehammer. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz verurteilte den Angriff als «widerwärtigen Terroranschlag».

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