Aus „Phantomhaus” entsteht ein Hotel

Nächstes Jahr wird das Amazon in Keszthely fertiggestellt

Von einer beachtlichen Summe, mehr als 450 Millionen Forint, wird das einstige Schmuckstück von Keszthely, das Hotel Amazon Szálló, rekonstruiert. Es soll dem Originalzustand entsprechend erneuert werden, von der Einrichtung bis hin zur Kleidung des Personals soll alles an die glanzvolle Vergangenheit erinnern. Wenn es gelingt, die Pläne zu verwirklichen, wird sich das Straßenbild vom Hotel bis zum Festetics-Schloss vollkommen ändern.

Ende März wird entschieden, wer und wann mit der Erneuerung des gegenwärtig sehr heruntergekommenen Hotels Amazon Szálló beginnen wird. Geplant ist, dass im November, Dezember mit den Bauarbeiten begonnen wird und das Gebäude im nächsten Jahr wieder Gäste empfangen kann. László Czoma, der Direktor des Investors, des Helikon Schlossmuseums, möchte das Hotel in der ursprünglichen Form rekonstruieren. Dazu ist zunächst einmal ein sogenanntes „Phantomhaus“ nötig und nur schrittweise kann die gesamte Investition den Anforderungen 15.-16. Jahrhunderts entsprechend realisiert werden. Dazu sind außer der halben Milliarde Forint ins Detail gehende Planungsarbeiten und viele Recherchen nötig. Der Direktor möchte nicht nur die Mauern zeitgetreu errichten lassen, sondern auch die Einrichtungsgegenstände sollen den damaligen Moden folgen. Um dies zu erreichen, nahm er schon den Kontakt zu den entsprechenden Museen und Institutionen auf. Auch für die einstige Pferdewechselstelle werden fünfzig Millionen Forint aufgewendet. Im Kaffeehaus und im Restaurant des Hotels können die Gourmets den gastronomischen Genüssen unter Gewölben und bei Kaminfeuer frönen. Neben den Spezialitäten unserer Zeit wird besonderes Gewicht auf die Speisen, Zubereitungsarten und Getränke früherer Jahrhunderte gelegt. Ein Teil der dafür notwendigen Grundstoffe wird in dem zum Gebäude gehörenden botanischen Garten erzeugt. Die Besucher können auf die Weise die seltenen Gewürzkräuter nicht nur auf ihrem Teller, sondern auch in der Natur finden.

Die Hotelgäste können unter den im Stil des 17. Jahrhunderts eingerichteten Zimmern wählen und werden von stilgetreu bekleidetem Personal bedient. Die Bauarbeiten betreffen nicht nur das Hotel, sondern auch seine ummittelbare Umgebung: Von dem Gebäude bis zum Schloss wird auf der Straße Katzenkopfpflaster verlegt. Zu beiden Seiten sollen Lindenbäume gepflanzt werden, schmiedeeiserne Lampen und Bänke werden das Bild ergänzen und die historische Atmosphäre vervollständigen. László Czoma vertraut darauf, dass die Umgebung nicht nur für die Touristen, sondern auch für die Einheimischen attraktiv gemacht werden kann. Bis dahin gibt es allerdings noch viel zu tun, Geld und Ausdauer sind nötig. Vorerst ist nur zu hoffen, dass der Traum des Direktors wahr wird und der Ort die Keszthelyer und die in- und ausländischen Gäste zum Ausruhen und zu angenehmen Begegnungen einlädt.