Enttäuschte Gemeinde in Somogy

Ecseny muß 1-Forint-Grundstücke mit hohem Aufwand zurückkaufen

In Ecseny lief im vergangenen Jahr die Vierjahresfrist der 1-Forint-Grundstücksaktion ab, bei der diejenigen für eine symbolische Summe ein Grundstück erhielten, die im Gegenzug eine Unternehmung oder Dienstleistung auf die Beine stellen mussten, um so der raschen Entvölkerung des schwäbischen Ortes im Komitat Tolna entgegenzuwirken. Die Mehrheit der neuen Grundstücksbesitzer erwies sich als Abenteurer, doch der Ort Ecseny erhofft sich auch von deren Ablösung nicht viel – ging aus den Worten des Bürgermeisters Péter Máj hervor. Von den zugeteilten 13 Grundstücken wurde auf einem einzigen das Haus einer Familie aus Érd errichtet, einem Unternehmer wurde die Verlängerung der Frist zugestanden, weil man hofft, dass er das versprochene Ersatzteilwerk doch noch nach Ecseny holt, obgleich es dafür nicht viele Anzeichen gibt. Die anderen Grundstücke gingen im Sinne des Vertrages automatisch wieder in das Eigentum der Selbstverwaltung über, weil die Begünstigten nicht einmal teilweise ihre Versprechungen einlösten, unter anderem wurde das Feriendorf und der Reiterhof nicht erbaut, die Ausbildungs- und Dienstleistungsbasis des Friseurhandwerks kam nicht zustande, das indische Sai Zentrum wurde nicht realisiert und auch das Unternehmen der Lujzika Näherei scheiterte. Wie sich seither herausstellte, war der Vertrag scheinbar eindeutig, dennoch war es nicht leicht, die Grundstücke von den Betroffenen zurückzuerhalten. Damit die Selbstverwaltung erneut als Eigentümer im Grundbuch eingetragen werden konnte, mussten wieder Kaufverträge abgeschlossen werden, nach den inzwischen verschwundenen Eigentümern gefahndet werden und Geld für Rechtsanwälte ausgegeben werden. Bisher gelang es 4 Eigentumsrechte zu klären, während die neuen Pioniergeister Schlange stehen und von der Selbstverwaltung schon ausgewählt wurden. Ecseny legte zwischenzeitlich die Latte niedriger und wäre zufrieden, wenn die neuen Besitzer die Grundstücke pflegen und vielleicht auch bebauen würden, man ist in dem vielfach enttäuschten Dorf sehr zurückhaltend in der Hoffnung, dass aus dem zu den neuen Versprechungen zählenden, Öl aus Traubenkernen produzierenden Werk oder aus einem weiteren Feriendorf etwas wird. (tt)