Balaton Zeitung E-Paper Banner

Streik in Budapest kann Wochen dauern

Bis zu zwei Wochen lang könnte der gegenwärtige Streik der Angestellten des Verkehrsbetriebes in Budapest dauern. Darüber berichtet das Internetportal index.hu nach wiederum ergebnislosen Verhandlungen am Mittwoch. Experten gehen jedoch davon aus, dass sich die Erfolgsaussichten der Streikenden mit der Dauer des Arbeitskampfes verschlechtern. Mangel an Kompromissbereitschaft auf beiden Seiten und seltenere Verhandlungstermine deuteten darauf hin, dass die Seiten noch lange nicht bereit sind, ihre Standpunkte aufzugeben. Die Streikkasse der Gewerkschaften gibt derzeit noch zeitliche Spielräume.

Für die Budapester bedeutet diese Situation fortgesetztes Chaos auf den Straßen. Die Metro und die Vorortbahnen verkehren zwar, jedoch sind die eingesetzten Busse und Straßenbahnen stark ausgedünnt und fahren unregelmäßig.

Vier mutmaßliche Täter bei Roma-Mord

Vor gut einem Jahr wurden in Pécs beide Eltern einer Roma-Familie mit einer Handgranate in ihrem Haus getötet. Jetzt legte die Polizei ihr Ermittlungsergebnis der Anklagebehörde vor. Vier mutmaßliche Täter – drei Männer und eine Frau – werden sich danach voraussichtlich für die Bluttat vom November 2008 vor Gericht verantworten müssen.

Den mutmaßlichen Tätern wird begründeter Verdacht auf geplanten mehrfachen Mord und weitere Straftaten vorgeworfen. Bereits im Frühjahr vorigen Jahres waren ein Vertreter der Roma-Minderheit des Dorfes Kővágószőlős nahe Póecs und ein ehemaliger Polizist verhaftet worden. Monate später nahm die Polizei einen Mann, der nach Informationen der Zeitung „Dunántúli Napló“ die Granate geworfen haben soll, und eine Frau fest. Den Tätern droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Fall, der seinerzeit in ganz Ungarn viel Aufsehen erregt hatte, gehört offenbar nicht zu der Serie von Morden an Roma. Dafür soll eine Todesbrigade verantwortlich sein, die seit dem 21. Juni 2008 innerhalb von 13 Monaten bei neun Angriffen sechs Roma tötete und mehrere Häuser schwer beschädigte. Den vier ermittelten Mitgliedern droht ein Indizienprozess.

Nachbar in Siófok niedergestochen – Urteil

Ein 73 Jahre alter Ungar aus Hessen hat in Siófok seinen 42-jährigen Nachbarn niedergestochen und ist deshalb vom Komitatsgericht Somogy rechtskräftig zu anderthalb Jahren Gefängnis mit drei Jahren Bewährung verurteilt worden. Der Rentner verbringt regelmäßig die Sommer am Balaton, sagte Gerichtssprecher Attila Vadócz der Balaton Zeitung.

Die Probleme begannen, als eine Familie mit Kind in die Nachbarschaft zog. Der 16-jährige Junge spielte nach Ansicht des Rentners zu laut Fußball und beschädigte den Zaun zwischen beiden Grundstücken. Als „Gegenmaßnahme“ machte der Mann aus Hessen regelmäßig die Bälle des Jungen kaputt, die auf sein Gebiet flogen.

Der Streit eskalierte, als er den Jungen beim Fahrradfahren vor seinem Haus abfing und ihm Schläge androhte. Der berichtete das seinem Vater, der den Rentner zur Rede stellte. Während der Auseinandersetzung versetzte der Vater dem 73-jährigen einen Schlag an der Schulter, worauf dieser ein Messer zog und seinem Nachbarn mit zwei Stichen in den Bauch lebensgefährliche Verletzungen beibrachte.