Deutschsprachige Universität in Budapest wird weiterfinanziert

Budapest (MTI) Österreich sowie die Deutschen Bundesländer Bayern und Baden-Württemberg werden die deutschsprachige Andrassy Gyula-Universität in Budapest für drei weitere Jahre mitfinanzieren. Sie werden je 250’000 Euro pro Jahr beitragen, während Ungarn die Universität mit rund 800’000 Euro bis 2010 finanziert.

Zusätzliche Gelder kommen von den Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz. Ein entsprechender Vertrag wurde vom ungarischen Bildungsminister Istvan Hiller und Regierungsvertretern von Österreich und der Schweiz unterzeichnet.

2010 wird die Universität ihren Spezialstatus verlieren und in Ungarns Finanzierungssystem für höhere Bildung integriert.

Die Andrassy-Universität wurde 2002 mit dem Ziel eröffnet, jungen und qualifizierten Hochschulabsolventen aus Ungarn, Zentralosteuropa und deutschsprachigen Ländern postgraduale Studiengänge in Recht und internationalen Beziehungen mit Schwerpunkt Zentraleuropa zu bieten. Damit will die Universität ihren Studienabgängern führende Positionen in Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur Ungarns und anderen europäischen Ländern ermöglichen.

Graf Gyula Andrassy war ungarischer Premierminister von 1867 bis 1871 und Aussenminister der Österreichisch-Ungarischen Monarchie zwischen 1871 und 1879.

Budapester Frühlingsfestival bietet 128 Programmpunkte

Budapest (MTI) Das Budapester Frühlingsfestival bietet vom 16. März bis zum 1. April 128 Programmpunkte mit 3’500 Künstlerinnen und Künstlern an 48 Veranstaltungsorten, wie die Organisatoren des Festivals am Dienstag ankündigten.

Das diesjährige Frühlingsfestival sei von ungarischer Kultur geprägt und begehe insbesondere den 125. Geburtstag und den 40. Todestag des ungarischen Komponisten und Musikdidaktikers Zoltan Kodaly (1882-1967), sagte Festivaldirektorin Zsofia Zimanyi.

Zu den Höhepunkten des Festivals gehört ein Konzert des Symphonieorchesters Sao Paulo mit dem zweiten Klavierkonzert von Bela Bartok, ein Konzert des russischen Geigers Maxim Vengerov, ein Richard-Strauss-Abend mit dem Budapester Festival-Orchester sowie ein Konzert des NDR Symphonieorchesters Hamburg unter der Leitung von Christoph von Dohnanyi.

Daneben beherbergt Budapest auch das auf ungarische und internationale zeitgenössische Kunst ausgerichtete „Fringe Festival“. Am 30. März und 1. April gehen 198 Konzerte, 42 Tanzvorführungen und 71 Theateraufführungen über die Bühne. Vorbild des beliebten Anlasses ist ein ähnlich aufgebautes Festival in Edinburgh, das erstmals 1947 abgehalten wurde.

Im Voraus wurden bis jetzt 85 Prozent der 56’655 Festivaleintritte verkauft, zu Preisen zwischen 900 und 21’000 Forint, sagte Festivaldirektorin Zimanyi. (www.festivalcity.hu)

British Council verkleinert Niederlassung in Budapest – Entlassungen erwartet

Budapest (MTI) Der British Council will dreissig Prozent seiner Mittel für Europa künftig in den Nahen Osten und Zentralasien umleiten und dort seine Arbeit verstärken. Dies sagte Györgyi Patko, Kommunikationsleiterin beim British Council Ungarn, am Montag gegenüber MTI.

Als Resultat der Umlagerung und weniger finanzieller Mittel für laufende Geschäfte werde der British Council in Ungarn seine Aktivitäten ab Herbst 2007 reduzieren, aber das Büro nicht vollkommen schliessen, sagte Patko. Dies habe auch Entlassungen zur Folge – so werde die Institution keine Sprachkurse mehr anbieten und seinen Bücherbestand der Budapester Stadtbibliothek Ervin Szabo spenden. Laut Patko werden aber Sprachprüfungen und Weiterbildungsprogramme weiterhin angeboten und das Kulturprogramm auf einer regionalen Ebene beibehalten.

Der British Council finanzierte 2005-2006 seine Institutionen in europäischen Ländern mit total 75,6 Millionen Pfund, was laut Patko rund 40 Prozent des globalen Budgets ausgemacht habe.

Neue deutsche Filme in Budapest zu sehen

Budapest (MTI) Neue deutsche Filme zur sozialistischen Vergangenheit, zu Arbeit und Arbeitslosigkeit sind ab dem 1. März in Budapest am deutschen Filmfestival zu sehen. Das Programm dauert eine Woche und beginnt mit „Ein Freund von mir“ des jungen Regisseurs Sebastian Schipper, der bei der Aufführung persönlich dabei ist.

Gezeigt werden in den beiden Kinos Müvesz und Orokmozgo auch „Das Leben der Anderen“, „Mein Bruder“ und „Elba“. Auch Didi Danquart, der Regisseurs des Films „Offset“ wie auch die Schauspielerin Anna Stieblich sind Gäste des Festivals. Aufgeführt wird auch das dreistündige, zum Nachdenken anregende Drama „Der freie Wille“, mit dem Regisseur und Schauspieler Jürgen Vogel dieses Jahr den Silbernen Bären gewann.

Das Festivalprogramm bietet auch Filme für Kinder und ist einzusehen auf www.goethe.de/budapest.

EU-Kommissar Franco Frattini in Budapest

Budapest (MTI) Auf einer Pressekonferenz in Budapest sagte Franco Frattini, EU-Kommissar für Justiz, Freiheit und Sicherheit, die Professionalität der Polizei innerhalb der EU müsse gestärkt werden.

Um mit demokratischen Mitteln Gewalt auf den Strassen zu bewältigen, muss die Professionalität der Polizei innerhalb der ganzen Europäischen Union gestärkt werden. Dies sagte Frattini mit Blick auf übermässige Polizeigewalt während der gewalttätigen Unruhen in Budapest im vergangenen Oktober nach einem Treffen mit dem ungarischen Justizminister Jozsef Petretei. Er sei nicht berechtigt, der ungarischen Regierung Empfehlungen zu machen, so Frattini. Er hoffe jedoch, dass das Kabinett die Vorschläge zur Identifizierung von Polizisten und dem Verbot von Gummigeschossen berücksichtige, welche eines von der Regierung eingesetztes unabhängiges Gremium unterbreitet hatte.

Frattini traf auch SZDSZ-Vertreter Matyas Eörsi, Vorsitzender des Parlamentausschusses für Europäische Angelegenheiten. Dem kurzen Treffen hinter geschlossenen Türen ging ein gemeinsames Treffen des Ausschusses für Europäische Angelegenheiten und des Ausschusses für Menschenrechte voran, an dem Frattini ebenfalls teilnahm.

Vorher hatte Frattini, auch Vizepräsident der Europäischen Kommission, Präsident Laszlo Solyom zu einer Debatte insbesondere zu den Rechten von Minderheiten getroffen. Laut Ferenc Kumin, einem hohen Beamten im Büro des Präsidenten, diskutierten die beiden Politiker anhängige EU-Rahmenrichtlinien zu Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Solyom betonte die Wichtigkeit der Meinungsfreiheit und unterstrich, dass das Rahmenwerk Aufrufe zu Gewalt sanktionieren müsse, ohne das Recht auf Meinungsfreiheit zu verletzen. Er fügte an, der Schutz von Minderheitsrechten sei zentral und dazu gehörte auch die Gewährung kollektiver Rechte und sogar regionaler Autonomie. All dies stehe in der europäischen Tradition.

Franco Frattini sagte, sein Wahlkreis sei Südtirol, eine italienische Region mit einer deutschsprachigen Minderheit – daher habe er die Wichtigkeit der Rechte von Minderheiten persönlich erfahren.