Fünf Bomben aus der Donau geborgen

Gleich fünf Bomben, jede davon 500 Kilogramm schwer, sind am Mittwoch von Experten der Ungarischen Streitkräfte aus der Donau im Norden von Budapest geborgen worden. Sie waren bei Arbeiten an der nördlichen Eisenbahnbrücke der Hauptstadt gefunden worden. Die Sprengkörper wurden auf einen zentralen Sammelplatz transportiert. Nur in einer der Bomben wurden noch Zünder gefunden, die an Ort und stelle entfernt und getrennt abtransportiert wurden. Von dem Bombenbfund aus dem Zweiten Weltkrieg informierten die Brückenbauer bereits am 15. November die Spezialisten. Bisher wurden an ungarischen Brücken noch nie Sprengkörper in dieser Menge gefunden.

Arme beleidigt – Rücktrittsforderungen an Bürgermeister von Hévíz

Hévíz – Nach beleidigenden Worten gegen Besucher aus der vermutlich ärmsten Gemeinde Ungarns sieht sich der Bürgermeister von Hévíz, Árpád Vertés, mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Vor genau einer Woche noch war er wegen der Einladung an die Einwohner von Gilvánfa (Komitat Baranya) positiv in die Schlagzeilen gekommen. Am Mittwoch jedoch wurde eine Fernsehaufzeichnung des Privatsenders RTL Klub bekannt, in der sich Vertés sehr abfällig über die Besucher der wahrscheinlich reichsten Kommune geäußert hatte.

Die Abgeordnetengruppe für ein Erfolgreiches Hévíz verlangte deshalb auf einer Pressekonferenz den Rücktritt des Bürgermeisters. Vértes habe „die hier zu Besuch weilenden armen, einfachen Menschen vor der großen Öffentlichkeit in arrogantem, überheblichem Stil erniedrigt“, sagte der Leiter der Abgeordnetengruppe, Gábor Papp. Während der Aufnahme sind Flüche des Bürgermeisters zu hören und die Aussage, die Einwohner von Gilvánfa würden demnächst schon deswegen nicht nach Hévíz kommen, weil sie „nicht aus ihrem Dorf herausfinden“. Auch die Umstände des Besuches sind nach den Worten Papps erniedrigend gewesen. Bürgermeister Papp wies die Rücktrittsforderung zurück.

Gilvánfa hat 422 Einwohner, 98 Prozent davon Roma. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 90 Prozent, Armut ist der tägliche Begleiter. Deshalb halfen das Wasserwerk Pécs (Fünfkirchen) und die Selbstverwaltung des Komitats aus, um die Reisekosten aufzubringen.

Schriftstellerin Magda Szabó gestorben

Die international bekannteste ungarische Schriftstellerin und Kunstübersetzerin der Gegenwart, Magda Szabó, ist tot. Die Autorin starb bereits an diesem Montagnachmittag beim Lesen, teilte ihr Sekretär der Öffentlichkeit mit. Die Werke Szabós wurden in 42 Sprachen übersetzt, viele auch ins Deutsche.
Magda Szabó wurde in Debrecen geboren, wo sie 1940 ihre Ausbildung als Lehrerinn für Latein und Ungarisch abschloss und promovierte. Während ihrer langen Laufbahn als Schriftstellerin wurde sie mit zahlreichen Preisen geehrt. Zwischen 1949 und 1958 durfte sie nicht publizieren. In der Zeit war sie als Grundschullehrerin tätig.
Zu ihrem 90. Geburtstag war sie noch mit dem Großkreuz zum Verdienstorden der Republik Ungarn geehrt worden. Sie war Mitglied der Gesellschaft der Belletristiker sowie Ehrenbürgerin von Budapest und Debrecen.

340 000 Schmuggel-Zigaretten auf deutschem Lkw in Ungarn

Angeblich hatte der Lkw mit deutschem Kennzeichen nur Keramik geladen. Die Kontrolle des ungarischen Zolls an der rumänischen Grenze brachte jedoch 340 000 Zigaretten ohne ungarische Steuermarke zum Vorschein. Sie waren hinter zwei Paletten mit Keramik versteckt, berichtet am Montag der Zoll in Budapest. Den Transportdokumenten zufolge hatte der Lkw Keramik aus Griechenland nach Polen zu liefern. Mitarbeiter des Zolls hatten ihn aber mit der Methode der Risiko-Analyse zur genauen Kontrolle ausgewählt.

Mit einer Röntgenanlage am Grenzübergang Ártánd (Komitat Hajdú-Nihar) durchleuchteten sie die Kabine und den gesamten Laderaum. Dabei stießen sie auf das Schmuggelgut im Wert von 200 Millionen Forint (etwa 800 000 Euro). Sie beschlagnahmten die Zigaretten und den Lkw, den polnischen Fahrer nahmen sie fest. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen des begründeten Verdachts des Verstoßes gegen Steuergesetze eingeleitet. Die zu erwartende Strafe liegt den Angaben zufolge über einer Milliarde Forint (etwa vier Millionen Euro).

Ultraschallgerät für Wasser-Rettungsdienst am Balaton

Moderne Technik soll den Mitarbeitern des Wasser-Rettungsdienstes am Balaton bei der noch schnelleren Suche nach Unfallopfern helfen. Künftig steht ihnen dafür ein Ultraschallgerät zur Verfügung, meldet das Internetportal Unabhängiges Balaton Multimedia Zentrum unter Berufung auf die Unabhängige Nachrichtenagentur. Ein Unternehmer aus der Komitatsstadt Székesfehérvár machte das Instrument für fast eine Million Forint (etwa 4000 Euro) den Rettern zum Geschenk. Gegenwärtig durchläuft das mit GPS kombinierte Gerät Tests, wird aber auf den in Zukunft eingesetzten Hilfsschiffen zur Grundausstattung gehören.

Mit Hilfe des Gerätes können Lage, Ausmaß und Gestalt ins Wasser gefallener Menschen und Gegenstände unabhängig von Jahreszeit und Wetter genau bestimmt werden. Sobald etwas auf dem Sonarbildschirm erscheint, wird es mit GPS-Koordinaten gekennzeichnet, und von da an können die Taucher viel genauer suchen, sagte der Sekretär des Fachdienstes der Wasserretter in Ungarn, Péter Szedlák.

Im Balaton konnten die Taucher bislang nur tastend nach Verschwundenen suchen. Nicht nur einmal gelang es, Opfer erst nach Tagen zu finden. Dank dem neuen Instrument können sie in Not geratene Menschen mit größeren Chancen retten, sagte der Präsident des Verbandes, Sándor Bagyó.