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Wo liegt das Chateau Visz wirklich?

Das Hotel-Restaurant "Chateau Visz" zählt unzweifelhaft zu den allerbesten Adressen im Lande.

Und das nicht nur, weil es jetzt im neuen Restaurant- und Weinführer auf dem zweitbesten Rang steht, und das bei 250 getesteten Mitbewerbern in ganz Ungarn. Chef Erik Schröter, bereits in Deutschland mit einem Michelin-Stern dekoriert, wird seine Gäste auch weiterhin in einem stilvollen barocken Ambiente verwöhnen.

Ernsthafte Zweifel sind jetzt aufgetaucht, ob das Schloß Visz nun tatsächlich in Visz steht, oder vielmehr der Ortschaft Somogytúr zuzurechnen ist. Deren Bürgermeister, Herr Tibor Müller, möchte nämlich auch für sein Dorf etwas vom strahlenden Glanz des Gourmettempels abbekommen und verlegt die Zugehörigkeit von Chateau Visz kurzerhand nach Somogytúr. Schließlich sorge seine Gemeinde im Schloß Visz für die Straßenbeleuchtung und den Schneeräumdienst im Winter.

Das wiederum könnte nun die von weither angereisten Feinschmecker verwirren, die Chateau Visz vergeblich in Somogytúr suchen, da es tatsächlich nahe der Ortschaft Visz anzutreffen ist. Was tun also? Sternekoch Schröter allein könnte die Lösung parat haben. Wenn er sein confiertes Filet vom Zander mit Mangalitzaspeck im Chateau Visz künftig "a la Somogytúr" anbietet, dürfte er damit auch den Ansprüchen von Bürgermeister Müller genügen.

Und um letztlich alle Unklarheiten auszuräumen sei gesagt, daß Chateau Visz nahe der Ortschaft Visz auch über Somogytúr erreichbar ist. Für Beschilderung ist gesorgt.

(Quelle: Somogyi Hírlap) -gd-

 

Straftatenbilanz der Balatoner Saison

Anzahl der Delikte ging weiter zurück

Nach dem 20-prozentigen Rückgang der Straftaten im Vorjahr an dem Balatonuferabschnitt, der zum Komitat Veszprém gehört, sank die Zahl der Straftaten in diesem Jahr hier um weitere 5 Prozent, allerdings gab es in dieser Saison mehr Stranddiebstähle – sagte der Leiter für öffentliche Sicherheit der Polizeibehörde des Komitats Veszprém auf der Pressekonferenz.

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Krise in Ungarn verschärft sich

Die tiefe Wirtschaftskrise in Ungarn hat sich in den ersten beiden Monaten dieses Jahres weiter verschärft. Die Industrieproduktion sank gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 26, die Bauindustrie schrumpfte um 11 Prozent, berichtet das Zentrale Statistische Amt am Dienstag.

Beim Außenhandelsumsatz musste das Land einen Absturz von 30 Prozent hinnehmen. Zugleich ging die Beschäftigtenzahl im Durchschnitt Dezember-Februar um 1,7 Prozent zurück, während die Zahl der Arbeitslosen um 12,2 Prozent wuchs und die Arbeitslosenquote 9,1 Prozent erreichte.

„Im Januar und Februar 2009 setzten sich die zum Jahresende entstandenen Tendenzen fort und vertieften sich, die grundsätzlich von der Dekonjunktur auf dem Weltmarkt im vorigen Jahr bestimmt wurden“, stellt das Amt in seinem Bericht fest.

Die ungarische Volkswirtschaft werde einesteils vom großen Räckgang der Außennachfrage stark belastet. Die negativen Prozesse würden vom Rückgang der Binnennachfrage, der Einschränkung der Möglichkeiten auf dem Finanzmarkt und der Wirkung des hohen Zinsniveaus auf die Realwirtschaft weiter verstärkt.

Keine Sozialhilfe für Trinker und Raucher

Mit ungewöhnlich harten Bandagen geht die Gemeinde Gadács gegen Hilfesuchende vor.

Die gewählten Ortsvertreter im dreißig Kilometer südlich des Balaton gelegenen 120-Seelen-Dorf sehen sich dazu berufen, zunächst den Lebenswandel der Antragsteller unter die Lupe zu nehmen, bevor man Sozialhilfe gewährt. Doch nicht nur für erhöhten Alkohol- und Tabakgenuß, durch die Kehlen gejagt bzw. in die Atmosphäre geblasen, bringt man dort kein Verständnis auf, auch übermäßiges Kaffeetrinken oder nur der Versuch, dem Geldspielautomaten einen kleinen Gewinn entlocken zu wollen, können ohne weiteres schon Anzeichen eines unsoliden Lebenswandels sein und verhindern die Zahlung der Hilfe.

Bürgermeister László Szabó, dessen Gemeinderat schon 1996 einen entsprechenden Beschluß gefaßt hat, ist nach wie vor von der Rechtmäßigkeit seiner Maßnahmen überzeugt. Zehntausende Forint könnten von den Antragstellern gespart werden, wenn man nur dem Laster entsagte. Zitat: "Wir beobachten nur, wohin die öffentlichen Gelder fließen".

Leicht anders sieht es ein abgelehnter Hilfesuchender in Gadács und ging gegen den Gemeinderatsbeschluß vor den Kadi. Etwas ratlos zeigt sich nun das Komitatsgericht in Kaposvár. Wohl schon der Meinung, daß der Bürgermeister nebst weiteren Sittenwächtern die Handschellen etwas zu eng anlegen als die Sozialgesetze es vorsehen, kommt es doch zu keinem Ergebnis und leitet den Fall zur Entscheidung an das ungarische Verfassungsgericht weiter.

 

(Quelle: sonline.hu)