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Europäische Anerkennung für Pécs

Nach einem strengen Prüfungsverfahren hat die Kulturhauptstadt Pécs2010 den Melina-Mercouri-Preis verliehen bekommen, der mit 1,5 Millionen Euro dotiert ist. Das wurde am Donnerstag in Budapest und Pécs mitgeteilt. Der Preis würdigt die umfassende Vorbereitung der Stadt über mehrere Jahre auf die Zeit bedeutender kultureller Höhepunkte.

Bürgermeister Zsolt Páva nannte den Preis symbolisch. Er bestätige, dass die Stadt darum bemüht ist, den Titel Kulturhauptstadt Europas mit Würde zu tragen. Das Preisgeld wird für einen Teil der kulturell-künstlerischen Programme eingesetzt.

Die alljährliche Wahl mindestens einer Kulturhauptstadt – 2010 sind es mit Pécs, Essen und Istanbul gleich drei – geht auf die einstige griechische Kulturministerin Melina Mercouri zurück, nach der der Preis benannt ist. Auf ihre Initiative startete der Rat der Kulturminister Europas im Juni 1985 das Programm mit dem Titel Kulturstadt Europas, aus dem später die Kulturhauptstadt wurde. Seither ist es wegen seiner großen Beliebtheit aus Europa nicht mehr wegzudenken. In den bisherigen Kulturhauptstädten ging davon eine bedeutende wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklung aus, die auch die jeweilige Region einbezog.

Schule in Ungarn wegen neuer Grippe geschlossen

Wegen massenhaften Auftretens der neuen Grippe hat der amtsärztliche Dienst Ungarns die Grundschule in Szederkény (Komitat Baranya) für unbestimmte Zeit geschlossen. Eine geplante Impfung konnte deshalb nicht mehr stattfinden, berichtet die Web-Site bama.hu am Mittwoch über den H1N1-Infektionsherd. Nach Angaben von Bürgermeister János Hergenrőder sind 50 Kinder erkrankt.

Der Kommunalpolitiker widersprach jedoch dem Gerücht, das Virus sei bei einem Ausflug in die Ukraine eingeschleppt worden. Tatsächlich sei eine Gruppe Erwachsener mit dem Bus in der vorwiegend von Ungarn bewohnten Grenzregion der Ukraine gewesen, aber schon am 23. Oktober zurückgekehrt. Amtsärzte könnten sich bei einer Inkubationszeit von einem bis sieben Tagen schwerlich vorstellen, dass die Virenträger unter den Reisenden zu suchen seien.

Bisher habe die Krankheit bei keinem der Patienten einen schweren Verlauf genommen, berichtete der Bürgermeister. Das neuartige Virus sei jedoch bei zwei Proben im Labor nachgewiesen worden.

Ungarn: Keine Trendwende im Fremdenverkehr

Für die kommerziellen Vermieter im ungarischen Fremdenverkehr ist immer noch keine Wende zum Besseren erkennbar. Im Zeitraum Januar-September ging die Zahl der Übernachtungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei ausländischen Gästen um 11, bei Gästen aus dem Inland um 6 Prozent zurück, meldet das Zentrale Statistische Amt. Dabei sanken die Einnahmen um 9 Prozent. Auch im September registrierten die kommerziellen Unterkünfte wie in jedem der acht vorausgegangenen Monate einen geringeren Fremdenverkehr als 2008.

Seit Anfang dieses Jahres ist der Markt für Übernachtungs-Dienstleistungen durch Rückgang gekennzeichnet. Weniger Gäste kamen aus Deutschland, Polen, Italien, Rumänien, Holland, den USA und Frankreich. Bei Großbritannien fiel die Zahl der Übernachtungen sogar um 25 Prozent nach einem Anstieg im Vorjahr und auch Gäste aus den USA verbrachten 26 Prozent weniger Nächte in Ungarn. Eine Erweiterung des Gäste-Aufkommens brachten Österreich, Tschechien, die Slowakei, China, Finnland, Israel und die Schweiz. Am bedeutendsten stieg die Zahl der Gäste aus der Slowakei mit 31 Prozent.

Bei den Hotels, die 77 Prozent des Fremdenverkehrs aus dem Ausland abwickeln, sank die Übernachtungszahl in allen Kategorien. Die Zimmerauslastung der Hotels lag bei durchschnittlich 44 Prozent. Am besten waren die Kurhotels ausgelastet (58 Prozent), wobei auch deren Auslastung um 5 Punkte hinter der des Vorjahres zurückblieb.

Milchbauern in Ungarn: Kuhmist gegen Agrarpolitik

Mit drastischen Mitteln haben ungarische Bauern gegen den Verfall der Milchpreise protestiert. Auf dem Parkplatz der Logistikzentrale der Handelskette TESCO in Herceghalom (Komitat Pest) schütteten Milchproduzenten ein Gemisch von Kuhmist und 14 Tonnen billiger Importmilch aus, berichtet die Zeitung „Zalai Hírlap“. Vor dem Gebäude des Landwirtschaftsministeriums in Budapest demonstrierten sie mit abgeschnittenen Rinderköpfen, um ihre Wut über die aussichtslose Lage der Milchproduktion Luft zu machen. Auch in weiteren Städten wie Győr, Szeged und Pécs demonstrierten die Milchbauern.

Der stellvertretende Präsident des Produktrates für Milch Miklós Istvánfalvi sagte, es sei unhaltbar, dass das Ministerium und die Agrarführung der Europäischen Union nichts unternehmen zur Verbesserung der Lage des Zweiges. Die Milchwirtschaft in Ungarn könne bald vollständig verschwinden, wenn der Handel Einfuhr und Verkauf billiger Importerzeugnisse fortsetze und die ungarische Milch um 45 bis 90 Prozent über dem Aufkaufpreis in die Regale stelle. Ziel der Proteste sei nicht eine Erhöhung der Verbraucherpreise, sondern die gerechte Verteilung des Gewinns. Derzeit erhalte der Produzent nur 55 Forint für einen Liter Milch, während die Molkerei dafür 124 Forint vom Handel bekommt, der sie wiederum für 250 Forint verkauft.

Schmuggel von Zigaretten in Ungarn aufgeflogen

Einem Fall von Zigarettenschmuggel in großem Stil ist der Zoll in Ungarn auf die Spur gekommen.Bei einer Kontrolle fanden die Beamten in einem von drei inspizierten Lastzügen unverzollte Glimmstengel im Marktwert von rund 460 Millionen Forint (knapp 1,7 Millionen Euro). Den Begleitpapieren zufolge sollten die Lkw Papierhandtücher für Großbritannien an Bord haben, teilte der Zoll am Wochenende mit. 22994 Stangen Zigaretten kamen bei der Kontrolle zum Vorschein. Die Beamten beschlagnahmten die Ware und leiteten ein Verfahren wegen Hehlerei mit Konsumsteuer ein. Ein großes Ermittlerteam soll unter anderem feststellen, wen der begründete Verdacht auf die Straftat trifft und wann die unter der Schmuggelware entdeckten Zigaretten ohne Banderole auf das Gebiet Ungarns geliefert wurden.