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Amtsarzt Ungarns geißelt Impf-Feindlichkeit

Mit einer nur dreiprozentigen Durchimpfung gegen Schweinegrippe hat Ungarn nach Ansicht seines obersten Amtsarztes Ferenc Falusi noch nicht die vom günstigen Herbstwetter gegebene Frist genutzt. Für eine wirksame Vorbeugung müssten 60 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Der Schutz werde wie anderswo in Europa durch eine Kampagne gegen die Impfung behindert, die auf Irrglauben und Unsicherheit basiere, sagte Falusi am Sonntag in der Online-Ausgabe der Zeitung „Népszabadság“. Ihm platze der Kragen von den vielen Dummheiten, die – versteckt hinter scheinwissenschaftlichen Erklärungen und entgegen jegliche fachlichen Tatsachen – in der Sache zu hören sei.

Das Amtsärztliche Amt vertrete von Anfang an den Standpunkt, dass es eine Epidemie geben wird, fügte Falusi hinzu. Erkrankungen könnten zu schweren Komplikationen führen. Dagegen könne die Impfung die Risiken effektiv vermindern. „Auch jetzt noch lohnt es sich noch zu durchdenken: Es ist sicher, dass eine Dummheit begeht, wer auf ungarische Angaben darüber wartet, welche Folgen die Epidemie hat.“

Die Krankheit werde Millionen betreffen, betonte Falusi. Es sei eine besorgniserregende Verantwortungslosigkeit, ein Virus nicht zur Kenntnis zu nehmen, das innerhalb von vier Wochen 40 Prozent der Bevölkerung des Landes gleichzeitig krank machen kann. Falusi verwies auf schwere Fälle, die in größerer Zahl in den USA und Großbritannien auftraten.

Ungarn: Tourismus-Experten vorsichtig optimistisch

Mit vorsichtigem Optimismus wollen die Tourismus-Experten in Ungarn das kommende Jahr angehen. „Wenngleich wir die Krise nicht außer Acht lassen, erwarten wir für 2010 auch eine leichte positive Tendenz, sagte Balázs Szűcs, Marketing-Direktor der Ungarischen Tourismus AG im Tourismus Panorama Bulletin.

Innovative Produkte und kreative Kommunikation zählen seinen Worten zufolge zu den Zielen des Marketingplans. Im Fokus stünden dabei die umliegenden Länder ebenso wie die Aufgabe, die ungarischen Touristen möglichst im Lande zu halten. Derzeit betrage der Anteil der Inlandsurlauber 50 Prozent. Wünschenswert seien jedoch 60 Prozent, wie sie am Balaton bereits realisiert seien.

Für das Ausland sollen Budapest und Umgebung, der Balaton sowie der Kongress- und Gesundheitstourismus im Mittelpunkt stehen. Für das Inland liegt der Akzent auf dem Jahr der Festivals, der Kulturhauptstadt Pécs2010, den natürlichen Gewässern sowie dem Gesundheits- und der Ereignis-Tourismus. Die Zahl der ausländischen Gäste wie auch deren Übernachtungen soll gleich bleiben, in den Jahren 2011 und 2012 soll die Gästezahl um drei bis vier Prozent, die der Übernachtungen um ein bis zwei Prozent steigen.

Festival am Tor des Balkans

Der Geist der Kulturhauptstadt Pécs2010 wird in den Tagen vom 4. bis 7. November deutlich zu spüren sein: Zum dritten Mal sollen Konzerte der Weltmusik, Ausstellungen, Gespräche über Literatur und eine internationale Konferenz für jeden etwas Passendes bieten. Unter dem großen Thema „Ost-West-Korridor“ versprechen die Veranstalter ein reiches Bild kultureller Vielfalt der Balkan-Halbinsel. Namhafte Künstler vermitteln im Kino Urania beim Balkan Weltmusik Festival Eindrücke von dem reichen musikalischen Schaffen in dieser großen Region.

Eine Programmreihe gilt der deutschen Vereinigung vor zwanzig Jahren. Sie läuft unter dem Titel „Der Balaton als Ost-West-Korridor zwischen den beiden Deutschlands“

Die stimmungsvolle Komitatsstadt Pécs möchte in Musikveranstaltungen beim 3. Treffen am Tor des Balkans dazu beitragen, dass der Balkan als literarischer, philosophischer und politischer Raum ins Bewusstsein eingeht. An der internationalen Konferenz zum Thema „Kulturelle Unterschiedlichkeit und identifikation – Religion, Nation und Ideologie“ im Dominikaner-Haus nehmen namhafte Wissenschaftler und Künstler aus zehn Ländern teil.

Ungarn: Unregelmäßigkeiten bei EU-Fördermitteln

Schwere Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung von EU-Fördermitteln zum Kauf von Landmaschinen haben EU-Kontrolleure in Ungarn festgestellt. Ungarn erwarte deshalb wahrscheinlich eine schwere Strafe, meint das Nachrichtenmagazin für Wirtschaft und Politik HVG in seiner jüngsten Ausgabe.

Die ungarischen Behörden hätten nicht in jeder Beziehung den Gesetzen der Union Rechnung getragen, erfuhren die zuständigen Stellen Anfang September von der EU-Kommission. Dies könne zur Streichung eines Teils der Fördermittel für landwirtschaftliche und Gebietsentwicklung führen. Eine Stellungnahme Ungarns werde bis Anfang November erwartet.

Die EU-Kontrolleure stützen ihre Vorwürfe darauf, dass nach ihren Erkenntnissen bei Maschinenkäufen überhöhte Beträge berechnet wurden. So wurden etwa Referenzpreise in Rechnung gestellt, die über der Grenze für mögliche Subventionierungen liegen. Die tatsächlichen Kaufpreise seien nachher vom zuständigen Amt für Landwirtschafts- und Gebietsentwicklung nicht kontrolliert worden. Die EU-Kontrolleure hätten dies jedoch getan und seien so darauf gestoßen, dass der gezahlte Preis mitunter um ein Drittel unter dem Referenzpreis lag. Daneben hätten die Kontrolleure noch weitere Unregelmäßigkeiten festgestellt.

Für die EU-Mitfinanzierung von Maschinenkäufen hatte das Amt 2007 einen Bedarf von insgesamt 41,5 Milliarden Forint (rund 160 Millionen Euro) gebilligt. Im vorigen Jahr waren es 30 Milliarden Forint. Schon vor einigen Wochen hatte die EU-Kommission Ungarn 3,6 Milliarden Forint Strafe für Mängel in der Flächenberechnung und der Tierdatenbasis auferlegt. Die jetzt zu erwartende Strafe könne empfindlicher sein, meint das Nachrichtenmagazin.