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Dreifacher Mord in Ungarn

Nach einer grausamen Bluttat in Ungarn hat die Polizei des Komitats Bács-Kiskun Ermittlungen aufgenommen. Auf einem Einzelgehöft der Siedlung Tompa nahe der serbischen Grenze sind drei Mitglieder einer Familie umgebracht worden, berichtet die Polizei am Donnerstag. Die Tochter hatte am Vortag den grausamen Fund gemacht.

Zunächst entdeckte sie in der Wohnung den Leichnam ihres 65-jährigen Vaters. Der Hausarzt, den sie zu Hilfe rief, fand an dem Toten Spuren von Misshandlungen. Bei der späteren Tatortbesichtigung fanden Polizisten in einem Nebengebäude die Leichen der 62-jährigen Ehefrau und der 41-jährigen Tochter des Mannes. Auch sie trugen Spuren von Misshandlungen. Vom Grundstück verschwunden ist ein grauer Mercedes 290E, der zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Von den Tätern fehlte am Donnerstagabend noch jede Spur.

Impfstoff fehlt in ungarischen Apotheken

In den Apotheken in Ungarn herrscht offenbar derzeit Mangel an Impfstoff gegen die Schweinegrippe. Während offiziell darüber informiert wurde, dass der neue Impfstoff gegen das H1N1-Virus in 430 Apotheken des Landes erhältlich sei, brachte der private Rundfunksender InfoRadio zu Tage, dass das Vakzin im Gegensatz dazu vielerorts nicht zur Verfügung steht.

In Ungarn muss der Impfstoff auf ärztliches Rezept und gegen Bezahlung – mit Ausnahme von fest umrissenen Risikogruppen – in Apotheken gekauft werden. Damit geht der Patient dann zu seinem Hausarzt zurück und lässt sich impfen. Der oberste Amtsarzt des Landes, Ferenc Falusi, hatte dieser Tage eine Impf-Feindlichkeit in der Bevölkerung beklagt.

Wie InfoRadio bei der zufälligen Befragung von 15 Apotheken der Hauptstadt herausfand, war nur in einer einzigen Impfstoff erhältlich. In allen anderen war der Vorrat ausverkauft. Die Apotheker rechneten jedoch mit Nachschub. Der Leiter des Instituts für Vorratswirtschaft im Gesundheitswesen wollte dem Sender keine Auskunft geben, da nur der Gesundheitsminister im Zusammenhang mit Vakzinen zu Erklärungen berechtigt sei.

Minister Tamás Székely hatte am Montag erklärt, dass die Apotheken aus Vorsicht zu wenig Impfstoff bestellten. Alle Apotheken des Landes würden – unabhängig davon, ob sie Bestellungen aufgegeben hätten oder nicht – mit einem Startvorrat versorgt. Am Mittwoch beginne die Auslieferung, wobei in Abhängigkeit von der Größe der Apotheke 20 bis 40 Impfdosen ausgegeben werden. Bis 30. November werde der ungarische Hersteller vier Millionen Dosen ausliefern.

Wohnungsbau in Ungarn abgestürzt

Einen dramatischen Einbruch erlebt der Wohnungsbau in Ungarn als Folge der weltweiten Krise. Bis Ende September erhielten 20 000 Wohnungen eine Nutzungserlaubnis und für 23 000 neue Wohnungen wurden Baugenehmigungen erteilt, berichtet das Zentrale Statistische Amt am Dienstag. Damit ging die Zahl der übergebenen Wohnungen zwar nur um 1 Prozent, die der Baugenehmigungen jedoch um 26 Prozent im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres zurück.

Einen noch stärkeren Rückgang zeigen die Daten des 3. Quartals. Im Vergleich zum vorangegangenen Zeitraum verringerte sich die Zahl der übernommenen Wohnungen um 23, die der neuen Baugenehmigungen um 40 Prozent.

Vor allem in den Zahlen der Bauvorhaben für die Bevölkerung zeigen sich die Zeichen des Rückgangs, heißt es in dem Bericht. Im Auftrag natürlicher Personen oder zur persönlichen Nutzung wurden in den ersten drei Quartalen 8 Prozent weniger Wohnungen gebaut, während von Unternehmen 5 sowie zum Verkauf 6 Prozent mehr fertig gestellt wurden als im Vorjahres-Zeitraum.

Bei der territorialen Verteilung stieg die Rolle der Hauptstadt, die 31 Prozent des Wohnungsbaus im Lande leistet. Zusammen mit dem umliegenden Komitat Pest sind es sogar 55 Prozent. In den Kombinaten östlich der Donau beträgt der Rückgang 5 bis 45 Prozent.

Roma-Zentralrat kritisiert Rassismus in Ungarn

Einen Rassismus gegen Roma in Ungarn hat der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, angeprangert. Nach einem Besuch anlässlich einer ganzen Serie von Morden an Roma in Ungarn erklärte er, es sei beängstigend, wie weit der Rassismus gegen Roma in die ungarische Bevölkerung vorgedrungen sei und als alltäglich hingenommen werde.

Generell gebe es in Ungarn einen großen Widerstand gegen eine gleichberechtigte Teilnahme von Roma in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens. Dies sei während des Besuchs übereinstimmend von Roma-Organisationen wie von anderen bestätigt worden. Angesichts einer Arbeitslosigkeit von 85 Prozent in der Roma-Bevölkerung und der gleichzeitigen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Ungarn sei eine von Hass vergiftete Atmosphäre entstanden, in der die Roma-Minderheit jetzt als Sündenbock schlechthin gelte, auf den sich fast alle gesellschaftlichen Schichten und Kräfte einigen könnten.

Rose zeigte sich verwundert darüber, dass die von der Mordserie betroffenen Familien, die ihre Väter und Ehemänner verloren, deren Häuser niedergebrannt wurden und die in Armut lebten, bisher keine hinreichende Unterstützung von der ungarischen Regierung erhielten. Dabei seien Repräsentanten der Regierung bei der Beerdigung zweier Opfer – eines Vaters mit seinem fünfjährigen Sohn – in Tatárszentgyörgy (Komitat Pest) vertreten gewesen und müssten die Lage der Familie kennen. In den letzten Monaten waren sechs Angehörige der Roma-Minderheit einer Mordserie mit rassistischem Hintergrund in Ungarn zum Opfer gefallen.