80-Jähriger in Ungarn für tot erklärt und doch quicklebendig

Dunaújváros – Schwere Probleme musste der 80-Jährige Rentner László Csurgai aus Dunaújváros (Komitat Fejér) lösen, nachdem ihn seine Krankenversicherung zu Lebzeiten für tot erklärt hatte. Sein Marathon durch die Behörden dauerte ein halbes Jahr, bis er jetzt wenigstens seine Rente wieder gezahlt bekommt und über eine Krankenversicherung verfügt, geht am Freitag aus einem Bericht des Fernsehsenders hirTV hervor.

Im Januar hatte ihn der Postbote wissen lassen, dass er keine Rente mehr bekommt, weil er gestorben sei. Persönlich begab er sich darauf zum Generalverwaltung der Rentenversicherung und machte seine Existenz glaubhaft. Im März gab es wieder Rente, bis er im Juli krank wurde. Großes Pech für ihn: Der Rechner im Krankenhaus zeigte wieder den traurigen Befund – Csurgai war angeblich tot.

Der Gang zum Standesamt brachte neues Ungemach: Der Personalausweis war ungültig. Er sei vorübergehend als nicht vorhanden zu betrachten, so die Auskunft. Mit seiner Geburtsurkunde konnte er zwar seine Identität beweisen, einen neuen Personalausweis besitzt er aber immer noch nicht. Die Krankenkasse sah jedoch letztlich ein, dass ein Computerfehler an der Odyssee schuld war, und gab ihm eine neue Gesundheitskarte.

7. Kochkessel-Festival in Siófok

Siófok – Zum 7. Mal treffen sich an diesem Samstag die Fans der ungarischen Küche in der Balaton-Stadt Siófok, um für die große Öffentlichkeit eine Probe ihres Könnens zu liefern. Die Teilnahme kann für die Kategorien Suppen im Kessel am offenen Feuer, Gulasch (Pörkölt), geschmortes Fleisch, auf dem Rost gebratenes Fleisch im Ganzen und in Scheiben sowie Palatschinken, kündigt das Unabhängige Balaton Multimedia an.

Nach der offiziellen Eröffnung um 10.00 Uhr läuft eine Reihe von Kulturprogrammen. Ab12.00 Uhr präsentieren dann die Köche ihre Produkte – je Gericht für 600 Forint (etwa 2,20 Euro), sagte Organisator János Pintér vom Verein Gemeinsam für Siófok der „Balaton Zeitung“. Bisher haben schon an die 20 Köche ihre Teilnahme erklärt, am Samstag werden es voraussichtlich 40 bis 50 sein.

Autobahn-Abschnitt am Balaton übergeben

Siófok – Der teuerste Autobahn-Abschnitt Ungarns ist nach einem Bericht des Fernsehsenders hírTV am Balaton übergeben worden. Der 14 Kilometer lange Teil der M7 leitet den Verkehr an Zamárdi, Balatonföldvár und Köröshegy vorbei. Er umfasst eine 80 Meter hohe Brücke und einen kleineren Viadukt. Je Kilometer mussten 5,5 Milliarden Forint (etwa 22 Millionen Euro) investiert werden.

Dennoch handelte es sich um die billigste und beste Lösung, sagte Verkehrsminister János Kóka bei der Übergabe. Er reagierte damit auf Vorwürfe, wonach die Autobahn bei anderer Trassenführung zwischen Köröshegy und Balatonföldvár auf flachem Gelände hätte gebaut werden können. Dieser Plan sei deshalb gescheitert, weil die Regierung sich nicht mit den Chefs der Kommunen einigen konnte.

Budapest bei Touristen beliebteste Stadt

Budapest – Ungarns Hauptstadt bleibt bei in- und ausländischen Touristen die beliebteste Stadt des Landes. Das geht aus einem Bericht des Zentralen Statistischen Amtes über die Gästezahlen in kommerziellen Unterkünften im Jahr 2006 hervor. Hévíz mit 927 000 und Hajdúszoboszló mit 823 000 Übernachtungen landeten wie in den Vorjahren auf den Plätzen zwei und drei. Der Balaton-Stadt Siófok fehlten 154 000 Nächte zu einem Platz unter den ersten drei. Unter den ersten zehn gab es nur auf den hinteren Stellen Verschiebungen: Debrecen rückte vom 10. auf den 8. Platz vor und ließ damit Zalakaros und Eger hinter sich.

Ausländische Gäste besuchten neben Budapest am häufigsten Orte mit Heilbädern und die Kommunen rund um den Plattensee. Die Hauptstadt meldete 5,2 Millionen Übernachtungen von Ausländern, gefolgt von Hévíz mit 595 000. Im Vergleich zum vorangegangenen Jahr erzielten Bük und Hajdúszoboszló einen Zuwachs, während Siófok und Balatonfüred einen Rückgang verzeichneten. Neu unter den Top Ten für Ausländer sind Debrecen und Harkány.

Unter den zehn meistbesuchten Orten erzielten Debrecen mit 30,4, Zalakaros mit 22,4 und Hajdúszobosló mit 19,2 Prozent die höchsten Zuwächse bei der Gesamtzahl der Übernachtungen. Dieselben drei Städte waren auch bei den Gästezahlen von Ausländern am erfolgreichsten.

Pferdebahn und römische Festung – Festetics-Gut wird rekonstruiert

Keszthely – Eine neue Attraktion für Touristen soll am südwestlichen Zipfel des Balatons innerhalb der kommenden drei Jahre entstehen. Für umgerechnet knapp 13 Millionen Forint erhält der alte Festetics-Meierhof in Fenékpuszta ein neues Antlitz. Das Kleine Palais wird erneuert, ein Teil der alten römischen Festung auf dem Grundbesitz, der der Helikon Schlossmmuseum GmbH unterstellt ist, wieder aufgebaut. Außerdem sehen die nunmehr genehmigten Pläne eine Reithalle, ein Museum und eine Pferderennbahn vor, berichtet die Zeitung „Népszabadság“.

Der Festetics-Meierhof soll nach der Fertigstellung im Jahre 2010 eine der populärsten Sehenswürdigkeiten der Balaton-Region werden. Schon jetzt rechnen die Verantwortlichen mit jährlich rund einer halben Million Besuchern. „Bei der Zusammenstellung der Pläne achteten wir darauf, dass nicht nur das Festetics-Erbe, sondern die ganze Vergangenheit des Meierhofes für die Öffentlichkeit erschlossen wird“, sagte der Direktor der Helikon Schlossmmuseum GmbH, László Czoma, der Zeitung. Dabei sei es gelungen, die Zeugnisse der älteren und der jüngeren Vergangenheit, der römischen Epoche und des 19. Jahrhunderts, zu integrieren.

Die Gebäude des Gutes der Adelsfamilie Festetics wurden im Jahre 1820 im klassizistischen Stil erbaut. Besonders berühmt war das Gestüt von Fenék der Familie Festetics. Im Neumeierhof ist im Jahre 1828 Júlia Szendrey, die spätere Frau des ungarischen Dichters und Volkshelden Sándor Petőfi geboren, deren Vater zu dieser Zeit der Verwalter der Familie Festetics war.