José Carreras kommt nach Pécs

Pécs – Das Jahr der Kulturhauptstadt (2010) wirft seine Schatten voraus: Am 30. August gibt José Carreras ein Konzert auf der Freilichtbühne im Expo Center von Pécs (Fünfkirchen). Dabei wird er von der Pannon Philharmonie begleitet.

Es sei eine Freude für ihn, dass er die Stadt besuchen kann, die mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas geehrt wurde, sagte Carreras in einer Videobotschaft aus Barcelona. Er vertraue darauf, dass das Programm mit dem Titel Mediterraner Abend neue Anhänger für die ernste Musik wirbt und dass jene, die an dem Augustabend ihm zuliebe nach Pécs pilgern, später auch den bis 2010 entstehenden Konzertsaal regelmäßig besuchen werden.

Da der Tenor in diesem Sommer an keinem anderen Ort Mitteleuropas auftrete, erwarte Pécs auch eine bedeutende Zahl von ausländischen Gästen zum Konzert, kündigte Vizebürgermeister Tibor Gonda an. Die Karten für den Saison-Höhepunkt gelten nach internationalem Maßstab als preiswert. Sie sind für 7 900 bis 14 900 Forint (etwa 32 bis 60 Euro) erhältlich.

Ungarn schickt illegalen Müll nach Deutschland zurück

Budapest – In Ungarn hat am Mittwoch der Rücktransport illegal aus Deutschland importierten Mülls begonnen. In Ács (Komitat Komárom-Esztergom) verabschiedete Umweltminister Gábor Fodor den ersten Lkw, auf dessen Rückseite er die Aufschrift „Zurück an den Absender“ befestigte. „Den illegal in Ungarn eingetroffenen Müll sollen diejenigen zurücknehmen, von denen er kam“, sagte der Minister nach einem Bericht des Senders „Gazdasági Rádió“ auf einer Pressekonferenz. „Der Platz der 4100 Tonnen Abfall, die gesetzwidrig nach Ungarn kamen, ist beim Absender.“

Bisher habe Deutschland für mehr als die Hälfte des Mülls die Verantwortung übernommen, fügte Fodor hinzu. Sein Ministerium hoffe, dass es auch für den Rest die Rückführung erreichen kann. Bei der gegenwärtigen Aktion soll Müll aus Ács, Kiskunmajsa und Kunbaja (Bács-Kiskun) nach Baden-Württemberg und Bayern zurücktransportiert werden. Bisher haben die Behörden gegen ungarische Firmen, die an dem illegalen Müllgeschäft beteiligt waren, 70 Millionen Forint (280 000 Euro) Strafe verhängt, weitere Sanktionen sind zu erwarten.

Nach einem Bericht der Zeitung „Népszabadság“ soll der Müll in einer Verbrennungsanlage in Premnitz (Brandenburg) vernichtet werden. Die Kosten für die Aktion belaufen sich auf rund 400 000 Euro, sagte dem Blatt der Chef der Agentur, die für die Abfallbehandlung zuständig ist, Hermann Reinhardt.

Zwölfjähriger stach aus Rache auf Frau ein

Nyíregyháza – Ein zwölfjähriger Junge hat am Montag im nordostungarischen Tuzsér eine Nachbarin aus Rache mit einem Messerstich schwer verletzt. Das Kind ging durch die offene Tür in das Nachbarhaus, rammte der schlafenden 19jährigen Frau das Messer in den Rücken und flüchtete vom Tatort, teilte die Polizei laut MTI mit. Die Frau, neben der zur Tatzeit ihr Lebensgefährte und ihr Kind schliefen, wurde ins Krankenhaus gebracht.

Bisherige Ermittlungen ergaben, dass der Messerstecher am Vortag beim Fußballspielen mit dem Kind der betroffenen Frau und anderen in Streit geraten war. Auch die Frau, an der der Junge Rache übte, hatte sich In die Auseinandersetzung eingeschaltet.

Der Junge hat seine Tat gestanden, ist aber aufgrund seines Alters nicht strafmündig. Die Polizei ermittelt unter Einbeziehung der Vormundschaftsbehörde weiter.

Ungarn stellt auf digitales Fernsehen um

Budapest – Das ungarische Parlament hat den Weg für die Umstellung des Fernsehens auf digitalen Empfang frei gemacht. Mit großer Mehrheit beschlossen die Abgeordneten, dass Ungarn gemäß seinen Verpflichtungen als EU-Mitglied sich vom terrestrischen Fernseh-Empfang verabschiedet und zur modernsten Technik übergeht, berichtet die Presse am Dienstag.

Der bisherige analoge Empfang wird ab 2012 nicht mehr möglich sein. Das erste digitale Programmpaket soll im kommenden Herbst ausgeschrieben werden. Den Plänen zufolge könnte so der digitale Betrieb Ende nächsten Jahres oder Anfang 2009 beginnen.

Damit wird es zu diesem Zeitpunkt auch in Ungarn so weit sein, dass bis zu 30 Kanäle statt der bisherigen drei mit der Zimmerantenne zu empfangen sein werden. Etwa 55 Prozent der Haushalte, die schon bisher per Kabel Fernsehen empfangen, können aufgrund der Konkurrenz mit günstigeren Preisen rechnen.

Erfolgreicher Protestmarsch – Nach 15 Kilometern Hausangebot

Pécs – Nur 15 Kilometer dauerte der Protestmarsch eines kinderreichen Vaters Richtung Budapest. Dann lenkte die Stadt Pécs ein und bot ihm ein Haus an. Der Mann war mit einem seiner zwölf Kinder gestartet, um in der Hauptstadt die verzweifelte Lage seiner Großfamilie dem Sozialminister persönlich vorzutragen, berichtete die Nachrichtensendung des Fernsehens „Híradó“. Der Stadtnotar war ihnen nachgeeilt und hatte sie mit dem Angebot zur Umkehr bewegt.
Seit elf Jahren lebt die Familie in einer 34 Quadratmeter großen kommunalen Wohnung. Wenn alle Schlafgelegenheiten aufgestellt sind, bleibt keine Handbreit Platz in dem Quartier. Bisher sah sich die Pécser Selbstverwaltung außerstande, die Situation zu verbessern. Früher hatte sie zwar schon ein Haus angeboten, das jedoch zehn Kilometer von Pécs entfernt war und daher von der Familie abgelehnt wurde.
Der Vater ist ohne Arbeit, wurde in der Vergangenheit am Herzen operiert und leidet auch an einer Fußkrankheit. Die Familie lebt nach einem Zeitungsbericht von 190 000 Forint (etwa 760 Euro) im Monat – vor allem Kindergeld und Sozialhilfe. Den rund 200 Kilometer langen Marsch nach Budapest habe er auch deshalb angetreten, um auf Familien mit ähnlichem Schicksal aufmerksam zu machen, sagte er vor dem Aufbruch. Innerhalb von zehn Tagen hatte er die Hauptstat erreichen wollen.