Touristenattraktion: Im Tragflächenboot nach Budapest

Mohács/Budapest – So schnell wie im ungarischen ICE oder dem Auto können Touristen zwischen Budapest und Mohács auf der Donau reisen. Ein Unternehmen der Ungarischen Schifffahrts AG (Mahart) bot diese Route mit dreieinhalb Stunden Fahrzeit seit kurzem mit einem Tragflächenschiff an, jedoch nur für Reisegruppen. Das soll sich einem Bericht der Regionalzeitung „Dunántúlli Napló“ zufolge im kommenden Frühjahr ändern. Dann könnten wöchentlich Touren möglich sein.

Das Interesse an Fahrten mit dem Tragflächenboot sei groß, sagte die Chefin des Mohácser Tourinformbüros, Sándorné Pécsvári. Zuletzt habe die auf Fahrgastreisen spezialisierte Mahart-Firma Passnave schon ein Schiff für 80 Personen in die Hauptstadt schicken müssen. Auch der Richtung von Mohács nach Budapest sehen Experten Bedarf an den schnellen Schiffsreisen.

Bei den Fahrten handelt es sich zumeist um eintägige Ausflüge. Im Unterschied zu Reisenden normaler Fahrgastschiffe erwarten die der schnellen Tragflächenboote organisierte Programme in Mohács und Umgebung. Unter anderem sehen sie den historischen Gedenkpark südlich von Mohács, der an die historische Schlacht mit einer verheerenden Niederlage gegen die Türken (1526) erinnert.

Ein- und Zwei-Forint-Münzen vor dem Aus

Budapest – Ein- und Zwei-Forint-Münzen werden nach dem 29. Februar kommenden Jahres aus dem Bargeldverkehr in Ungarn verschwinden. Das teilte die Ungarische Nationalbank in Budapest mit. Bis dahin hat jeder die Möglichkeit, diese Münzen bei Einkäufen auszugeben oder für wohltätige Zwecke zu spenden. Am 1. März zieht die Nationalbank diese Münzen aus dem Bargeldumlauf. Händler werden dann die Endsumme – nicht die Preise einzelner Artikel – bei Einkäufen runden, was jedoch Zahlungen mit Geldkarten oder elektronische Geldbewegungen nicht betrifft.

Die Nationalbank begründet den Schritt mit Einsparungen. Analysen hätten gezeigt, dass die Ein- und Zwei-Forint-Münzen seit längerer Zeit immer weniger genutzt werden, da sie an sich keine besondere Kaufkraft darstellten. Ein Großteil der hergestellten Münzen gehe verloren und sei so nicht aktiv am Bargeldverkehr beteiligt. Andererseits habe sich der Weltmarktpreis von Metallen stark erhöht. Die Herstellung der Münzen bedeute also hohe Mehraufwendungen.

Morddrohungen gegen ungarischen Journalisten

Budapest – Ein Journalist der ungarischen Nachrichtenagentur MTI ist vermutlich von Rechtsextremen am Leben bedroht worden. Nachdem ein rechtsextremistisches Internetportal In Ungarn sein Foto und seine Erreichbarkeit veröffentlicht hatte, erreichten ihn auf dem Handy und seiner E-Mail-Adresse Schmähanrufe und -Mails, darunter auch Morddrohungen. Das Internetportal hatte lügnerische Behauptungen und Verleumdungen über den Agenturjournalisten veröffentlicht, schreibt die Agentur. Er gehöre zu dem Team, das regelmäßig über Straßenproteste, Kundgebungen und Störungen der öffentlichen Ordnung berichtet. Vermutlich sei er deshalb ins Blickfeld der Rechtsextremen geraten.

In einer Stellungnahme betont MTI, dass der Journalist objektiv und unparteiisch über Ereignisse berichtete und mit seiner Arbeit Dienst an der Öffentlichkeit leistet. Er werde seine Arbeit fortsetzen und sich nicht einschüchtern lassen. Zugleich werde er mit Hilfe der Nachrichtenagentur rechtliche Schritte einleiten.

Motorboot mit acht Menschen an Bord gekentert – ein Toter

Budapest – Ein Motorboot mit acht Menschen an Bord ist am Freitagmittag auf der Donau in Budapest gekentert. Sechs Menschen konnten sich nach Angaben der Feuerwehr ans Ufer retten. Einen Menschen befreite die Feuerwehr aus zu zwei Dritteln unter Wasser liegenden Boot. Die Retter bohrten ein Loch in die Bootsnase, die aus dem Wasser herausragte, und holte den Mann heraus, der unter dem Bootskörper eingeklemmt war. Ein Mann ertrank bei dem Unglück, das sich an der Ostseite der Csepelinsel ereignete. Taucher fanden seinen Leichnam.

Heirat in frühchristlichen Gemäuern

Pécs – Eine weit größere Rolle als die verstaubter musealer Orte sollen die frühchristlichen Gemäuer in der südungarischen Komitatsstadt Pécs (Fünfkirchen) übernehmen. Nach der umfassenden Restaurierung der Grabstätten, die im Frühjahr abgeschlossen wurde, öffnet sich das Weltkulturerbe jetzt für ein neues Publikum: Kürzlich gab sich in der Cella Septichora das erste Brautpaar das Ja-Wort.

Das rund 1600 Jahre alten Bauwerk, dessen unterirdische Überreste gesichert, mit einem Glasdach versehen und mit sieben Grabkammern der Öffentlichkeit übergeben wurden, hatten die Römer einst auf dem christlichen Friedhof als Kapelle zu bauen begonnen, doch seinerzeit nicht vollendet. Seit der Wiedereröffnung besuchten rund 40 000 Menschen die Ausgrabungen, erfuhr die „Balaton Zeitung“ von der Pécs/Sopianae Örökség (Erbe) GmbH.

In Vorbereitung auf das Jahr 2010, in dem Pécs Kulturhauptstadt Europas sein wird, sollen weitere historische Stätten mit Leben erfüllt werden. Unter anderem sollen Innenhöfe historischer Gebäude von Pécs Schauplätze kultureller Veranstaltungen werden.