EU über Anschläge auf Roma in Ungarn besorgt

Die jüngsten Mordanschläge auf Roma in Ungarn haben auch die EU auf den Plan gerufen. Der EU-Kommissar für Chancengleichheit, Vladimir Spidla (Tschechien) brachte seine tiefe Sorge über die „in Ungarn und anderen europäischen Mitgliedstaaten der EU“ in jüngster Zeit verübten Angriffe gegen die Roma-Gemeinschaft. In seiner in Brüssel veröffentlichten Erklärung vertrat er nach einem Bericht der Nachrichtenagentur MTI die Auffassung, dass „den Anzeichen nach in gewissen Mitgliedsländern die Roma Ziel organisierter rassistischer Gewalt geworden sind“. Er fügte hinzu, dass die Gewalt von „politischem Populismus, Hassreden und übertriebenen Medienkampagnen“ geschürt werde. „In einigen Fällen wurden die Roma zu Sündenböcken für breitere gesellschaftliche Probleme gemacht“, heißt es in der Erklärung.

In der Nacht zum Montag dieser Woche wurden in Tatárszentgyörgy (Komitat Pest) ein Roma-Vater und sein vierjähriger Junge kaltblütig mit einer Schrotflinte ermordet, als sie aus ihrem brennenden Haus flüchteten. Zuvor war das Feuer offenbar durch einen Molotow-Cocktail verursacht worden. Die Polizei begann erst Stunden nach dem Überfall Ermittlungen wegen Mordes. Zuvor hatte sie öffentlich erklärt, dass es sich um einen Unfall handelte. Diesem Verbrechen waren in den vergangenen Monaten zahlreiche Anschlage vorausgegangen.

Massenpanik in Budapest

Sturm am Stephanstag forderte in Ungarns Hauptstadt drei Todesopfer

In Budapest hat der Stephanstag am 20. August ein tragisches Ende genommen. Sekunden nachdem die ersten Raketen des traditionellen Feuerwerks ihr Himmelsspektakel entfachten, zog ein heftiger Sturm auf und löste eine Massenpanik unter den hunderttausenden Besuchern aus.

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Bedeutend weniger Verkehrsunfälle in Ungarn

Das Anfang vorigen Jahres verkündete Motto „Null Toleranz“ bei Verkehrsverstößen zeigt in Ungarn offenbar Wirkung. Die Zahl der Verkehrsunfälle ging bedeutend zurück. 2008 ereigneten sich 7 Prozent weniger Crashs als im Vorjahr, berichtet das Zentrale Statistische Amt am Mittwoch.

Noch deutlicher verbesserten sich die Zahlen der Toten und Verletzten durch Verkehrsunfälle. Der Statistik zufolge gab es 19 Prozent weniger Unfälle mit Toten und 10 weniger mit schwer Verletzten. Insgesamt starben 996 Menschen bei Verkehrsunfällen, 236 weniger als im Jahr zuvor. Mehr als 19 000 wurden bei insgesamt 26 000 Verkehrsunfällen verletzt. Gestiegen ist einzig die Zahl der Zusammenstöße zwischen Bahnfahrzeugen und Autos. Es gab 17 derartige Fälle, ein Zuwachs um 27 Prozent.

Die Zahl unter Alkohol verursachten Unfälle ging um 18 Prozent zurück, wobei aber immer noch bei 12 Prozent der Unfälle Alkohol eine Rolle spielte. 74 Prozent der bei Unfällen getöteten Fahrer und 62 Prozent der vorn sitzenden Beifahrer waren nicht angeschnallt. Bei Unfällen auf der Autobahn waren 38 Prozent der Verletzten Ausländer.

Balaton wieder populärer

Das Internet ist der Gegner der Nepper vom Balaton

Ganz erstaunlich ist in dieser Saison die starke Nachfrage unter Ungarn nach dem Balaton, vor allem nach dem aus der Hauptstadt leicht erreichbaren Südufer. Soviel Zulauf hat der See, dass für die Zeit der Hauptsaison die notorischen Klagen verstummten, die wegen des stetigen Rückgangs des Fremdenverkehrs am Balaton seit Jahren erhoben werden.

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Roma-Mord – Zehn Millionen für Spur zum Täter

Nach dem Doppelmord im Roma-Wohngebiet von Tatárszentgyörgy (Komitat Pest) hat die Polizei eine Prämie von zehn Millionen Forint (etwa 35 000 Euro) für Hinweise auf den Täter ausgesetzt. Bei einem Hausbrand waren in dem Dorf südlich von Budapest ein 27-jähriger Familienvater und sein 4-jähriger Sohn erschossen worden, als sie vor einem Feuer aus ihrem Haus flüchteten.

Erhebliche öffentliche Kritik musste sich nach dem Mord, der für viele wie eine Hinrichtung aussah, die Polizei gefallen lassen. Sie war zunächst von einem Unfall ausgegangen. Erst nachdem Verwandte der Opfer die Polizei auf Patronenhülsen, Schrot-Munition und andere Spuren aufmerksam gemacht hatten, begannen Medienberichten zufolge ernsthafte Ermittlungen und genaue Untersuchungen des Tatortes.

Der Fall löste landesweit Entsetzen und Diskussionen über den Mord und die zunehmenden Spannungen zwischen der Bevölkerungsmehrheit und der ethnischen Minderheit aus. „Erst wurde ein Molotow-Cocktail ins Haus geworfen, dann der flüchtende Vater und das Kind erschossen“, sagte die Europa-Abgeordnete Viktória Mohácsi, selbst eine Roma. Sie nannte es skandalös, dass die Polizei am Montagvormittag noch nicht bereit war einzugestehen, dass es sich um Mord handelt. Die Tat war kurz nach Mitternacht geschehen.

Im vorigen Jahr wurden in Ungarn zwölf Anschläge auf Roma mit mehreren Toten und Verletzten registriert. Im vorliegenden Fall zog die Nationale Ermittlungsbehörde die Ermittlungen an sich.