Baustopp für Autobahntunnel aufgehoben

Nach einem zweimonatigen Baustopp hat die Bergbaubehörde in Pécs die Fortsetzung des Tunnelbaus nahe Bátaszék (Komitat Baranya) an der Autobahn M6 Budapest-Pécs-Kroatien wieder genehmigt. Die Arbeiten waren zeitweilig untersagt worden, nachdem in der Folge starker Regenfälle am 24. Juli ein etwa hundert Meter langer Abschnitt eines Tunnels eingebrochen war und Anfang August ein weiterer Einsturz folgte. Auf den betroffenen Abschnitten muss nun eine veränderte Technologie mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen zum Einsatz kommen, schreibt die Behörde Medienberichten zufolge vor. Die für die Erreichbarkeit von Pécs wichtige Verkehrsverbindung soll zum Jahr der Kulturhauptstadt Europas 2010 fertig gestellt werden.

Noch zwei Jahre bis zur Wiedergeburt des Balaton

Derart betont optimistisch gibt sich Dr. Tamás Suchmann, der Vorsitzende der Entwicklungsgesellschaft am Plattensee.

Nun, schon viele dieser Töne hat man vernommen, und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Nicht mehr nur ein Wasserreservoir soll der Balaton fortan sein, sondern ein sprudelnder Quell des Lebens, wie ihn unsere Urgroßmütter noch erlebt haben, so Dr. Suchmann laut siofokinapilap.hu. Allerdings müßten noch einige zehn Milliarden Forint in das Urlaubsgebiet investiert werden. Woher dieses Geld kommen soll, blieb leider teilweise offen. Zu viele Mittel flössen zur Zeit in Ungarns Straßenausbau.

Nicht Massentourismus sei das Ziel, sondern eine gesunde Entwicklung, hin zu zwischen zehn und zwölf Einrichtungen am Balaton, in denen rund um das Jahr Thermal- und Wellnessangebote auf die Gäste warteten. Dazu gehöre natürlich auch, daß interessante Läden und gepflegte Restaurants Sommer wie Winter zur Verfügung stünden. Noch etwas: Der in der Region ab dem 19. Jahrhundert vorherrschende uniformierte Baustil müsse langsam Häusern weichen, die ihrer Art nach ein mediterranes Flair, an die Adriaküste erinnernd, vermitteln könnten. Auch werde man seinen verdienten Urlaub dann hier zu gleichen Preisen wie dort, eher noch billiger, verbringen können.

Parlamente unterstützen Kulturhauptstadt-Projekt

Die Kulturhauptstädte Essen/Ruhrgebiet, Pécs/Fünfkirchen und Istanbul erhalten prominente Unterstützung: Bei einem Treffen in Pécs stellten sich am Samstag Bundestagspräsident Norbert Lammert, die Präsidentin der Ungarischen Nationalversammlung Katalin Szili und der türkische Parlamentspräsident Köksal Toptan hinter die Projekte der Kulturhauptstädte 2010. Sie bekräftigten damit ihre Absicht zur Zusammenarbeit, die sie bereits bei bilateralen Treffen formuliert hatten, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung. Dabei hoben sie die Bedeutung der kulturellen Vielfalt und der kulturellen Zusammenarbeit zwischen den Völkern hervor.

Eine neue Dimension soll die bisherige Zusammenarbeit ihrer Völker und Parlamente ergänzen, erklärten die Parlaments-Chefs. Die Parlamente der drei Staaten unterstützen mit ihren eigenen Mitteln Vorbereitung und Realisierung des Projektes Kulturhauptstadt Europas 2010 Pécs – Essen/Ruhr – Istanbul.

Im Gespräch mit der „Balaton Zeitung“ hob Lammert hervor, „wie zahlreich die Verbindungspunkte zwischen dem Ruhrgebiet und Pécs sind“. Gerade in diesem Teil Ungarns sei die deutschsprachige Minderheit in besonderer Weise vertreten und habe das kulturelle Leben dieser Stadt und dieser Region über Jahrhunderte hinweg mitgeprägt. Lammert kündigte an, „ganz sicher“ wieder nach Pécs zu kommen. Er wolle sich „spätestens 2010 selbst einen Eindruck von den Aktivitäten verschaffen“, fügte er hinzu. „Und ich hoffe insbesondere, dass wir dann 2010 sowohl im Ruhrgebiet wie in Istanbul wie in Pécs jeweils zu dritt wieder einige der Gemeinschaftsaktivitäten vielleicht auch begleiten können, die bis dahin auf den Weg gekommen sind.“

Berüchtigte Luxusimmobilie in Balatonaliga wird neu bebaut

Jahrzehntelang war der sogenannte „Club Aliga“ ein absoluter Medienrenner. Der neue Besitzer will dort spätestens 2010 umfangreiche Investitionen vorantreiben.

Nicht nur János Kádár besaß im Club eine Villa, auch andere Parteigrößen sonnten sich in Aliga am Strand. 1943, mitten im 2. Weltkrieg, begann man dort unter dem Namen „Montecarlo“ mit dem Bau von Luxusanwesen. Da man später einen Teil des Ufers aufschütten wollte, wurden die Arbeiten eingestellt. 1948 gefiel dem damals stellvertretenden Regierungschef, Mátyás Rákosi, die Gegend so gut, daß er die dortigen Bewohner kurzerhand umsiedeln und deren Häuser abreißen ließ. Die daraufhin errichteten Neubauten wurden an Parteigrößen verteilt, niemand widersprach. Neben Kádár bezog auch Rákosi seine streng bewachte Villa, von der aus mit Scheinwerfern das nahe Ufer aus Sicherheitsgründen ausgeleuchtet wurde. Das Gelände in Aliga war in zwei Zonen aufgeteilt. In Aliga I verbrachten die Parteiangestellten ihren kostenfreien Urlaub, während Aliga II nur den Größen vorbehalten war, wo Ärzte die gereichten Speisen vorkosten mußten. Auch ausländische Staatsgäste gaben sich dort die Klinke in die Hand: Chrustschow, Fidel Castro, Tschu-en-Lai oder Erich Honecker.

Seit 1995 wurde mehrfach versucht, die gesamte Immobilie zu verkaufen, was letztendlich gelang. Das Gelände umfaßt 50 Hektar Park, eineinhalb Kilometer Balatonufer und Strände in Fußballfeld-Abmessungen.

Raupeninvasion bei Trockenheit

Im Norden Ungarns sind die größten Schäden zu erwarten

In der Gegend von Gödöllo schlüpfen die Raupen des Wollspinners schon seit zwei Wochen, in dem kühleren Bükk-Gebirge erst seit wenigen Tagen. In niederschlagsarmen Jahren muss öfter mit der Invasion der Schädlinge gerechnet werden.

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