Menschenraub: Anklage gegen drei Polizisten

Nyíregyháza – Drei Polizisten aus Kisvárda im Nordosten Ungarns sind jetzt zusammen mit vier Zivilisten wegen Menschenraubs beim Komitatsgericht von Szabolcs-Szatmár-Bereg angeklagt worden. Sie waren beim illegalen Zigarettenhandel von ihren „Partnern“ betrogen worden und hatten deshalb einen von ihnen entführt und damit zur Deckung ihres „Schadens“ 300 000 Forint (etwa 1200 Euro) erpressen wollen, berichtet die Zeitung „Magyar Nemzet“.

Die drei Polizisten sind bei der Polizei-Hauptmannschaft von Kisvárda beschäftigt, sagte Gerichtssprecher László Szilágyi. Die Angeklagten dürfen bis zur Verhandlung ihren Wohnort nicht verlassen. Ein achter Mann, der in diesem Verfahren Angeklagter des Amtsmissbrauchs und der Begünstigung angeklagt ist, bleibt auf freiem Fuß.

Der zur Verhandlung stehende Menschenraub war im Mai dieses Jahres verübt worden. Eine andere Bande hatte mit Papier ausgestopfte Zigarettenschachteln statt Tabakwaren geliefert. Bei der Übergabe des Lösegeldes für die Geisel fasste die Polizei zunächst vier Leute, die anderen vier wurden bei der anschließenden Fahndung festgenommen.

Schlimme Unfallstatistik in Ungarns Straßenverkehr – zu wenig Polizei

Budapest – Die rasant wachsende Zahl der Verkehrsopfer in Ungarn hat nach Meinung von Experten eine wesentliche Ursache in vergleichsweise zu schwacher Kontrolle. Unter den EU-Staaten bestehe in Ungarn für einen Raser, für alkoholisierte Fahrer oder solche, die den Sicherheitsgut nicht anlegen, die geringste Aussicht, erwischt zu werden, schreibt die Zeitung „Magyar Hírlap“. Nach einer Berechnung auf der Basis der Zahl der Führerscheine und der Verkehrspolizisten würde etwa ein betrunkener Fahrer 300 Kilometer weit fahren müssen, um in eine Kontrolle zu geraten.

Um eine ähnliche Verkehrssicherheit wie in den entwickelteren EU-Staaten zu erreichen, müsste die Zahl der Verkehrspolizisten verdreifacht und die der Messstellen versechsfacht werden, heißt es weiter.

Seit der Jahrtausendwende ist die Zahl der Verletzten bei Verkehrsunfällen um etwa 20 Prozent, die der Todesfälle um 5 Prozent gestiegen. Anders in den 90er Jahren: Innerhalb eines Jahrzehnts halbierte sich die Zahl der Verkehrsopfer. Den Grund für die damals günstige Entwicklung sehen die Experten vor allem in der Einführung der Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern in Ortschaften und der obligatorischen Nutzung des Abblendlichts auch am Tage.

Balaton: Saison erinnert an die Sommer vor zwei Jahrzehnten

Siófok – Die Gästeschar am Balaton ist so groß wie seit langem nicht. Sie erinnert an die Sommer vor 15 bis 20 Jahren, heißt es in einem Bericht auf der Homepage des Unabhängigen Balaton Multimedia Zentrums. Die Meinungen über die Ursachen für den Strom von Touristen gehen auseinander: Die einen sehen sie im außergewöhnlichen Sommerwetter, andere halten die nach ihrer Auffassung objektive Berichterstattung über den Plattensee für den Grund, dass die Ungarn zurückkommen. Auch das Gastgewerbe sei mit den Preisen nicht abgehoben.

Allerdings gibt es auch Anzeichen dafür, dass die Zahl der ausländischen Urlauber zurückgegangen ist. Zwar seien seit der vergangenen Woche mehr Autos mit ausländischen Nummern am Südufer des „ungarischen Meeres“ zu sehen, heißt es in dem Bericht. Ein Geldwechsler wollte jedoch beobachtet haben, dass in diesem Jahr nur halb so viel Ausländer am Plattensee Urlaub machen wie im Vorjahr.