Pfusch am Besucherzentrum des Weltkulturerbes in Pécs

Pécs – Nur drei Monate nach der feierelichen Übergabe eines Besucherzentrums für die frühchristlichen Grabkammern in Pécs (Fünfkirchen) kritisiert die ungarische Presse gravierende Baumängel an der 1,5 Milliarden Forint (6 Millionen Euro) teuren Anlage. Selbst die glatten Betonwände seien von einem miserablen Niveau, schreibt die Regionalzeitung „Dunántúli Napló“. Stellenweise mussten sie mit Zement verschmiert werden. An weiß gekalkten Mauerteilen bildete sich durch erhöhte Luftfeuchtigkeit Schimmel.

Die Fremdenführer beklagen, dass neben den beachtlichen architektonischen Leistungen an der Stätte des Weltkulturerbes ärgerliche Mängel hervortreten, die „einer der attraktivsten Sehenswürdigkeiten der künftigen Kulturhauptstadt unwürdig sind“. Das begehbare Glasdach über dem zentralen Objekt, der Cella Septichora, ist überaus schmutzig, schreibt die Zeitung. Eine Reinigung ist unmöglich, weil sich der Staub größtenteils zwischen den Scheiben befindet, aus denen das Dach besteht. Zudem entsteht unter dem Glas ein Treibhauseffekt, bei dem die Temperatur kaum zu ertragen und die Luftfeuchtigkeit sehr hoch ist. Die Klima-Anlage bleibt vorerst ohne Wirkung.

Beim letzten großen Regen sei Wasser in das Glasdach eingedrungen, sagte der Geschäftsführer der Gemeinnützigen Gesellschaft Pécs/Sopianae Erbe, Jenõ Ujvári, der Zeitung. Das verantwortliche Unternehmen werde die Fehler im Rahmen der Garantie so weit als möglich beheben. Ujvári forderte zudem Video-Überwachung, da auch durch Wandalismus schwere Schäden entstünden.

Australisches Unternehmen sucht nach Uran in Ungarn

Pécs – Für die Erkundung von Uranvorkommen in Ungarn wird das australische Unternehmen WildHorse in diesem Jahr 2,5 Milliarden Forint (etwa 10 Millionen Euro) investieren. Wichtiger Bestandteil des Programms wird die Suche nach Uran im Grenzgebiet der Komitate Tolna und Baranya aus der Luft sein, sagte der Chef des Wildhouse-Büros in Pécs, András Barabás, der Zeitung „Dunántúli Napló“.

Nach Auskunft der Bergbaubehörde in Pécs haben Vertreter des Unternehmens für acht verschiedene Gebiete Schürfrechte beantragt und auch erhalten. Nach Auswertung der geplanten Untersuchungen und Bohrungen könne das Unternehmen Vorschläge zum Abbau unterbreiten. Daraufhin wird die Behörde über die Erteilung der Fördererlaubnis entscheiden.

In den Uranschächten des Mecsek-Gebirges sind nach deren Schließung vor zehn Jahren einer Untersuchung zufolge noch mehr als 18 000 Tonnen Erz geblieben. Außerdem gibt es noch weitere 13 000 Tonnen unter der Erde in Südtransdanubien. Meistversprechende Vorkommen sind das von Dinnyeberki (westlich von Pécs) sowie das im Raum Bátaszék, das nicht zur Mecsek gehört. Die Fachleute sind geteilter Meinung darüber, ob sich ein Neubeginn des Uranbergbaus in Ungarn lohnt.

Mücken-Bekämpfung am Balaton begonnen

Síófok – Am Balaton hat die Bekämpfung der Mücken begonnen. Die ersten Flugzeuge stiegen am frühen Mittwochabend vom Siófoker Flugplatz auf, um auf einem Uferstreifen von 150 bis 300 Meter Breite Chemikalien gegen die Quälgeister zu sprühen, berichtet die Nachrichtenagentur MTI. Die Prozedur wird an den beiden Folgetagen morgens und abends fortgesetzt.

In diesem Jahr begannen die Lufteinsätze gegen Mücken einen Monat später als im Vorjahr. Von jetzt an wird wöchentlich einmal die Zahl der Mückenstiche festgestellt und danach die Wiederholung der Einsätze bestimmt. Auf Antrag von 43 Selbstverwaltungen am Balaton erfolgt die Bekämpfung auf 5 640 Hektar Fläche.

José Carreras kommt nach Pécs

Pécs – Das Jahr der Kulturhauptstadt (2010) wirft seine Schatten voraus: Am 30. August gibt José Carreras ein Konzert auf der Freilichtbühne im Expo Center von Pécs (Fünfkirchen). Dabei wird er von der Pannon Philharmonie begleitet.

Es sei eine Freude für ihn, dass er die Stadt besuchen kann, die mit dem Titel Kulturhauptstadt Europas geehrt wurde, sagte Carreras in einer Videobotschaft aus Barcelona. Er vertraue darauf, dass das Programm mit dem Titel Mediterraner Abend neue Anhänger für die ernste Musik wirbt und dass jene, die an dem Augustabend ihm zuliebe nach Pécs pilgern, später auch den bis 2010 entstehenden Konzertsaal regelmäßig besuchen werden.

Da der Tenor in diesem Sommer an keinem anderen Ort Mitteleuropas auftrete, erwarte Pécs auch eine bedeutende Zahl von ausländischen Gästen zum Konzert, kündigte Vizebürgermeister Tibor Gonda an. Die Karten für den Saison-Höhepunkt gelten nach internationalem Maßstab als preiswert. Sie sind für 7 900 bis 14 900 Forint (etwa 32 bis 60 Euro) erhältlich.