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Milliardenprogramm für Radfahrer in Ungarn

Budapest – Radfahren soll in Ungarn während der nächsten sieben Jahre bedeutende Unterstützung erhalten. 56 Milliarden Forint (etwa 224 Millionen Euro) – vor allem aus EU-Mitteln – bewilligt die Regierung für das Programm Rad fahrendes Ungarn. Das Programm zur Popularisierung des Radfahrens und der Erweiterung des Radwege-Netzes wurde gemeinsam von mehreren Ministerien und Zivilorganisationen ausgearbeitet, berichtet die Zeitung „Népszava“. Gemeinsam mit der Hauptstadt fördert das Verkehrsministerium die Kampagne „Mit dem Stahlross zur Arbeit“.

Mehrere Fälle von Hirnhautentzündung in Ungarn

Budapest – In Ungarn treten derzeit verstärkt Fälle von Hirnhautentzündung auf. Als wahrscheinliche Ursache vermuten Mediziner Medienberichtenberichten zufolge das Trinken ungekochter Ziegenmilch. Das Krankenhaus in Zalaegerszeg weiß nach Angaben des leitenden Chefarztes der Infektionsstation, Pál Ribiczey, von 17 Fällen. Auf die Station aufgenommen wurden bisher 14 Patienten. Bei allen Kranken handelt es sich um junge Erwachsene.

Im Nachbarkomitat Vas werden zwei Patienten mit Symptomen von Hirnhautentzündung behandelt. Sie sind schwer, aber nicht lebensbedrohlich erkrankt.

Die Ziegenzucht, aus der die möglicherweise infizierte Milch stammt, wurde unterdessen geschlossen. Blutproben von den etwa 100 Tieren wurden zur Untersuchung ins Epidemologische Institut nach Budapest geschickt. Ein Ergebnis ist jedoch erst in einer Woche zu erwarten.

Ein Amtstierarzt machte darauf aufmerksam, dass die Milch nur in rohem Zustand infektiös sein kann. Gekocht ist sie unbedenklich. Da die vermutlich durch Zecken auf die Ziegen übertragene Krankheit bei den Tieren keine Symptome hervorruft, sei dem Züchter kein Vorwurf zu machen.

Lange Saison am Balaton

Siófok – Nach offiziellem Abschluss der Hauptsaison am Balaton vor über einer Woche hat die Zahl der Feriengäste kaum abgenommen. In Siófok sieht es aus, wie zur besten Urlaubszeit, berichtet das Unabhängige Balaton Medien Zentrum. Restaurants und Imbissstuben halten weiter geöffnet, weil die Gäste noch so zahlreich sind und auch Programme in großer Zahl das Publikum anlocken.

In diesem Jahr habe sich die allgemeine Ansicht nicht bestätigt, wonach die Ferienorte mit dem 20. August verwaisen. Lediglich der Partyturismus sei zu Ende gegangen, meinen die Vermieter. Dagegen suchten noch viele Familien Erholung in der Nachsaison. Hotels und Privatvermieter machen noch gute Geschäfte, was nach Ansicht von Fachleuten nicht nur dem guten Wetter zu verdanken sei.

„Die qualitativen Entwicklungen der zurückliegenden Jahre beginnen Früchte zu tragen“, sagte Henrik Hoffmann, Direktor des Hotels Residence. Gemeinsames Denken und Handeln zeigt sich darin, dass die Saison, wie es scheint, verlängert werden kann.“

Wissenschaftler: Stress lässt Ungarn früher sterben

Pécs – Um 33 Prozent ist die Sterblichkeit der ungarischen Männer zwischen 40 und 69 Jahren im Vergleich zum Jahr 1960 gewachsen. Jährlich sterben etwa 10 000 Männer im arbeitsfähigen Alter, weil sie mit ihren Sorgen nicht zurecht kommen, stellte der Chef des Instituts für Verhaltenswissenschaft an der Pécser Universität, János Kállai, fest. In Ungarn bedeute der chronische Stress eine immer größere Gefahr für Männer mittleren Alters. Als Ursache nannte der Experte in der Regionalzeitung „Dunántúli Napló“ einen Mangel an allgemeinem Vertrauen und ständige Unsicherheit.

In den zurückliegenden Jahren sei in Ungarn die Masse der ungelösten oder unlösbar erscheinenden Probleme, die hinter den Krankenzahlen stecken, sprunghaft gestiegen, fügte Kállai hinzu. Andererseits sei weder der Einzelne noch die Gesellschaft auf Lösung oder Behandlung der inneren Konflikte gebührend vorbereitet.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch: In den Komitaten südlich des Balaton hat sich die Sterblichkeit nach Herezinfarkten halbiert. Der Chefkardiologe des Komitatszentrums Szekszárd, Mihály Józan-Jilling sieht den Grund dafür eindeutig in der Existenz des Herzzentrums in Pécs, das rund um die Uhr Patienten aus Krankenhäusern der Region aufnimmt. Im übrigen Ungarn habe sich die Sterberate nach Infarkten kaum verändert.

Rekord: Zwei Ungarn durchschwimmen Balaton in Längsrichtung

Siófok – Das hatte es bisher noch nicht gegeben: Zwei junge ungarische Schwimmer haben am Donnerstag und Freitag voriger Woche den Balaton auf seiner Gesamtlänge von 77,4 Kilometern durchquert. Wie erst am Montag bekannt wurde, waren Zsolt Raffai (21) und Dániel Bolvári (28) unter geringer medialer Beachtung bei Keszthely in die Fluten des „ungarischen Meeres“ gestiegen. Nach einer Übernachtung in Ábrahámhegy brachten sie die Ultrastrecke bei Balatonkenese genau nach Plan hinter sich. Auch der oft recht launige Balaton spielte mit: Ein Sturm pflügte des Wasser nur während der Pause zwischen den beiden Etappen um.

„Wir wollten beweisen, dass unser Ziel erreichbar ist“, sagte Raffai der „Balaton Zeitung“ nach dem Rekordschwimmen. „Im kommenden Jahr wollen wir noch einmal starten. Dann gehen wir mit einer ganzen Gruppe die Distanz an, darunter sollen auch einige prominente Sportler sein.“ Nach den erheblichen Anstrengungen wollen die beiden Schwimmer jedoch vorerst für einige Tage das Wasser meiden.

Umarmung für zwei Millionen Forint

Balatonföldvár – „Liebe mich“, sagte die unbekannte Dame einem Deutschen im Morgengrauen am Balaton und verschwand nach einer kurzen Umarmung und einigen Streicheleinheiten mit dessen Wertsachen für fast zwei Millionen Forint (etwa 8000 Euro). Die Polizei vermerkt am Montag in ihrem Bericht über den dreisten Diebstahl in Balatonföldvár, dass der Mann das unerwartete Liebesangebot ausschlug und die Frau von sich stieß. Diese wiederum entfernte sich rasch vom Ort des Geschehens. Für sie waren aber offenkundig die wenigen Sekunden der Annäherung lange genug, um ihr eigentliches Ziel zu erreichen.