Kunstgegenstände aus der Nazizeit beschlagnahmt

Der Zoll in Ungarn hat in einem Mikrobus mit deutschem Kennzeichen Kunstgegenstände aus der Nazizeit gefunden und beschlagnahmt. Wie die Behörde am Donnerstag mitteilte, förderten die Zöllner einen Tischschmuck aus Marmor mit einem Bronzehund und einer deutschsprachigen Aufschrift, einem Hakenkreuz und dem SS-Zeichen zutage. Außerdem entdeckten sie noch eine Tischuhr aus dem Jahre 1938 mit der Aufschrift „Berlin-Lichterfelde SS Wettkampf“. Unter der Bekleidung des Fahrers steckte eine zweiläufige Pistole. Nach vorläufiger Expertenmeinung gehören die gefundenen Gegenstände zu den Kulturgütern, für deren Ausfuhr eine Genehmigung des Amtes für Schutz des Kulturerbes erforderlich ist. Sie repräsentieren einen Wert von fast 600 000 Forint (rund 2200 Euro). Gegen den Chauffeur wurde ein Verfahren wegen des Verdachts auf Schmuggel eingeleitet.

Weitere drei Jahre kein Landkauf für Ausländer

Jetzt scheint es offiziell: Ungarn will das Moratorium für den Kauf von Ackerland durch Ausländer für drei Jahre verlängern. Das teilte Landwirtschaftsminister József Gráf am Donnerstag auf der Pressekonferenz des Regierungssprechers in Budapest mit. Ungeachtet der Preiserhöhung für Grund und Boden in den letzten Jahren sei der Preis für Agrarflächen in Ungarn weiterhin nur halb so hoch wie der Durchschnitt der EU. Daneben sei auch das Bodengesetz, das die Bedingungen für den Landkauf festlegt, veraltet. Das Parlament werde am Montag über den Beschlussentwurf beraten, den dann Brüssel noch billigen müsse.

Rechtsextremistisches Lager in Ungarn wächst

In Ungarn bekommt das Lager der Rechtsextremisten immer mehr Zulauf. Das ergab eine Untersuchung des Instituts „Political Capital“ (Budapest), wonach der Anteil von potentiellen Rechtsextremisten innerhalb von nur sechs Jahren von 10 auf 21 Prozent der Bevölkerung stieg. Damit sei Ungarn in Europa eher die Ausnahme, die nicht die Regel bestätige, sondern ihr widerspreche.

Nach dem vom Institut ermittelten Index des Rechtsextremismus sei neben der Türkei in der Ukraine, Bulgarien und in Ungarn die Nachfrage nach ausgrenzenden, systemwidrigen, autoritären Ideologien und Lösungen am stärksten. Dagegen bestätigte die Untersuchung nicht die These, wonach sich die rechtsextremistische gesellschaftliche Basis in den letzten Jahren europaweit verbreitert habe. Während in einzelnen Ländern Osteuropas diese Tendenz tatsächlich zu beobachten sei, sei in Westeuropa die rechtsextreme Gefahr eher im Rückzug begriffen.

Höchste Alarmstufe – Neue Schneefälle angekündigt

Der Ausnahmewinter in Ungarn nimmt kein Ende. Am Mittwochabend löste der meteorologische Dienst des Landes die Rot gekennzeichnete höchste Alarmstufe für Teile im Westen und in der Mitte des Landes aus. Für die Nacht wurden starke Schneefälle und stürmischer Wind erwartet. Der Winterdienst bereitete sich auf Dauereinsatz vor und forderte die Menschen auf, nach Möglichkeit auf Autofahrten zu verzichten und zu Hause zu bleiben. Nach mehreren Schneefallgebieten, die bislang über das Land zogen, sind jetzt wieder 25 Zentimeter Neuschnee angekündigt. Wegen Sturms ist auch mit Verwehungen zu rechnen.

Wegen des hohen Salzverbrauchs in den zurückliegenden Wochen setzt der Winterdienst jetzt auch weniger effektives Streumaterial wie Sand und Schlacke oder die teurere Kalciumchloridlösung. Es drohe jedoch nicht die Gefahr, dass Engpässe beim Streumaterial entstehen.