Experte: Mehr für Fremdenverkehr tun

Ungarn muss nach Expertenmeinung mehr für die Entwicklung eines wettbewerbsfähigen touristischen Angebotes tun. Die mittel-osteuropäischen Länder, darunter Ungarn, hätten im vorigen Jahr mit neun Prozent mehr als der europäische Durchschnitt (sechs Prozent) von ihrem Fremdenverkehr verloren, sagte der stellvertretende Generalsekretärs der Welttourismusorganisation (WTO), Zoltán Somogyi, bei einer internationalen Touristikkonferenz im śüdwestungarischen Badeort Harkány (Komitat Baranya).

Der Ausweg könnten einerseits infrastrukturelle Entwicklungen, darunter das Qualitätsangebot von Thermalinvestitionen sein, die auch in Südwestungarn gut vorankämen. Andererseits gehe es um solche einzigartigen Produkte wie das Programm der Kulturhauptstadt Europas Pécs2010. Die Stadt sei sehr schön, das Programmangebot gut. Die Arbeit, die neben dem ungarischen auch internationales Interesse weckt, müsse fortgesetzt werden, forderte Somogyi. Nach Möglichkeit gelte es auch, die Investitionen für Qualitätsunterkünfte zu beschleunigen.

Schifffahrtssaison am Balaton beginnt

Die Balaton Schifffahrts AG eröffnet an diesem Osterwochenende die 164. Saison mit dem Start der ersten fahrplanmäßigen Linien am größten See Mitteleuropas. Zwischen Siófok und Balatonfüred sowie Badacsony und Fonyód beginnt der Verkehr zuerst. Daneben werden in Siófok, Balatonfüred und Keszthely von nun an die Vergnügungsschiffe täglich ihre Häfen verlassen. Im vorigen Jahr wurden Medienberichten zufolge 572 000 Fahrgäste auf den Linienschiffen befördert, während 148 000 Menschen für die Programm- und Ausflugsschiffe Tickets lösten. Die Fähren beförderten 868 000 Passagiere und beinahe 269 000 Fahrzeuge.

Renaissance-Gut in Ungarn eröffnet

Als bislang größte touristische Investition in Ungarn ist am Donnerstag das Renaissance-Gut in Bikal (Komitat Baranya) der Öffentlichkeit übergeben worden. Die landesweit einzigartige Anlage, die auch in Europa ihresgleichen sucht, versetzt ihre Besucher ins Mittelalter zurück.

Der Minister für territoriale Entwicklung, József Gráf nannte den thematischen Erlebnispark ein nachahmenswertes Beispiel, das nicht nur Schauplatz für traditionelles Handwerk, sondern auch Arbeitsplatz für jene sein kann, die die Landwirtschaft nach Strukturwandel freigesetzt hat.

Die Attraktion für 2,5 Milliarden Forint (rund 9,4 Millionen Euro) zeigt das Leben einer mittelalterlichen Stadt und eines Dorfes in der historischen Umgebung. Falkner lassen ihre Greifvögel fliegen und Ritterturniere beleben die Szene. Nach Angaben des Eigentümers wird schon am weiteren Ausbau der imposanten Anlage gearbeitet.

Weitere Informationen unter www.elmenybirtok.hu (leider nur in ungarischer Sprache)

Hotelpleite: Staat fordert Fördermittel zurück

Nur wenige Tage nach der Schließung des 4-Sterne-Hotels Casa Perla in Siófok hat die Nationale Entwicklungsagentur die 137 Millionen Forint (rund 514 000 Euro) Fördermittel zurückverlangt. Die Gelder hatte der erste Eigentümer im Jahr 2006 per Ausschreibung gewonnen.

Wie die Agentur im Zusammenhang damit erklärte, kann selbst teilweise mit staatlicher Unterstützung geschaffenes Vermögen innerhalb von fünf Jahren nicht veräußert, vermietet, zur Nutzung übergeben oder mit Krediten belastet werden. Diesr Zeitraum läuft im Fall Casa Perla erst am 13. Januar 2011 ab. Während des Zeitraumes und in der Zeit danach dürfen Charakter, Ziel und Realisierungsbedingungen des Projektes sowie das Eigentumsrecht der erworbenen Mittel bzw. der erneuerten oder erbauten Immobilie nicht verändert werden.

Vor etwa einem Jahr habe jedoch die Bank, die die Hotel-Investition kreditierte, das Unternehmen Bankconsult als Gewinner der Förderung, die spätere Casa Hotels GmbH, um ihr Eigentumsrecht gebracht und an die Siófok Invest GmbH übertragen. Dabei sei das Eigentumsrecht dieser Firma bis heute umstritten, da es nicht im Grundbuch eingetragen ist. Nach Angaben der Entwicklungsagentur kann so bei Nichterfüllung des Fördervertrages die Fördersumme reduziert oder auch die Förderentscheidung zurückgezogen werden.

Freie Fahrt auf Autobahn Budapest-Pécs

Die Autobahn M6 zwischen Budapest und dem Komitatszentrum Pécs ist seit diesem Mittwoch (31.3.) auf der gesamten Strecke durchgängig befahrbar. Ministerpräsident Gordon Bajnai und Verkehrsminister Péter Honig übergaben den mittleren Abschnitt zwischen Dunaújváros und Szekszárd (65,1 km) sowie die Fortsetzung auf 81 Kilometer Länge nach Bóly und Pécs (M60). Wie Medien berichten, fand Ungarn damit Anschluss an den Klub der Tausender, nämlich jene Länder in Europa, die über mehr als 1000 Kilometer Autobahn verfügen. Allein innerhalb der zurückliegenden acht Jahre hat das Land seine Autobahnstrecken verdoppelt.

Die Fahrzeit zwischen der ungarischen Hauptstadt und Pécs verkürzt sich durch die Autobahn durchschnittlich um eine Stunde. Verkehrsminister Honig erklärte, die 81 Kilometer lange Strecke zwischen Szekszárd und Pécs sei innerhalb von nur zwei Jahren gebaut worden, während vor Jahren die ersten 90 Kilometer der M7 (Budapest-Balaton-Kroatien) noch neun Jahre gedauert habe.