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Krise hemmt Zuwanderung nach Ungarn

Die Wirtschaftskrise wirkt sich nach Beobachtungen des Internet-Portals sonline.hu nachteilig auf die Zuwandererzahlen aus. Im Komitat Somogy seien in den ersten elf Monaten dieses Jahres für zehn Prozent weniger EU-Bürger Registrierungskarten ausgestellt worden als im gleichen Vorjahreszeitraum. Insgesamt erhielten 669 Ausländer aus EU-Staaten eine Registrierung.

Zugleich stieg aber die Zahl der Karten für den ständigen Aufenthalt auf mehr als das Dreifache, hieß es weiter. Der Grund dafür liegt darin, dass Ungarn schon länger als fünf Jahre Mitglied der EU ist und EU-Bürger eben nach fünf Jahren Aufenthalt in Ungarn dieses Dokument bekommen können.

Die von Unionsbürgern im Komitat Somogy beantragten Dokumente setzen einen ständigen Wohnsitz in diesem Komitat voraus, sagte der Leiter des Kundenbüros des Einwanderungs- und Staatsbürgerschafts-Amtes in Kaposvár, Sándor Szilágyi, dem Internetportal sonline.hu. Ihre Inhaber zahlen örtliche Steuern und beteiligen sich auch an anderen Lasten der Gemeinschaft. Andererseits sind sie berechtigt, an Versorgungsleistungen des Staates und der Selbstverwaltungen teilzuhaben.

„Die große Mehrheit der Antragsteller sind deutsche Staatsbürger, die gern einen bedeutenden Teil des Jahres in Somogy, in der Nähe der allgemein beliebten Bäder des Balaton verbringen“, fügte Szilágyi hinzu. „Auch die Rumänen, die Österreicher und die Holländer mögen unser Komitat. Aus den ungarisch besiedelten Regionen Siebenbürgens kommen die meisten, um hier zu arbeiten.“ Auch Anträge zur Familienzusammenführung seien nach wie vor charakteristisch.

Grüne Woche: Ungarn trumpft auf

Ungarn ist im kommenden Jahr Partnerland der Internationalen Grünen Woche Berlin. Vom 15. bis 24. Januar stehen beim bislang größten Auftritt des Landes neben der gesamten Agrar- und Lebensmittelproduktion touristische und kulturelle Highlights im Mittelpunkt der Präsentation, teilte das Landwirtschaftsministerium und das Marketingzentrum für Landwirtschaft (AMC) mit. Dafür hat Ungarn eine komplette Halle des Berliner Messegeländes belegt.

Insgesamt 38 Aussteller aus Ungarn präsentieren sich auf der Grünen Woche 2010, davon 34 Lebensmittelproduzenten und vier Dienstleistungsorganisationen. Deutschland ist für die ungarische Agrarwirtschaft der Markt Nummer eins. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich der Wert der auf den deutschen Markt gelangten Erzeugnisse verdoppelt und 2008 nahezu 860 Millionen Euro erreicht. 15 Prozent des gesamten ungarischen Agrarexports, der sich auf rund 5,7 Milliarden Euro beläuft, gingen nach Deutschland.

Ungarn beteiligt sich seit 1972 an der weltgrößten Verbraucherschau für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Auf der Eröffnungsfeier am 14. Januar wird Ungarns Landwirtschaftsminister József Graf sprechen.
Agrar- und Lebensmittelprodukte, Tourismus und Kultur werden während der gesamten Laufzeit der Messe den Auftritt des Partnerlandes bestimmen. Der 1.600 Quadratmeter große Ländergemeinschaftsstand ist als stilisierte Landkarte Ungarns mit der Darstellung bekannter Regionen gestaltet, in denen die Besucher eine „virtuelle Reise“ unternehmen und die ausgestellten Produkte und deren Hersteller kennen lernen können. Auf dieser Landkarte Ungarns sind die Sehenswürdigkeiten entsprechend ihrer tatsächlichen Lage zu sehen. Damit dies dem Besucher transparent präsentiert werden kann, wird eine Brücke bis in den nördlichen Landesteil Ungarns geschlagen.

Im südöstlichen Bereich werden typische ungarische Produkte wie frisches Gemüse, Paprika, Salami PICK und Zwiebeln aus Makó vorgestellt. Natürlich darf auch ein anderes typisches ungarisches Produkt nicht vergessen werden: Die Spirituosen werden in einer Schnapsbrennerei mit Schindeldachdekoration präsentiert. Im Pavillon wird auch ein Weinstand vorhanden sein, der die Weinregionen Szekszárd und Villány mit einer typischen Weinschenke der Region und entsprechender Dekoration vorstellt. Jeder Besucher ist eingeladen, die einzigartigen Weine dieser Region während der Messe zu verkosten. Tokaj, das vielleicht berühmteste Weingebiet Ungarns, wird mit einem Weinkeller vertreten sein. Im Nordosten der Karte werden das Gebirge und der Weinkeller stilisiert dargestellt werden.

Industrieproduktion in Ungarn weiter im Keller

Ein Nachlassen der Krise ist in Ungarn noch kaum erkennbar. Im Oktober lag die Industrieproduktion des Landes um 12,9 Prozent unter der des Vergleichsmonats vom Vorjahr. Das Produktionsvolumen wies ein Minus von 20,2 Prozent auf, teilt das Zentrale Statistische Amt in einer Vorabmeldung mit. Als kleiner Hoffnungsschimmer zeigt sich der Monatsvergleich: Bereinigt um Saison- und Arbeitstagfaktoren stieg der Index der Industrieproduktion im Oktober um 1,8 Prozent.