OTP Bank finanziert Windpark mit 16 Millionen

Ungarns Geschäftsbank OTP hat mit dem spanischen Energieunternehmen Renovalia Energy ein Finanzierungsabkommen über 16 Millionen Euro geschlossen. Mit dem Geld soll ein Windpark mit einer Kapazität von 15 MW im westungarischen Bálbona errichtet werden. Nach Angaben von Renovalia befinden sich die Anlagen im Bau und sollen im Laufe des Jahres ans Netz gehen. Rund 14.400 Haushalte könnten dann mit Elektrizität versorgt werden. In Györ betreibt Renovalia bereits einen Windpark mit einer Gesamtkapazität von 24 MW. Damit ist die spanische Firma einer der größten Produzenten für Windenergie in Ungarn.

Konzertsaal in Pécs teurer als geplant

Ein unsicherer Untergrund für den Bau des Konzertsaales in der Kulturhauptstadt Pécs2010 lässt das Projekt um mehrere hundert Millionen Forint teurer werden als ursprünglich geplant. Anstatt eines flachen Fundaments mussten hunderte Pfeiler in den Boden getrieben werden, berichten Medien. Nachdem der Auftragnehmer dafür 427 Millionen Forint in Rechnung stellen wollte, zahlt die Stadt jetzt aufgrund eines Gutachtens 234 Millionen (fast 860 000) für die zusätzlichen Arbeiten. Vor der Projektierung war der Untergrund nicht eingehend genug untersucht worden. Die Kosten lassen sich jedoch um 150 Millionen Forint weiter drücken, da bereits früher auf den Einbau einer zunächst vorgesehenen Orgel verzichtet wurde. Der Konzertsaal wird für EU-Mittel im Umfang von 5,2 Millilarden Forint erbaut.

Analysten erwarten höheres Budgetdefizit

Wie aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters deutlich wird, gehen Analysten aktuell von einem Anstieg des Budgetdefizits in Ungarn aus. Die Voraussage beläuft sich auf ein Defizit von 4,9 Prozent vom Bruttosozialprodukt . Noch vor vier Monaten waren von Analystenseite 3,9 Prozent veranschlagt worden. Die alte Regierung hingegen hatte kontinuierlich auf ihrem Defizitziel von 3,8 Prozent beharrt. Nach Expertenmeinung sei für die Ausweitung des Budgetdefizits entscheidend, inwieweit die neue Regierung für die Konsolidierung der Milliardenschulden staatseigener Betriebe aufkommen werde. Bei entsprechender Hilfe könnte sich das Budgetdefizit noch weiter auf bis zu 6 Prozent ausdehnen.

Balaton-Urlaub wird teurer

Balaton-Urlauber werden in diesem Jahr tiefer in die Tasche greifen müssen. Medienberichten zufolge steigen die Preise für Freibäder auf 400 bis 500 Forint (1,40 bis 1,80 Euro), was freilich zumeist noch unter deutschen Ticketpreisen bleibt. Tröstend ist auch, dass nur die Hälfte der Freibäder überhaupt kostenpflichtig ist.

Am teuersten wird es allerdings in Siófok, der heimlichen Hauptstadt des „ungarischen Meeres“. Am „großen Strand“ werden Erwachsene 990 Forint zahlen müssen. Das Esterházy-Freibad in Balatonfüred verlangt 780 Forint, wobei im Juni eventuell eine Erhöhung ansteht. Aus der Gemeinde Csopak wird mit 40 Prozent auf 600 Forint der höchste Preisanstieg für ein Badeticket gemeldet. Vielerorts sind jedoch den Preiserhöhungen, teils mit EU-Subventionen, sehenswerte Investitionen vorausgegangen.

Für den beliebten Lángos, das in Öl gebackenen Fladenbrot, soll an einzelnen Orten, wo die Verkaufsstände bereits geöffnet sind, erheblich im Preis nach oben gegangen sein. Ohne weitere Extras kostet er 300, mit Käse und Sauerrahm werden am Büffet 500 Forint fällig. Eine Kugel Eis geht wie in der Hauptstadt für 140 Forint über das Pult. Allerdings wird mit dem Preisanstieg mancherorts nur die Erhöhung der Mehrwertsteuer vom vorigen Jahr nachgeholt, die die Händer nicht eingepreist hatten.

Deutsche Investoren beurteilen Bedingungen in Ungarn positiver

Nach Meinung deutscher Wirtschaftsexperten haben sich die wirtschaftlichen Bedingungen für Investitionen in Ungarn generell verbessert, ohne jedoch positiv zu sein. Wie die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK) im Rahmen einer Umfrage unter 174 überwiegend deutschen Unternehmen festgestellt hat, habe das Vertrauen von Investoren in diesem Jahr gegenüber dem letzten Jahr deutlich zugenommen. Der Index sei jedoch immer noch negativ und liege aktuell bei -2,5 Punkten (2009: -29,5 Punkte). Im Jahr 2008 lag der Vertrauens-Index noch bei +7,9 Punkten. Großer Nachholbedarf besteht laut Wirtschaftsexperten bei der Korruptionsbekämpfung sowie bei einem transparenten Vergaberecht.