Alexander Zverev zieht positive Bilanz: «Sehr interessant»

Die ATP Finals gehen ohne deutsche Beteiligung zu Ende. Alexander Zverev hat sein drittes Halbfinale nacheinander in London verpasst. 2020 fasste der Tennisprofi mit den Worten zusammen: «Aus meinem Jahr kann man eigentlich einen Film machen.»

Auch nach dem verpassten Halbfinal-Einzug zum Saisonabschluss blickt Alexander Zverev zuversichtlich ins kommende Jahr.

«Es war generell ein relativ positives Jahr für mich. Ich habe viele neue Erfahrungen gesammelt», sagte der beste deutsche Tennisspieler nach seinem 3:6, 6:7 (4:7) bei den ATP Finals in London gegen Topstar Novak Djokovic: «Natürlich wollte ich ein paar mehr Matches gewinnen, vor allem die wichtigen und die großen. Aber es ist jetzt so wie es ist, und ich freue mich auf das nächste Jahr.»

In dieser Saison hatte der Hamburger zunächst bei den Australian Open sein erstes Grand-Slam-Halbfinale erreicht, dann stand er nach der monatelangen Pause aufgrund der Coronavirus-Krise bei den US Open erstmals in einem Endspiel bei einem der vier wichtigsten Turniere. Es gebe viel, worauf er aufbauen könne für 2021, meinte Zverev.

Bei den beiden kurzfristig ins Programm gehobenen Turnieren in Köln hatte Zverev im Oktober seine Titel Nummer 12 und 13 gefeiert. Beim Masters-Turnier in Paris bestritt der 23-Jährige vor den ATP Finals noch ein weiteres Endspiel. Private Schlagzeilen hatten das Sportliche aber in den Hintergrund gerückt.

Zunächst war bekannt geworden, dass seine Ex-Freundin Brenda Patea ein Kind von ihm erwartet. Dann warf ihm eine andere frühere Freundin, Olga Scharipowa, häusliche Gewalt vor. «Aus meinem Jahr kann man eigentlich einen Film machen», sagte Zverev. «Ich habe mehr erlebt als in den normalen Jahren glaube ich. Was Tennis betrifft, was das Leben trifft. Mein Jahr war sehr interessant.»

Um den letzten Tennis-Titel in diesem Jahr kämpfen die Top Vier der Weltrangliste, die am Samstag (15.00 Uhr/Sky) zunächst die Halbfinals bestreiten. Der serbische Weltranglisten-Erste Djokovic bekommt es mit dem österreichischen US-Open-Sieger Dominic Thiem zu tun. Der spanische French-Open-Sieger Rafael Nadal spielt gegen den russischen Weltranglisten-Vierten Daniil Medwedew. Er könne keinen Favoriten ausmachen, sagte Zverev vor den letzten zwei Tagen der ATP Finals.

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