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Umfrage: Krise schweißt Ungarn zusammen

Die internationale Finanzkrise schweißt die Ungarn zusammen. Ungeachtet heftiger Debatten zwischen den politischen Lagern stellte eine Umfrage nie gekannte Einheit bei der Beurteilung der Regierungsvorschläge zum Kampf gegen die Krise fest. Nach Ansicht der Mehrheit ist die Regierung nur in geringem Maße (31 Prozent) oder gar nicht (24 Prozent) dafür verantwortlich, dass die Krise Ungarn erreicht hat. Auch den Nationalen Gipfel als Form des Zusammenschlusses stimmt die Mehrheit der Wähler der Opposition überein. Das ergab eine repräsentative Meinungsumfrage, die das Meinungs- und Marktforschungsinstitut Medián im Auftrag der Zeitung „Népszabadság“ durchführte.

Die Auswirkungen der Krise auf Ungarn haben die Reizschwelle der ungarischen Öffentlichkeit erheblich überschritten, heißt es in den am Freitag veröffentlichten Umfrage-Ergebnissen weiter. 85 Prozent der Befragten erklärten, dass sie entsprechende Nachrichten kennen, und 82 Prozent konnten Anzeichen der Krise aus dem Kopf benennen. Die meisten erwähnten das Fallen des Forint (60 Prozent) und der Aktienkurse (40 Prozent). Allgemein herrsche Krisenstimmung, doch keine Panik.

Das Ergebnis sei nicht überraschend, da die wirtschaftlichen Erwartungen der Ungarn schon seit gut zwei Jahren sehr pessimistisch sind. Einen Zusammenbruch des ungarischen Bankensystems befürchten beispielsweise relativ wenige, das weitere Anwachsen der bedeutend überschätzten Inflation und der Arbeitslosigkeit aber nehme die Mehrheit für bare Münze. Nach allgemeiner Auffassung gefährde die Finanzkrise am ehesten das ungarische Wirtschaftswachstum. Die Hälfte der Befragten war der Meinung, dass die Krise mindestens ein Jahr lang eine solche Wirkung haben kann. Ihren eigenen Haushalt fühlen die Menschen dabei weniger gefährdet als einzelne Gebiete der Makrowirtschaft.