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IWF-Kredit spaltet Ungarn

Der IWF-Kredit zur Stützung der ungarischen Wirtschaft gegen die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise spaltet die Ungarn faktisch in zwei Lager. Zwar zeigt sich die Mehrheit damit einverstanden, dass Ungarn sich an den Währungsfonds um Hilfe wandte. Doch geteilter Meinung sind sie darüber, ob die gewährte Hilfe dem Land zum Vorteil oder Nachteil gereicht. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Median, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Konkret zeigten sich 63 Prozent der Befragten mit dem Hilfeersuchen einverstanden. Nur jeder zweite Befragte war der Meinung, dass die IWF-Mittel dem Land zum Vorteil gereichen, während ein knappes Drittel darin einen Nachteil sehen. Die meisten Wähler (64 Prozent) der größten Oppositionspartei (Fidesz) nannten es eine Schande, dass das Land in eine Situation geriet, in der es Hilfe von außen braucht. Von allen Befragten teilen 42 Prozent diese Ansicht.

Ungeachtet der internationalen Hilfe meinen die meisten, dass die Finanzkrise in Ungarn bis zu einem Jahr (27 Prozent) oder noch länger dauern kann. Als Auswirkungen sieht die Bevölkerung zahlreiche negative Folgen wie Anstieg der Arbeitslosigkeit (96 Prozent), Verlust an Kaufkraft der Einkommen (90 Prozent) und Bankrott vieler Betriebe (89 Prozent) voraus.