Qualifikation in Eifel – Rennleitung arbeitet an «Plan B»

Die Formel 1 will endlich auf dem Nürburgring loslegen. Der erste Trainingstag fiel komplett ins Wasser. Die Rennleitung prüft nun Alternativpläne. Sebastian Vettel & Co. wollen sich warmfahren.

Nach dem Reinfall mit der Absage gleich beider Formel-1-Trainings am Freitag will die Rennleitung so ein Szenario für das weitere Grand-Prix-Wochenende in der Eifel verhindern.

Die Wettervorhersage sehe für die weiteren Tage besser aus, sagte Renndirektor Michael Masi, «wir arbeiten aber auch an einem Plan B.» Das erste und zweite Freie Training auf dem Nürburgring waren nach Regen und Nebel gestrichen worden.

Ferrari-Pilot Sebastian Vettel nutzte die ungeplante Pause für Schwätzchen mit Vater Norbert oder Nachwuchspilot Mick Schumacher. Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton vertrieb sich die Zeit mit seinem Hund Roscoe und sichtete älteres Videomaterial über Regenrennen aus den vergangenen Jahren in der Eifel. «Es ist eine echte Herausforderung, wenn man weniger trainieren kann», befand der Engländer, der für die Qualifikation am Samstag (15.00 Uhr/RTL und Sky) als Favorit gilt.

Ausschlaggebend für die Absage des kompletten Trainingstages waren Sicherheitsgründe. Im Notfall muss der schnelle Abtransport eines Verunglückten in ein nahe gelegenes Krankenhaus gewährleistet sein. Die Nebelschwaden beeinträchtigten aber den Rettungshubschrauber. Konkrete Details der Pläne der Rennleitung beschrieb Masi nicht. Es soll aber wohl darum gehen, dass im Notfall ein Teil der Strecke ins Hospital auf der Straße und ein weiterer Teil des Transports über den Luftweg absolviert werden soll.

«Wahrscheinlich ist es für die Zuschauer am schlimmsten», meinte Vettel, 2013 beim letzten Grand Prix in der Eifel noch Sieger. 15 000 Tickets haben die Veranstalter in Corona-Zeiten verkaufen können. Bis zu 20 000 Fans auf dem Gelände wären genehmigt. Die Zuschauer bekamen auf dem Traditionskurs am Freitag aber keine PS-Action zu sehen.

«Das ist nicht ideal. Wir waren so lange nicht hier und haben die Chance verpasst, an unserem Auto zu arbeiten», haderte Vettel, dessen Helm in einer Sonderlackierung Nürburgring-Rekordsieger Michael Schumacher Tribut zollen soll. Die Wetterbedingungen in der Eifel seien aber ohnehin immer schwierig.

Wenn alles nach Plan läuft, können Vettel & Co. vor der Jagd nach dem besten Startplatz um 12.00 Uhr noch das einstündige Abschlusstraining zur Abstimmung ihrer Autos nutzen. Das würde natürlich auch die Fans freuen. WM-Spitzenreiter Hamilton will sich dann warmfahren, um am Sonntag (14.10 Uhr/RTL und Sky) zu gewinnen. Mit seinem 91. Karrieresieg würde der Brite mit dem bisherigen Rekordhalter Schumacher gleichziehen.

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