Omega – nach Rhapsody und Oratórium nun Testamentum

Am 26. November 2020 brachte die legendäre ungarische Rockband Omega ihr Album „Testamentum“ auf den Markt in Ungarn. Das erfreute einerseits die Fans im In- und Ausland, stimmte sie andererseits auch traurig. Denn erst kürzlich ereilten die Band mehrere Schicksalsschläge und es ist ungewiss, ob sie je wieder live zu hören sein wird.



Omega wurde 1962 aus zwei Schülerbands in Budapest gegründet und legte bis heute mit mehr als 50 Millionen verkauften Tonträgern eine beispiellose Erfolgsgeschichte hin. Das musikalische Repertoire der Band reicht von Hardrock und Progressive Rock über Beat bis zu New Wave. Einer der bekanntesten Klassiker ist die Ballade „Gyöngyhajú lány – Perlen im Haar“, von der bereits zahlreiche bekannte Coverversionen erschienen.

Am 18. November 2020 verstarb nun nach langer schwerer Krankheit der Keyboarder und Sänger László Benkő, eines der Gründungsmitglieder von Omega. Trotz seiner vor drei Jahren diagnostizierten Krankheit war er bis zum Schluss aktiv in der Band tätig. Lediglich beim Omega-Konzert 2017 in Bátorkeszi ließ er sich einmal vertreten. Henrik Havas schrieb in diesem Jahr unter dem Titel „Benkő Laci“ ein Buch über den hochgeschätzten Musiker, dessen Erscheinen er nun leider nicht mehr miterleben darf.

Der Bassgitarrist Tamás Mihály stieß 1967 zur Band und spielte bis 2014 mit Omega. Er verstarb nach schwerer Krankheit kurz nach Benkő am 20. November 2020. Nur wenige wissen, dass Tamás in den Anfangszeiten von Omega auch einer ihrer Sänger war und „The Legend of the Spanish Guitar“ sang. Das erste englischsprachige Album „Omega – Red Star from Hungary“ enthält zum großen Teil Titel, die von ihm gesungen wurden.

Am 12. November beklagte die ungarische Rockmusikwelt bereits einen schweren Verlust, als der legendäre László Nemes, Toningenieur und Roadie verschiedener Bands, infolge einer Infektion mit dem Coronavirus plötzlich verstorben ist. Er arbeitete u.a. mit Skorpió, Neoton und LGT zusammen. Auf dem Höhepunkt ihrer Erfolge tourte er mit Omega durch Europa und baute mit dem Omega-Sänger János Kóbor zusammen das Omega Studio, als erstes privates Studio des Landes, auf.

Die drei Musiker wurden im Kreise ihrer Familien beigesetzt. In der derzeitigen Situation sind größere Trauerfeiern nicht erlaubt. Zahlreiche Fans legten nach der Nachricht von Benkő Lacis Tod an dem ihm zu Ehren im Jahre 2014 in Budapest, gegenüber der Krisztina krt. 73 am Park Horváth kert gepflanzten Baum Blumen nieder. Tausende drücken in den Sozialen Medien ihre Trauer aus. Das Rockmuseum Budapest bewahrt das Andenken an die großartigen Musiker und benannte ihren Kammersaal in Nemes László Hall um.

Der Gründer der Omegafreunde in Deutschland widmete am 22. November eine vierstündige Sendung des Rockradios der Band Omega und unterhielt sich darin mit dem wohl bekanntesten Omega-Mitglied, dem von der Trauer überwältigten Sänger János „Mecky“ Kóbor.