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Mode selbst gemacht mit Nadel

Ob mit Strick-, Stick- oder Häkelnadel – selbst kreativ werden ist wieder angesagt. Nach den eigenen Vorstellungen etwas mit den eigenen Händen zu erschaffen, darum geht es der neu auflebenden „Do-it-Yourself-Bewegung“. Und die Mühe lohnt sich – am Ende erhält man ein Kleidungsstück, das garantiert niemand sonst in seinem Kleiderschrank hängen hat. Mit Boshi-Mützen und Loop-Schals wurden Handarbeiten bei Jung und Alt zum Trend. Den Markt freut es: Laut der Initiative Handarbeit konnte der Gesamtmarkt für Handarbeitsbedarf im Jahr 2012 ein Wachstum von stolzen 15 Prozent verzeichnen. Allein der Verkauf von Handstrickgarnen zum Stricken von Kleidung und Accessoires macht einen Anteil von 430 Millionen Euro aus. Einer Studie der GfK Nürnberg zufolge ist Handarbeit für 58 Prozent der befragten Frauen eine beliebte Freizeitbschäftigung, und wie die Initiative Handarbeit herausstellt, werden die Schaffenden immer jünger. Mittlerweile gelten die Produkte der Hobbyschneiderinnen im Kreis der „Do-it-Yourself-Bewegung“ als Qualitätskriterium.

Modetrend: ungarische Stickereien

Nicht nur die ungarische Mode mit ihren klassischen Trachten ist dabei eine Inspirationsquelle. Wie man auf dem Portal DaWanda sehen kann, sind ungarische Stickereien bei Hobbyschneiderinnen ein sehr beliebtes Motiv. Stickereien haben in Ungarn eine lange Tradition, besonders bekannt sind die mit Wollfäden bestickten Kissenüberzüge aus dem achtzehnten Jahrhundert. Für die Kissenrandstickereien verwendete man früher Garn aus der Wolle des langhaarigen ungarischen Schafes (racka juh = Zackelschaf), zur Färbung der Kissen kamen natürliche pflanzliche Farbstoffe zum Einsatz. Unterschieden werden bis heute verschiedene Stilrichtungen, die regional geprägt waren.

  • In der Gegend Debrecen waren Stickereien mit großen stilisierten Tulpen- und Rosenmotiven üblich.
  • Aus der Gegend von Hódmezővásárhely stammen Stickereien mit vergrößerten, nebeneinander gestellten und mit „Flachstichtechnik“ minuziös ausgeführten Blumenmotiven.
  • Die Stickereien von Orosháza und Umgebung sind denen aus Hódmezővásárhely sehr ähnlich, anstatt der Flachstichtechnik wurde jedoch die Kreuzstichtechnik angewendet.
  • Die Lochstickerei in Kalocsa begann mit rein weißen Farben, bis sich schwarze, blau-schwarze und dann der blau-rote Stil bei den Blumenmotiven durchsetzte.

Heute gilt die ungarische Stickerei als eine wahre Kunst, weshalb es kaum verwunderlich ist, dass sich die farbenprächtigen Motive auf modernen Kleidungsstücken wiederfinden. Alles, was man zur Anfertigung der Stickereien benötigt, sind eine robuste Sticknadel, hochwertiges Garn und ein Kleidungsstück oder -stoff der Wahl. Einen Überblick über die Charakteristika unterschiedlicher Stoffe bietet W6 Wertarbeit.

Für Stickanfänger/-innen eignet sich der einfache Kreuzstich zu Beginn am besten. Danach gibt es noch eine ganze Reihe an Stichtechniken, die mehr Fingerfertigkeit erfordern und mit denen sich anspruchsvollere Stickereien auf Kleidung und anderen Stoffunterlagen zaubern lassen. Auf http://www.coatsgmbh.de/ finden Einsteiger Stickanleitungen für verschiedene Schwierigkeitsgrade.