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Kanzler der Einheit in Budapest gewürdigt

Anlässlich des 85. Geburtstages des Bundeskanzlers a.D., Helmut Kohl, am 3. April 2015 lud das Institut für das 20. Jahrhundert und die Konrad-Adenauer-Stiftung am 2. Juni 2015 zur eintägigen internationalen Konferenz „Kanzler der Einheit – Deutschland und Europa“ nach Budapest ein.

Den würdigen Rahmen der Konferenz bildete der Festsaal der Budapester Redoute. Zahlreiche Teilnehmer aus vielen Ländern Europas verfolgten die interessanten Beiträge von Spitzenpolitikern, Historikern, sowie vom Ehrenvorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung, Bernhard Vogel und Andres Rödder, Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

In besonderer Weise bewegend waren die ehrenden Worte für Helmut Kohl vom österreichischen Bundeskanzler a.D., Wolfgang Schüssel. Er würdigte in seiner Ansprache die großen Verdienste des deutschen Kanzlers der Wende und erinnerte mit großem Respekt und Dankbarkeit daran, dass im Jahre 1989 auch alles ganz anders hätte kommen.

„Vergessen wir nicht, dass 1989 die sowjetischen Truppen sieglos aus Afghanistan abzogen, in China eine Studentendemonstration mit Panzern niedergeschlagen wurde, bis April 1989 Solidarność in Polen im Untergrund arbeiten musste, die Demonstrationen in Ostdeutschland immer heftiger wurden und dennoch friedlich blieben, im Jahre 1991 Gorbatschow als Präsident der Sowjetunion zurücktreten musste.“

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Wolfgang Schüssel reflektierte in seiner Ansprache auf die vorangegangenen Worte des ungarischen Ministerpräsidenten, Viktor Orbán, insbesondere auf seine Warnung vor der Aufnahme von Flüchtlingen. „Gerade als Christen ist es unsere Pflicht, nicht untätig zuzusehen, wenn Menschen in ihrer Verzweiflung vor den Grenzen Europas im Meer ertrinken.“ Außerdem begrüßte er ganz im Sinne von Helmut Kohl, dass Orbán bestätigte, die Einführung der Todesstrafe in Ungarn sei kein Thema mehr. Er verwies darauf, dass die Grundrechtecharta der Europäischen Union die Todesstrafe verbietet.

Der rumänische Staatspräsident a.D., Emil Constantinescu, würdigte die Bemühungen Kohls für den Eintritt Rumäniens in die EU.

Eine kleine Ausstellung in der Redoute würdigte mit Bildern, sowie Zitaten des Kanzlers und von internationalen Spitzenpolitikern das hohe Verdienst Helmut Kohls für die deutsche Einheit und für ein starkes Europa.