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Blattläuse bekämpfen – so funktioniert es

Sie sind gefräßig, sie zerstören nicht nur optisch, sondern sie gefährden auch wirtschaftliche Erträge: Blattläuse. Diese kleinen Insekten, die nur bis zu sieben Millimeter groß werden, können immense Schäden anrichten. Mehr als 800 verschiedene Arten leben in unseren Breiten – ob Grün, Rotbraun oder Schwarzbraun, kaum eine Pflanze ist vor ihr sicher. Doch es gibt Mittel und Wege, die der Gärtner unternehmen kann, um gegen diese Plage vorzugehen.

Der Sauger: Die Blattlaus vorgestellt

Die Blattlaus ist ein Sauger. Die meisten Arten sind ohne Flügel ausgestattet, jedoch mit einem Stechrüssel, der es ihr ermöglicht, die kohlehydratreichen Pflanzensäfte auszusaugen. Dadurch entstehen Saugschäden an Blättern und Trieben, aber auch Stamm und Wurzeln. Die Pflanze sieht nicht nur dreckig und fleckig aus, sie verkümmert, entwickelt nur verkrümmte Blätter und allgemein Kümmerwuchs. Sie kann bei starkem Verfall auch vertrocknen und absterben.

Doch die Blattlaus schädigt auch auf weiteren Wegen. Als Abfallprodukt scheidet das Insekt eine zuckerhaltige Lösung aus – Honigtau genannt – der wiederum andere Insekten wie Ameisen, Wespen und Honigbienen anlockt. Auch Schwärzepilze siedeln sich aufgrund des Honigtaus an, die die Photosynthese der Pflanze beeinträchtigen. Dadurch werden weitere Schäden an der Pflanze verursacht. Der dritte Weg, wie die Blattlaus dem Garten schadet, ist ihre Überträgerfunktion von Viren. Nach dem Blattlausbefall kann eine Viruserkrankung der Pflanze den Garaus machen.

Ist die Laus einmal da, ist sie schwer wieder wegzubekommen. Das Fatale an den Blattlauskolonien ist ihre explosionsartige Vermehrung. Wird ein Befall nicht erkannt, verbreiten sich die Insekten rasend schnell. Nach einigen Generationen können Exemplare mit Flügeln geboren werden, die auch größere Distanzen zurücklegen und damit weitere Pflanzen befallen können. Ehe sich der Gärtner versieht, ist der gesamte Garten ein Schlemmerparadies für zahlreiche Blattläuse.

Omas Tipps: Hausmittel für den Gärtner

Wer die Blattlaus im heimischen Garten entdeckt hat, muss nicht sofort zur chemischen Keule greifen. Omas Hausmittel können bei früh entdecktem Befall auch sehr hilfreich sein. In manchen Fällen hilft schon das regelmäßige Ablesen der Blattläuse. Auch kann ein kräftiger Wasserstrahl die Blattläuse von Stamm, Blüte und Co fegen. Eine naturverbundene Lösung ist mit Brennnessel getränktes Wasser. Die Pflanze sollte einfach einen Tag in Wasser eingeweicht werden (etwa ein Kilo auf zehn Liter Wasser). Dadurch gibt die Brennnessel ihr Nesselgift in das Wasser ab. Mit diesem können von Blattläusen befallene Pflanzen nun besprüht werden. Diese Kur muss jedoch mehrfach wiederholt werden, ist aber gleichzeitig extrem umweltschonend.

Ein anderes Hilfsmittel ist Schmierseife (ohne Zusätze), die mit Wasser gemischt werden kann. Auch hier werden befallene Pflanzen mit der Mischung besprüht. Die Wirksamkeit erhöht sich durch einen Löffel Spiritus. Die Schmierseifen-Lösung hinterlässt jedoch hässliche Flecken und sollte nicht bei optisch wichtigen Pflanzen angewandt werden.

Natürliche Bekämpfung: gefräßige Feinde

Auch die Blattlaus hat Feinde. Wer diese gezielt in seinem Garten ansiedelt, kann dadurch einen Befall verhindern oder stoppen. Einer dieser Feinde ist der Ohrenkneifer. Er benötigt lediglich einen Unterschlupf in der Nähe der Kolonie. Ein verkehrt herum aufgestellter Blumentopf mit Holzwolle gefüllt ist das beste Heim für den Käfer und lockt ihn magisch an. In der Nacht geht er dann auf die Jagd nach Blattläusen. Weitere natürliche Feinde des schädlichen Insekts sind Marienkäfer und Florfliegen. Ersterer frisst bis zu 150 Blattläuse am Tag, je nach Entwicklungsstadium. Eine Florfliegenlarve vertilgt sogar bis zu 500 Blattläuse. Beide Feinde können im Eier- oder Larvenstadium im Handel erworben werden.

Chemische Bekämpfung: Der Griff zu Pestiziden

Hilft keines dieser Mittel, dann muss zur chemischen Bekämpfung gegriffen werden. Im Handel sind zahlreich Insektizide erhältlich, die meist auf eine Art wirken. Auf die Gewächse gesprüht, werden die Giftstoffe der Produkte von der Pflanze aufgenommen und überall verteilt. Dadurch saugt die Laus das Gift ebenfalls auf. Die chemischen Produkte sind somit auch sehr wirksam bei versteckt sitzenden Blattläusen, bei denen andere Methoden versagen. Jedoch sollte bedacht werden, dass diese Produkte Gifte beinhalten. Herstellerangaben sollten daher unbedingt beachtet werden – andere Pflanzen und Gartenerzeugnisse können dadurch beeinträchtigt werden. (Quelle für die Mittel gegen Blattläuse: http://www.mittelgegen.net/blattlaeuse/)

Vorbeugung ist die beste Verteidigung

Mancher Gärtner mag nicht warten, bis die Blattlaus sich verbreitet hat. Vorbeugung ist immer noch der beste Schutz gegen diese Plage. So hilft es beispielsweise, den Boden mit Stickstoff zu düngen. Lavendel enthält ätherische Öle, die die Blattläuse fernhalten. Auch Bohnenkraut meiden die Insekten. Diese beiden Pflanzenarten zwischen die gefährdeten Gewächse setzen und die Laus mag unter Umständen gar nicht erst anzapfen.