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Ratgeber Garten – Mai 2008

Themen in dieser Ausgabe sind: Unkraut, Schädlinge und Mut zur Natur; Gesunde Pflanzen; Fleißige Helfer im Garten; Nützliche Wildpflanzen; Was tun gegen Unkraut?; Gießen aber richtig; Gärtnern nach dem Mond im Mai

GARTENARBEITEN IM MAI

Unkraut, Schädlinge und Mut zur Natur

Lieber Leser. Auch wenn der Garten als Inbegriff für ein Stück Natur vor der eigenen Haustüre gilt: korrekterweise muss man sagen, dass es sich um einen naturnahen Lebensraum handelt. Und das auch nur dann, wenn er mit möglichst vielen heimischen Pflanzen bestückt ist und vielen Tieren artenreiche Lebensräume bietet. Denn in freier Natur wird weder gesät, geerntet, gejätet oder gedüngt. Dafür sind natürliche Lebensgemeinschaften stabile Ökosysteme, deren Bewohner sich gegenseitig kontrollieren und so ein biologisches Gleichgewicht entstehen lassen. In solchen Lebensräumen kann es daher auch keine Schädlinge oder Nützlinge geben, da jedes Mitglied der Lebensgemeinschaft eine wichtige Funktion ausübt. Um Ärger mit Schädlingen zu vermeiden und Krankheiten vorzubeugen ist also die beste Methode, von der Natur zu lernen und sich den natürlichen Zuständen so weit wie möglich anzunähern. Das heißt Vielfalt statt Monotonie und Mut zur wilden Ecke.

Gesunde Pflanzen

Ein Garten ganz ohne Schädlinge und Krankheiten bleibt ein frommer Wunsch! Aber Sie können einiges tun, damit diese nicht zum Problem werden. Grundsätzlich gilt: Gesunde und kräftige Pflanzen werden mit Schädlingen und Krankheiten in der Regel alleine fertig. Hauptvoraussetzung dafür ist ein gesunder Boden und vor allem ein nicht überdüngter Boden.

Weitere Punkte, die für gesunde Pflanzen wichtig sind:

  • Die Standortansprüche der Pflanzen in Blick auf Luft, Licht, Schatten, Trockenheit, Feuchtigkeit und pH-Wert des Bodens müssen erfüllt sein.
  • Geben Sie widerstandsfähigen und krankheitsresistenten Sorten den Vorzug Besonders bei den Rosen gibt es ausgesprochen robuste Sorten.
  • Die Pflanzen dürfen nicht zu eng gesetzt werden. Wasser muss gut abtrocknen können.
  • Regelmäßiges Hacken belüftet den Boden optimal und schafft beste Voraussetzungen für gesundes Pflanzenwachstum. Außerdem können Sie dabei gleich aufkommende Unkräuter entfernen.
  • Zu viel Stickstoff-Dünger schadet den Pflanzen. Mulch, Kompost, organischer Langzeitdünger und Algenkalk versorgen den Boden mit den notwendigen Nährstoffen, so dass Sie auf chemischen Dünger verzichten können.
  • Sorgen Sie für Vielfalt, Schädlinge und Krankheiten breiten sich eher dort aus, wo Monokulturen vorherrschen. Mischkultur und die richtigen Nachbarpflanzen sind der beste Schutz.

Fleißige Helfer im Garten

Heuern Sie freiwillige Helfer an statt Geld auszugeben für teure Pflanzenschutzmittel. Nicht nur ihr Konto, auch die Natur wird es Ihnen danken. So genannte Nützlinge sind natürliche Gegenspieler von Organismen, die im Garten Schaden anrichten können. Zu den Helfern zählen Marienkäfer und deren Larven, beide vertilgen große Mengen Blattläuse, Florfliegen, zahlreiche Käfer, Schlupfwespen, Ohrwürmer, Spinnentiere und auch Vögel oder Igel. Alles was Sie tun müssen: Gestalten Sie Ihren Garten so, dass sich diese nützlichen Organismen bei Ihnen wohl fühlen. Blüten von heimischen Pflanzen locken Insekten und Vögel an, wilde Ecken bieten Lebensraum für zahlreiche Tiere, unter dem Reisighaufen fühlt sich der Igel wohl. Je mehr Mini-Lebensräume und Vielfalt im Garten, umso komplexer die Lebensgemeinschaft und umso stabiler das gesamte System. Natürlich gehört dazu auch etwas Mut zur Unordnung.

Nützliche Wildpflanzen

Löwenzahn, Vogelmiere, Giersch und Brennessel wachsen wild auf vielen Wiesen und Feldern. Im Hausgarten sind sie aber unerwünscht und werden als „Unkraut“ bezeichnet. Das Problem ist aber nur, dass sie mit unseren Gartenpflanzen um Wasser, Nährstoffe und Licht konkurrieren. Dabei haben diese Wildpflanzen viele positive Eigenschaften.

  • Als Zeigerpflanzen verraten sie uns viel über die Beschaffenheit des Bodens. Brennnesseln gedeihen beispielsweise nur auf stickstoffreichen Böden. Der Kriechende Hahnenfuß dagegen bevorzugt Staunässe, und die Quecke gedeiht gut auf verdichtetem Boden.
  • Viele Wildpflanzen sind essbar, wie der Giersch, Brennnesseln, Gänseblümchen. Löwenzahn und viele mehr.
  • Löwenzahn und Acker-Kratzdistel zum Beispiel gelten als so genannte Pionierpflanzen. Mit ihren tiefen Pfahlwurzeln lockern sie verdichtete Böden, holen Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten und machen so das Leben für die Folgepflanzen erst möglich.
  • Unkräuter ernähren außerdem eine Vielzahl von nützlichen Insekten, die ohne diese gar nicht überleben könnten. So nähren Brennnesselsamen die Larven von 25 Schmetterlingsarten. Und der Diestelfink – ohnehin ein zunehmend seltener Gast im Garten – liebt die Samen der Acker-Kratzdistel.
  • Viele unserer heimischen Unkräuter sind zudem Heilkräuter. Bekannte Beispiele sind Brennnessel, Schachtelhalm, Löwenzahn, Huflattich, Wegerich, Kamille, Königskerzen und viele mehr.

Was tun gegen Unkraut?

Wenn Wildpflanzen im Garten trotzdem zum Problem werden, können Sie folgendes machen:

  • Unverzichtbar ist fleißiges Jäten und Hacken.
  • Jäten oder mähen Sie Samenunkräuter vor der Blüte. Sie können Millionen Samen produzieren, die mehrere Jahre im Boden überdauern. Denken Sie an das alte Gärtnersprichwort: „Lässt Du ein Jahr das Unkraut stehen, musst‘ 7 Jahr du jäten gehen!“
  • Wurzelunkräuter wie der Giersch vermehren sich über unterirdische Ausläufer, Rhizome oder andere Wurzelorgane. Da hilft nur sorgfältiges Auslesen aller Wurzelstückchen. Wenn Sie sicher gehen wollen, sieben Sie die Erde durch.
  • Eine Mulchschicht unterdrückt den Wuchs von Wildkraut.
  • Stark verunkrautete Flächen kann man ein Jahr liegen lassen und mit einer schwarzen, lichtdichten Folie abdecken.
  • Bestimmte Wildkräuter können auch durch eine Veränderung des pH-Wertes, Entwässerung, Drainage oder Bodenbelüftung wirksam bekämpft werden.
  • Gartenwege und Fugen können Sie mit heißem Wasserdampf oder Flammenjätern Pflanzenfrei halten. Auch kochendes Wasser hilft, Pflanzen schnell und wirksam zu beseitigen.
  • Wenn in den Ritzen zwischen den gelegten Platten auf der Terrasse das Unkraut anfängt zu sprießen, dann geben Sie etwas Salz in die Ritzen und das Unkraut stirbt ab. Es kann kein Unkraut nachwachsen, solange das Salz vorhanden ist.

Gießen aber richtig

Hier ein paar Tipps, wie Sie kostbares Wasser sparen können: Wässern Sie am besten morgens, dann geht nicht soviel Wasser durch Verdunstung verloren. Gießen Sie nur Pflanzen, die es wirklich nötig haben. Auch das können Sie am besten morgens fetstellen. Eine Mulchschicht reduziert die Verdunstung und hilft Wasser sparen. Der Boden sollte vor Ausbringen der Mulchschicht feucht sein. Wässern Sie reihum jeden Tag einen Teil des Gartens anstatt täglich den gesamten Garten anzufeuchten. Besonders sparsam ist ein Sickerschlauch, der einfach auf die Erde gelegt und mit etwas Mulch bedeckt wird. Gießen Sie wenn möglich nur mit Regenwasser, nicht nur aus Kostengründen. Idealerweise steht eine Regentonne zur Verfügung, aus der Sie Gießwasser entnehmen können.

Gärtnern nach dem Mond im Mai

Mai: Fruchttage: 3,4,11,12,21,22,30,31. An Fruchttagen im zunehmenden Mond ist das Säen, Pflanzen und Ernten von fruchttragenden Pflanzen besonders begünstigt. Bei abnehmendem Mond Schnittarbeiten. Wurzeltage: 5,6,13,14,15,23,24,25. Die Wurzeltage sind besonders günstig zur Aussaat, Pflanzung und Pflege von Wurzel- und Knollengemüse. Blütentage: 7,8,16,17,26,27. Blütentage wirken positiv auf Pflegearbeiten und Aussaat von Blumen und Blütenpflanzen, sowie Heil- und Küchenkräutern bei denen die Blüten Verwendung finden aus. Blatttage: 1,2,9,10,18,19,20,28,29. An Blatttagen sollten Salate, Blattgemüse und Kräuter bei denen das Blattwerk Verwendung findet gesät und gepflanzt werden.

Aktuelles aus dem Tomatenparadies

Unser Hofladen ist im Mai wieder von Montag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Mittwoch ab 14 Uhr und am Wochenende nur nach telefonischer Absprache unter 06-30-9142456. Im Angebot sind hausgemachtes Bärlauch-Pesto, Marmeladen und Säfte aus 100% ungespritzten Früchten, Kräutertees, Boden und Pflanzenhilfsmittel, Verfrühungsfließ und Mulchfolie. Im Mai Pflanzenverkauf: Salat-, Gemüse-, Kräuter-, Blumen- Tomaten- und Paprikapflanzen in mehr als 150 Sorten.

Natürlich stehe ich – Öko-Gärtner Walter Schneider – für alle Fragen zu Permakultur, Bio Anbau, Tomaten und Paprika persönlich, telefonisch oder per E-Mail zur Verfügung.

Informationen

Walter Schneider
Paradicsom – Kert Almásháza
8935 Almásháza, Béke ut. 23
Tel. 0036 (30) 9142456
tomatenparadies@vollbio.de
www.tomatenparadies.gmxhome.de