Balaton Zeitung E-Paper Banner

Uferbefestigung des Balaton in Gefahr

Schäden überall am Ufer des Balaton – die Befestigungsanlagen sind Medienberichten zufolge in Gefahr. Risse haben sich gebildet, teilweise ganze Krater. Ursache scheinen vor allem Wettereinflüsse zu sein, die in diesem Jahr besonders hart wirkten. Um die Lage zu stabilisieren und einer weiteren Verschlechterung vorzubeugen, müssten die Kommunen, die für die Ufer zuständig sind, Geld in die Hand nehmen. Geld, das aber besonders in den gegenwärtigen Krisenzeiten fehlt.

Nach den Stürmen der vergangenen Monate seien die Schutzanlagen stellenweise in einem schrecklichen Zustand, erklärte Péter Pécseli, Abschnittsingenieur und Leiter der Balatonfiliale der Wasserdirektion. Umgestürzte Bäume und Wellengang von unerhörter Kraft haben Verwüstungen angerichtet. Spätestens im Frühjahr müssten die Schäden umfassend festgestellt werden.

Auch der Siófoker Bürgermeister und Vorsitzende des Balaton-Verbandes, Árpád Balázs, warnte, die Schutzanlagen nicht aus dem Auge zu verlieren. „Wenn nämlich die EU-Quellen nicht umstrukturiert werden, um größerem Schaden vorbeugen zu können, dann folgt einem wirklich harten Winter das Debakel, wenn um einen zehnfachen Preis gerettet werden muss, was noch zu retten ist.“

Siófok sei in diesem Jahr Hauptangriffsziel der Naturgewalten gewesen. Die beschädigten Schutzanlagen könnten nur für etwa 50 Millionen Forint wiederhergestellt werden. Aber auch die Schutzanlagen von Fonyód und Balatonfenyves gehören zu den größeren Opfern des Wellengangs.

Erste Marktreaktionen auf Regierungsrede

Die Äußerungen der ungarischen Regierung und des Wirtschaftsministers in dieser Woche hatten eine beruhigende Wirkung auf die ungarischen Märkte. Dem Druck des Marktes und der Europäischen Union nachgebend, wird sich die Regierung an die von der vorigen Regierung übernommenen Verpflichtungen für ein unter 3% liegendes Haushaltsdefizit im Jahre 2011 halten und das Defizit von 3,8% für dieses Jahr einhalten. Der Forint erstarkte daraufhin Mitte der Woche wieder und fiel am Donnerstag Nachmittag von 290 Ft pro Euro auf 284.5 Ft, sowie von 226 Ft pro Schweizer Frank aus 221 Ft.

Damit haben die Regierungserklärungen die im Zusammenhang mit einer sofortigen Zinserhöhung der Ungarischen Notenbank stehenden Gefahren gebannt.

Eine weitere Verbesserung des Forints bis auf 280 ist vorstellbar, hängt aber in hohem Maße von der Investitionslust internationaler Investoren ab.

Jobbik-Chef wettert gegen EU

Der Beitritt Ungarns zur EU ist nach Ansicht des Chefs der rechtsextremen Jobbik-Partei, Gábor Vona, ein Fiasko. „Für den Westen sind wir nur billige Arbeitskraft, Mülldeponie und Markt“, sagte Vona am Samstag (11.9.) bei einer Veranstaltung zum Tag der arabisch-ungarischen Freundschaft im Komitat Veszprém. Dieser Weg sei für Ungarn „nicht funktionsfähig“, fügte der Vorsitzende der Parlamentsfraktion von Jobbik hinzu. Die Zugehörigkeit zur westlichen Welt sei gescheitert, in den vergangenen 20 Jahren habe Ungarn nichts vom Westen bekommen.

Mit nüchternem Bauernverstand ist nach Vonas Auffassung zu begreifen, dass sich Ungarn nach dem Orient öffnen und nützliche Wirtschaftsbeziehungen mit den arabischen Ländern schaffen soll. Er würde viel lieber beispielsweise arabische Banken ins Land lassen als westliche, israelische oder amerikanische. All das würde jedoch nicht bedeuten, dass Ungarn mit der EU in Streit geraten solle, denn er selbst gehöre auch zur Europa-Partei. Es bestehe die Notwendigkeit zur Integration, wobei Vona jedoch den Lissaboner Vertrag ablehnte, der Ungarn aufgezwungen worden sei.

Spaßbad für Mohács

Nach mehreren anderen Orten in Südwestungarn bekommt nun auch die Kleinstadt Mohács ein Spaßbad. Der Vertrag über die Ausreichung von Fördermitteln wurde dieser Tage abgeschlossen, meldet die Regionalzeitung „Dunántúli Napló“ auf der Web-Site bama.hu. Wichtige Basis für das Vorhaben sind die Thermalwasservorräte unter der Stadt. Im kommenden Frühjahr soll der Bau neben dem Schwimmbad beginnen. Für die Realisierung des Projekts wurden 160 Millionen Forint (etwa 0,56 Millionen Euro) Fördermittel bereitgestellt, was etwa ein Drittel der geplanten Gesamtkosten bedeutet.
Geplant sind in unmittelbarer Donau-Nähe drei Erlebnisbecken, ein Planschbecken für die Kleinen sowie ein Wasserpielplatz. Die Ernergieversorgung soll teilweise durch Thermalenergie gesichert werden. Das 48 Grad warme Wasser kommt aus rund 700 Metern Tiefe.