Der deutsche Automobilzulieferer Bosch, zweitgrößter ausländischer Arbeitgeber in Ungarn, baut eine 22 Millionen Euro teure Produktionsstätte im nordungarischen Miskolc. Insgesamt 1.100 Arbeitsplätze würden dabei neu entstehen, so der geschäftsführende Direktor Klaus Leopold gegenüber Medienvertretern. Die Bauarbeiten für das neue Werk hätten bereits begonnen und sollen im Frühjahr 2011 zum Abschluss kommen. Zusätzlich plant Bosch die Umsiedlung von Produktionslinien aus Wales nach Miskolc und Hatvan, 60 Kilometer östlich von Budapest. Auch hier würden 400 neue Jobs entstehen.
Nachrichten
Tourismus in Ungarn erholt sich nur langsam
Ungarns Tourismusbranche verzeichnet nach dem steilen Rückgang seit 2008 im ersten Quartal dieses Jahres eine Tendenz zur Erholung. In den kommerziellen Unterkünften stieg die Zahl der Gäste um 4, die der Übernachtungen um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen zu vergleichbaren Preisen ging jedoch um ein halbes Prozent zurück, berichtet das Zentrale Statistische Amt.
Damit wird zwar auch das Ergebnis von 2006 übertroffen, doch gegenüber 2008 bleiben die Zahlen immer noch um 8 Prozent zurück. Der Sektor für Unterkunfts-Dienstleistungen ist seit zwei Jahren vom Rückgang gekennzeichnet. Im ersten Quartal dieses Jahres verbrachten jedoch 499 000 ausländische Gäste 1,333 Millionen Übernachtungen in kommerziellen Unterkünften, die Zahl der Gäste und Übernachtungen stieg um 7 bzw. 6 Prozent. Das bedeutet aber nur, dass der Verkehr von 2006 nur leicht übertroffen wurde.
Ebenfalls in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden statistisch 644 000 Gäste aus dem Inland mit 1,446 Millionen Übernachtungen ermittelt, was einen Anstieg von 1,5 bzw. 4 Prozent. Im gleichen Maße lag das Ergebnis über dem Fremdenverkehr von 2006.
Die Auslastung der Hotelkapazität lag im ersten Quartal durchschnittlich bei 35 Prozent und damit 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die 5-Sterne-Hotels erreichten dabei 47, die Häuser mit 4 Sternen 40 Prozent. Die Einnahmen der kommerziellen Unterkünfte beliefen sich in den Monaten Januar-März auf 40 Milliarden Forint (etwa 14,3 Millionen Euro).
Unwetterfolgen keine Gefahr für Balaton-Saison
Ungeachtet der Schäden durch das jüngste schwere Unwetter fällt die Badesaison am „ungarischen Meer“ nicht ins Wasser. Das versicherte der Bürgermeister von Siófok und Vorsitzende des Balaton-Verbandes, Árpád Balázs, in einer Erklärung für die Presse. Zugang zum Balaton könne überall am größten See Mitteleuropas gesichert werden. Allerdings würden die zerstörten Uferbefestigungen den nächsten Winter nicht überstehen, Würden sie nicht repariert, könnten neue Schäden in Milliardenhöhe entstehen (1 Mrd. Ft. derzeit rund 3,6 Mio. €).
Schäden aus höherer Gewalt müssen nach den Worten Balázs’s innerhalb von fünf Tagen gemeldet werden, was am Balaton nach dem vergangenen Unwetter einfach unmöglich sei. Erst mehrere Tage nach dem Sturm ließ der Wind so weit nach, dass die Erhebung der Schäden beginnen konnte. So könne es durchaus bis zu einem Monat dauern, bis die Unterspülungen am Ufer genau ermittelt sind.
Die Stärke des Sturms werde daran deutlich, dass die Mole in Siófok zerstört wurde, die Eisenbetonteile der Uferschutzanlagen zerbrachen und die Eingänge zu den Stränden überall herumliegen, teilweise kaputt sind. Die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen reichen nach Angaben des Bürgermeisters für die Behebung der Schäden nicht aus.
Autobahn M1 in Ungarn wieder freigegeben
Nach dreitägiger Vollsperrung bei Győr fließt auf der Autobahn M1 von der Grenze zwischen Ungarn sowie Österreich und der Slowakei wieder der Verkehr. Freitagabend (21.5.) konnte die Richtungsfahrbahn nach Budapest wieder benutzt werden. Die umgekehrte Fahrtrichtung war schon vorher wieder geöffnet worden. Allerdings ist die Geschwindigkeit derzeit auf 100 Stundenkilometer begrenzt. Die Standspuren bleiben weiterhin gesperrt.
Die Autobahn hatte am vergangenen Mittwoch Mittag gesperrt werden müssen, da bei den Unwettern vom Wochenende davor ein ansonsten harmloses Bächlein angeschwollen war und einen Brückenpfeiler unterspült hatte. Außerdem hatte sich die Fahrbahn abgesenkt. Nach der Sperrung entstand ein Verkehrschaos mit Staus bis zu 50 Kilometer Länge.
