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Urteil in Ungarn: Paramilitärische Garde aufgelöst

Die berüchtigte Ungarische Garde, die durch provokative Aufmärsche insbesondere in Roma-Siedlungen international Aufsehen erregte, ist rechtskräftig aufgelöst. Das Budapester Berufungsgericht bestätigte damit das Urteil des Hauptstädtischen Gerichts vom Dezember vorigen Jahres.

Geklagt hatte die Budapester Staatsanwaltschaft, die das Vereinsrecht missbrauche und deren Tätigkeit die Freiheit und die Rechte der Volksgruppe der Zigeuner in einem solchen Maße verletze, das die Auflösung rechtfertige. Berufung gegen das Urteil ist nicht möglich, jedoch kann beim Obersten Gericht Revision beantragt werden.

Der Garde-Gründer und Chef der rechtsextremen Jobbik-Partei Gábor Vona erklärte nach der Urteilsverkündung auf einer Pressekonferenz in Budapest, dass die Möglichkeit der Revision wahrgenommen werde. Seinen Worten zufolge wird das Verbot der Garde schwere gesellschaftliche Folgen haben. Dem Gericht warf er vor, dem politischen Druck nicht widerstanden zu haben. Dennoch werde die Beseitigung des Vereins nicht eine solche Wirkung haben, „wie das erwartet wird“, sagte er. Seiner Ansicht nach verbiete das Urteil nämlich nicht, dass die in schwarze Uniformen gekleideten Gardisten massenhaft in Siedlungen aufmarschieren. Auffassung des Gerichts ist jedoch, dass sich das Urteil auch auf die Bewegung Ungarische Garde bezieht.

Der Vorsitzende der Landes-Selbstverwaltung der Zigeuner und der Beauftragte des Ministerpräsidenten für Roma-Angelegenheiten begrüßten das Urteil, mit dem die offiziell als „Ungarische Garde Traditionspflege- und Kultur-Verein“ aufgelöst wurde.

Festival in Zamárdi: 3. Balaton Sound

Nur noch wenige Tage und die Tonsäulen in Zamárdi am Südufer des Balaton beginnen zu dröhnen. Zum dritten Mal zieht das bislang von großem Erfolg begleitete Balaton Sound Festival die Besucher in seinen Bann. Am 9. Juli um 10.00 Uhr startet das Festival, bei dem mit Steuereinnahmen von rund 420 Millionen Forint gerechnet wird. Musik wird zwei Stunden nach der Eröffnung erstmals das Festivalgelände erfüllen.

Wie das Internet-Portal kapos.hu berichtet, hat das Interesse auch angesichts der internationalen Wirtschaftskrise nicht nachgelassen. Schon einen Monat vor Beginn waren die Anrechtskarten zum Preis von 25 000 Forint ausverkauft. Tagestickets sind noch erhältlich, doch nach den Erfahrungen des Vorjahres lohnt es sich, sie rechtzeitig zu kaufen, denn auch sie könnte es bald nicht mehr geben.

Der erste Tag gehört britischen Künstlern, darunter dem Duo Karl Hyle und Rick Smith, die in den 90er Jahren zu den bekanntesten Techno-Duos gehörten. Am Freitag übernehmen Deutsche das Zepter. Der Veranstalter kündigt als Stargäste die Band Kraftwerk aus Düsseldorf an, die das Publikum in die Welt der elektronischen Musik der 70er Jahre zurückkatapultiert. Am Samstag bieten die Disco-, Funk- und House-Gruppe Groove Armada aus Cambridge, die Kyoto Jazz Massive und zahlreiche ungarische Auftritte ein abwechslungsreiches Programm. Zum Abschluss am Sonntag kommen Röyksopp aus Norwegen sowie Richard Melville (Künstlername Moby), der 43-jährige Elektro-Pop DJ, einer der erfolgreichsten Producer der letzten Jahre auf die große Bühne.

Anglerglück in Zalavár

Der große Fisch des Klein-Balaton ging an die Angel

Einen nicht alltäglichen Fang machte dieser Tage ein Mitglied des Angelvereins des Klein-Balaton, der einen dicken Fisch, einen ansehnlichen Wels aus dem Wasser zog.

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Stromschlag tötete Sohn und Mutter

Eine Mutter und ihr Sohn sind in Ungarn bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen. Als der 15-Jährige einen Stromschlag erlitt, wollte ihm seine 41-jährige Mutter zu Hilfe kommen. Bei dem Unfall in einer Siedlung nahe Komló (Komitat Baranya) wurden beide getötet, berichtet die Polizei in Pécs. Die Polizei untersucht die Umstände, hieß es weiter. Ein Fachmann äußerte die Vermutung, dass es deshalb zum Unfall kam, weil die Rückseite eines Kühlschrankes mit Anschluss an eine ungeerdete Steckdose mit der Wasserleitung in Kontakt kam.