Kreditmarkt: Deutschland und Ungarn im Vergleich

Beide sind sie Mitgliedstaaten der Europäischen Union, die als Wohlstandsoase gilt – und doch wirkt sich die aktuelle Wirtschaftskrise sehr unterschiedlich aus: Das BIP pro Kopf liegt in Ungarn deutlich unter dem EU-Durchschnitt, während für Deutsche der Index nahezu das Doppelte beträgt. Mehr als die Hälfte aller Ungarn lebt ohne Ersparnisse, in Deutschland spart fast jeder. Und auch das Kreditverhalten variiert.

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Was machen Deutsche eigentlich mit Krediten?

Die Deutsche Wirtschaft wird getragen durch Kredite. Für nahezu jede größere Anschaffung, ist es normal, einen Kredit zur Finanzierung zu nutzen. Ob ein PKW gekauft wird, das Haus renoviert oder Neugebaut wird – aus der eigenen Tasche kann es in der Regel nicht gezahlt werden. Im Jahr 2013 wurden über 7,7 Millionen neue Kredite aufgenommen, doch was genau machen die Deutschen mit dem Geld?

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Erstarken des Forint gut für Kredite

Den Veröffentlichungen der Ungarische Nationalbank zufolge ging im September 2010 der Kreditstand ungarischer Haushalte um 400 Milliarden Forint zurück. Das ist zum großen Teil dem Erstarken des Forints dem Schweizer Franc gegenüber zu verdanken, denn weit über die Hälfte der Wohnungskredite waren in den Jahren zuvor auf der Basis von Schweizer Franc abgeschlossen worden. Andererseits sank der Notenbank zufolge dabei der Kreditstand der Haushalte im September um 10,8 Milliarden Forint allein durch Transaktionen.

Als Auswirkung der weltweiten Wirtschaftskrise kam es bereits 2008 zu starken Kursschwankungen und dadurch zu enormer Mehrbelastung der Haushalte mit Krediten auf CHF-Basis. Ende 2008 beschlossen deshalb einige Banken, allen voran die MKB, die Kredite auf CHF-Basis einzustellen. Andere Banken folgten nach. Heute reichen nur noch die AEGON-Bank und die UCB Grundpfandkredite auf CHF-Basis.

Am Ende des dritten Quartals 2010 betrug der Kreditstand in Haushalten 8358 Milliarden Forint, das sind rund 4,5% weniger als noch einen Monat zuvor. Ein Grund dafür liegt auch in der weiterhin sehr niedrigen Kreditnachfrage von Seiten der Haushalte und Kleinunternehmer.

Zentralbank sieht Staatsfinanzen nicht in Gefahr

In einer Erklärung hat die Ungarische Zentralbank (NBH) deutlich gemacht, sie sehe aktuell keine Gefahr für das Land, die Kredithoheit über die Staatsfinanzen zu verlieren. Vielmehr sei innerhalb der ungarischen Wirtschaft ein deutlicher Fortschritt sowohl bei den externen als auch bei den internen Bilanzen zu verzeichnen, so die Bank weiter.