Silberservice zurück im Schloss Keszthely

Anfang April gab der ungarische Staat vergoldete Silberteller und Kelche an das Helikon Schloss in Keszthely zurück, schreibt das Internetportal hirbalaton.hu. Die Kunstgegenstände hatten sich einst im Besitz der Familie Festetics befunden und konnten im letzten Jahr auf einer Auktion in Wien erworben werden.



Auf der Pressekonferenz anlässlich der feierlichen Übergabe sagte Staatssekretär Bence Tuzson: „Eine Nation kann dann überleben, wenn sie ihre eigene Vergangenheit und Geschichte schätzt und diese Vergangenheit nicht in eine Vitrine einschließt.“ Die Jahre der Vergangenheit seien Mosaiksteine, mit denen die Gegenwart und Zukunft aufgebaut werden kann. Alte Schlösser und Gebäude seien Orte, wo man den Geist der Vergangenheit spüren kann.

„Deshalb ist es wichtig, Schlösser und Burgen zu erhalten, ihre Seele zu bewahren. Sie sind Brücken zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Sie müssen mit Leben erfüllt werden, damit die nächsten Generationen erkennen, in welche Richtung ein Land, eine Nation weitergehen muss.“ Bence Tuzson führte weiter aus, dass das Schloss in Keszthely eng mit der Familie Festetics verbunden ist. Heute ist das imposante Barockschloss das viertgrößte in Ungarn, aber das bei weitem am meisten besuchte.



„Nach dem Zweiten Weltkrieg ist ein Teil der Kunstgegenstände des Schlosses verloren gegangen. Einer Bestandsaufnahme aus dem Jahre 1942 zufolge hat es im Schloss für die Kunstschätze eine separate Silberkammer gegeben. Ein Teil davon ist nun zurückgekommen“, so der Staatssekretär. Bei den ersteigerten Kunstgegenständen handelt es sich um ein 12-teiliges Service, wobei die Teller und größeren Kelche vollständig vorhanden sind. Von den kleineren Kelchen waren nur 9 auf der Auktion zu finden, ein Kelch konnte von einer Privatperson erworben werden, die anderen zwei werden noch gesucht.

Der ungarische Staat kaufte das insgesamt zehn Kilogramm schwere Silber im Dorotheum Wien zum Ausrufungspreis von etwas mehr als 6 Millionen Forint. Das Service war zum Ende des 18. Jahrhunderts von Graf György Festetics bestellt worden.

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