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Gericht billigt Quasi-Enteignung in Pécs

Das Gericht bei der ungarischen Handelskammer hat die einseitige Auflösung des Vertrages der Stadt Pécs mit dem französischen Konzern Suez gebilligt und mit dem Urteil die gewaltsame Übernahme der Wasserversorgung für die Kommune sanktioniert. Wie aus einer Pressemitteilung der Stadt hervorgeht, ist Pécs nach Auffassung des Gerichts rechtmäßig vorgegangen, indem es den Vertrag löste und auch das Grundstück des Wasserwerks in Besitz nahm. Das an die Stelle des Wasserwerks getretene städtische Unternehmen Tettye Forrásház sei also zweifelsfrei der rechtmäßige und alleinige Wasserversorger der Stadt.

Die Sprecherin des Pécser Wasserwerks, Edina Kisbáró, hielt dem auf Anfrage der „Balaton Zeitung“ entgegen, dass dies nur eine von mehreren anstehenden Entscheidungen sei. Derzeit laufen ihren Angaben zufolge mehr als fünf wichtige Prozesse zwischen dem Pécser Wasserwerk und Tettye Forrásház, das den Sitz des ursprünglichen Versorgers besetzt habe. „Das jetztige Urteil hat uns überrascht“, sagte sie. „Doch es beeinflusst nicht unsere grundsätzliche Haltung zur Sache und wir vertrauen darauf, dass in den weiteren laufenden Prozessen baldestmöglich für uns günstige Urteile gesprochen werden.“

Im Herbst war die Leitung des Wasserwerkes, an dem Suez mit etwa 48 Prozent beteiligt ist, gewaltsam an der weiteren Arbeit gehindert, ein neues Management eingesetzt und Tettye Forrásház geschaffen worden.