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Pécs auf zehn Milliarden Forint verklagt

Die gewaltsame Übernahme des Wasserwerkes Pécs vor drei Jahren könnte der südwestungarischen Komitatsstadt jetzt schwere finanzielle Folgen bescheren. Die quasi-enteignete Suez Environnement setzte beim internationalen Schiedsgerichts in Wien ein Verfahren gegen die Kommune in Gang, bei dem es 32 Millionen Euro (fast 10 Milliarden Forint) Kompensation fordert, teilte das Unternehmen mit. Die ohnehin am meisten verschuldete Stadt Ungarns könnte damit noch tiefer in die roten Zahlen kommen.

Die Stadt Pécs hatte im Herbst 2009 ihren Vertrag mit dem Wasserwerk Pécs, das sich bis dahin in gemeinsamem Eigentum der Kommune und der französischen Gesellschaft befand, einseitig aufgelöst. Als neuen Wasserversorger setzte sie ihre eigens gegründete Tettye Forrásház AG ein.

International Aufsehen erregte dabei auch das rüde Vorgehen der Stadt, die den Sitz des Pécser Wasserwerkes über Nacht durch einen Sicherheitsdienst besetzen ließ und Mitarbeitern des Wasserwerkes den Zutritt verwehrte.

Danach kam es zu mehreren Prozessen mit unterschiedlichem Ausgang. Das Gericht in Wien hat nun zu entscheiden, wie hoch die Abfindung für entgangenen Gewinn, Anteile am Wasserwerk und den Sitz des Unternehmens sein wird, den Pécs an Suez zu zahlen hat.