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Tod auf der Ostsee vorgetäuscht: Ehepaar vor Gericht

Um 4,1 Millionen Euro zu kassieren, soll ein Kieler seinen eigenen Tod auf der Ostsee vorgetäuscht haben – mit Hilfe seiner Frau. Doch sie fliegen auf. Jetzt sitzt das Ehepaar auf der Anklagebank.

Mit seinem vorgetäuschten Tod auf der Ostsee wollte ein Mann aus Kiel laut Anklage 4,1 Millionen Euro von Versicherungen erschwindeln – dafür muss er sich seit Mittwoch vor Gericht verantworten. Dem 53-Jährigen wird besonders schwerer versuchter Betrug in 14 Fällen vorgeworfen. Mit ihm auf der Anklagebank des Kieler Landgerichts sitzt seine 53 Jahre alte Ehefrau. Beide schwiegen zu Prozessbeginn zu den Vorwürfen.

Laut Anklage täuschte das Ehepaar gemeinsam mit der Mutter des Mannes im Herbst 2019 dessen Tod durch ein Bootsunglück vor. Begünstigte der insgesamt 14 Risiko-, Lebens- und Unfallversicherungen waren Ehefrau und Mutter des Angeklagten.

Laut Staatsanwaltschaft hat sich nur die aus der Ukraine stammende Ehefrau in ihren Vernehmungen allgemein eingelassen, der Mann und seine Mutter indes nicht. Ob sich die Frau direkt zu den Tatvorwürfen äußerte, blieb offen.

Das Verfahren gegen die mitangeklagte 87 Jahre alte Mutter, die ihren Sohn tatkräftig bei dem Plan unterstützt haben soll, wurde kurz vor Prozessbeginn aus gesundheitlichen Gründen abgetrennt. Polizisten hatten den Kieler am 7. Mai im Haus seiner Mutter im niedersächsischen Schwarmstedt auf dem Dachboden festgenommen.

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