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The Party is over – Widerstand wächst

Das Ziel der Produktion „Á Part – The Party – Die Partei“ die heuer im Rahmen des steirischen herbst in Bad Gleichenberg zu sehen ist war ursprünglich „das Verhältnis der in einer Kleinstadtumgebung lebenden ungarischen Mittelklasse zur Macht und zur nationalen Politik zu untersuchen“.

Es war die Idee, diejenigen zu erreichen, die „nicht unbedingt zum intellektuellen Kreis von Budapest gehören“ um sie wachzurütteln, ihnen vor Augen zu führen dass „Ungarn formell noch immer eine Demokratie ist, es alle vier Jahre Wahlen gibt, und dann hat die Entscheidung dieser Menschen einen riesigen Einfluss darauf, welche Art von politischen Kräften die Regierung an sich reißt“ schreibt der ungarische Regisseur Árpád Schilling in seinem Manifest.

In der Zwischenzeit ist viel passiert – in Ungarn und in Europa. Zum einen hat der ungarische Schriftsteller und Literatur-Nobelpreisträger Imre Kertész, ein Überlebender des Holocaust mit dem Sankt-Stephans-Orden den höchsten ungarischen Staatsorden erhalten und angenommen – jenen Orden, den Hermann Göring von Miklós Horthy in den 1940er-Jahren erhalten hat.

Zum anderen wurde der ehemalige ungarische Justizminister Tibor Navracsics zum EU-Kommissar für Bildung, Jugend, Kultur und Bürgergesellschaft nominiert. Ein Vertreter jener Regierung, die in den vergangenen Jahren Pressefreiheit, Bürgergesellschaft und kritische Kunst behindert hat, soll nun also genau für jene Zukunftsagenden in Europa zuständig sein.

Árpád Schilling kam deshalb zum Schluss, dass eine analytische Annäherung nicht mehr möglich sei, eine extrem persönliche Meinung viel wichtiger: „Wie kann man als denkender Mensch hier noch leben, mit der Angst, dass vielleicht ich selbst von einem Moment zum anderen den Verstand verliere, und mich mit irgendeinem Orden verkaufe, oder einer scheinbar edlen Geste. Die Neubearbeitung des Theaterstücks mit dem Titelzusatz „The Party is over – but we keep on going“ ist ein Schrei, ein Hoffnungsschrei, dass wir vielleicht den europäischen Vorstoß dieser engstirnigen, zynischen und sehr gefährlichen Macht verhindern können.“

Weitere Infos zur Veranstaltung unter www.steirischerherbst.at