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60.000 demonstrierten in Budapest

„Zeigt Orbán und seinen Leuten, was sie in den nächsten Monaten zu erwarten haben, wenn das Parlament nächste Woche tatsächlich das beschämende Budget für 2015 annimmt“, rief einer der Redner am Ende der Demonstration vom 14. Dezember 2014. „Macht Euch ein schönes Weihnachtsfest mit Eurer Familie und im neuen Jahr sehen wir uns hier wieder!“



Auf den politischen Gegner bezogen, meinte der jetzige Ministerpräsident, Viktor Orbán, im Jahre 2008: „Lange kann man viele Menschen nicht an der Nase herumführen!“. Viele Menschen in Ungarn meinten nun, er hatte recht und es reicht! Allein im letzten Monat hat es in Budapest zwanzig große Demonstrationen gegeben. Anlass wurde zur Genüge geboten.

Da war die geplante Internetsteuer, die geplanten Drogentests bei Kindern, Gebühren für die Stadtautobahnen, Kürzung von Renten, Einkassieren der privaten Rentenversicherungen, Korruption in höchsten Kreisen, neue Steuern, Budgetvorlage 2015 …

Am dritten Advent fanden sich wieder rund 60.000 Demonstranten – unter ihnen die Gewerkschaften – in Budapest zusammen und die Sprechchöre wurden immer lauter, aggressiver, das man sie kaum übersetzen mag. Ein Wort kristallisierte sich heraus und zeigt wohl am deutlichsten, dass den Menschen langsam die Augen aufgehen: Viktator.

„Vom Kopf her stinkt ein Fisch“, zitierte ein Sprecher ein ungarisches Sprichwort. „Schlechte Regierung, schlechte Gesetze – am meisten gefährdet sind davon die Jugend und die Rentner!“ Vor dem friedlichen Weihnachtsfest sind viele Menschen in Ungarn aufgebracht, sie fühlen sich ausgeliefert und hintergangen. Dabei möchten sie nur Frieden, Demokratie und sie wollen Europa.