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Flüchtlingsdemonstrationen in Budapest

Flüchtlinge aus Syrien und anderen Krisenregionen versuchen über die so genannte Westbalkanroute von Griechenland über Serbien und Ungarn in westliche EU-Länder, allen voran nach Deutschland zu gelangen.



Nach den EU-Vorschriften für Asylbewerber ist Ungarn verpflichtet, alle Einwanderer zu registrieren. Viele Flüchtlinge reagieren darauf ungehalten, verweigern die Registrierung und wollen stattdessen sofort nach Österreich oder Deutschland weiter. Sie befürchten, dass sie nach Eintreffen in den westlichen EU-Ländern wieder in das Land der Erstregistrierung zurückgebracht werden sollen, wo sie weniger Hilfe zu erwarten haben.

In den letzten Tagen kam es deshalb zu mehreren Zwischenfällen und Demonstrationen auf den Bahnhöfen von Budapest, wo mittlerweile chaotische Zustände herrschen. Die ungarische Polizei war überfordert und ließ schließlich zu, dass Flüchtlinge Züge nach Wien, München und Berlin stürmten.

Die Züge mit mehreren Hundert Flüchtlingen an Bord wurden an der Grenze zu Österreich von der österreichischen Polizei gestoppt, um zu klären, wer bereits in Ungarn Asyl beantragt hatte. Diese Personen sollen nach Ungarn zurückgeschickt worden sein, alle anderen Flüchtlinge sollen weiterreisen dürfen.

In der Zwischenzeit wurden am 31. August 2015 im Süden Ungarns im Komitat Csongrád weitere 1501 Flüchtlinge, darunter 378 Kinder, in der Mehrheit aus Syrien, Afghanistan und Pakistan registriert.

In Wien gedachten Tausende Menschen mit einem Gottesdienst im Stephansdom den 71 Toten, die im August in einem verlassenen Lkw auf einer Autobahn unweit der ungarischen Grenze gefunden worden waren. Viele Wiener demonstrierten in der Innenstadt für einen besseren Umgang mit den Flüchtlingen, sowie für koordinierte Hilfsmaßnahmen aller Länder in der EU.

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