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Historie des Schwertes

Bei dem Wort „Mittelalter“ kommen einem prachtvolle Burgen, edle Jungfrauen und tapfere, in glänzende Rüstungen gekleidete Ritter in den Sinn. Und natürlich: das Schwert als ständiger Begleiter der kühnen Helden dieser Zeit. Es war dabei weit mehr als nur eine effektive Waffe. Es wurde in Handarbeit hergestellt und dabei oftmals kunstvoll verziert. Viele Mythen und Legenden, wie z.B. die Geschichte von Exkalibur, ranken sich um Schwerter. Auch heute noch üben sie deshalb eine große Faszination auf uns aus.

Die Entstehung des Schwertes

Das Schwert ist die vermutlich die erste von Menschen hergestellte Waffe, die ausschließlich für die Kriegsführung bestimmt war. Andere, wie z.B. der Speer, wurden auch zur Jagd verwendet.

Die ersten Schwertfunde stammen wahrscheinlich aus der frühen Bronzezeit, die man etwa auf den Zeitraum 2200 bis 800 v. Chr. datiert. Die Klingen wurden aus Bronze oder auch aus Feuerstein hergestellt. Anders als bei Stahl oder Eisen sind die Länge und der Querschnitt der Klinge bei Bronze aufgrund der Materialbeschaffenheit Grenzen unterworfen. Bei Schwertern aus diesem Material liegt der Schwerpunkt weiter vorne als bei Produkten aus Eisen oder Stahl. Die Handhabung der Waffe erinnert deshalb vom Gefühl her an eine Axt.

In der Eisenzeit, die in Mitteleuropa etwa um 800 v. Chr. beginnt (Hallstattzeit), werden Schwerter mit einem Bronzegriff und einer Eisenklinge hergestellt. Eisen ist Bronze als Klingenmaterial deutlich überlegen. Die Verwendung dieses Metalls war ein bedeutender Fortschritt. Trotzdem war die Hauptwaffe der Soldaten in dieser Zeit weiterhin der Speer. Allerdings erlangte das Schwert in Form des „Gladius“ vor allem in der römischen Armee immer mehr an Bedeutung.

Im Laufe der Zeit wurde es, vor allem durch die Erfindung neuer Schmiedetechniken, weiter perfektioniert. Die Erfindung des Stahls stellte hier zweifellos den Höhepunkt dar. Dieses perfekte Klingenmaterial ist im Prinzip eine Legierung aus Eisen und Eisenkarbid (eine Eisen Kohenstoffverbindung).

Das Schwert und der Krieg im Mittelalter

Auf den Schlachtfeldern des Mittelalters gehörte das Schwert als Seitenwaffe zum Standard. Ständiger Begleiter dieser Waffe war das Schild, welches den Krieger selbst bei leichter Panzerung gut gegen Pfeilgeschosse schützen konnte. Im Frühmittelalter (ca. 500 bis 1050 n. Chr.) dominierten Kurzschwerter. Sie eigneten sich ideal dazu, mit dem Schild als Trutzwaffe kombiniert zu werden. Die Verbesserung der Stahlherstellung trieb die Schwertentwicklung jedoch in eine andere Richtung: Die Klingen wurden schmaler und länger. Eine kontinuierliche Verbesserung der Panzerungen machte eine Anpassung der Schwerter erforderlich. Am Ende des Frühmittelalters eigneten sie sich bereits zum Einsatz gegen leichte Harnische.

Schwerter im Mittelalter
Schwerter im Mittelalter

Die anhaltende Verbesserung der Panzerung der Soldaten setzte sich im Hochmittelalter (ca. 1050 bis 1250 n. Chr.) fort. In der zweiten Hälfte des Spätmittelalters (1250 bis 1500 n. Chr.) wurde der geschlossen Plattenharnisch als Rüstung eingesetzt. Plattenteile im Harnisch machten es für Schnittwaffen unmöglich, den Träger zu verletzen. Derartige Rüstungen konnten nur noch von gewaltigen Schwertern, sogenannten Wuchtwaffen (Langschwerter), durchdrungen werden. Diese Waffen waren so gewaltig, dass sie in der Regel mit zwei Händen geführt werden mussten.

Wollte man den Gegner durch einen Stich verletzen, musste man den Harnisch umgehen, da die Plattenpanzer durch die Spitze der Klinge nicht mehr durchdrungen werden konnten. Hierfür trugen die Soldaten Halbschwerter bei sich, die kürzer waren als das Langschwert und wendiger eingesetzt werden konnten.

Die Erfindung der Schusswaffe leutete letztendlich das Ende der Ritterzeit ein führte auch zu einer Ablösung des Schwertes als Waffe im Gefecht.