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Budapest: Busverbot im Budaer Burgviertel

Reisebüros und Veranstalter sind geschockt: ohne jede Vorankündigung fasste die Stadtverordnetenversammlung im Budaer Stadtteil I. den Beschluss, dass ab 15. Mai 2016 sämtlichen Bussen die Auffahrt zum Burgviertel verboten wird. „Eine Stadtrundfahrt ohne die Besichtigung des Burgviertels ist einfach undenkbar“, so ein fassungsloser Fremdenführer in Budapest. „Unterhalb des Burgviertels darf man mit Bussen nicht halten, so dass auch eine Auffahrt mit der Standseilbahn nicht möglich ist.“



Das Burgviertel (Várnegyed) auf dem 168 Meter hohen Burgberg ist mit seinem äußerst wertvollen architektonischen Erbe, mit seiner Geschichte, der Natur und dem Höhlensystem nicht nur Weltkulturerbe der UNESCO, sondern auch die wichtigste Sehenswürdigkeit der Hauptstadt und deshalb Anlaufpunkt aller Touristenbusse während der Stadtrundfahrten. Bisher ist es möglich, mit Bussen auf der Straße zur Donau hinaufzufahren, entlang dieser Straße oben zu parken und über den Disz tér auf der anderen Seite der Burg wieder hinabzufahren.

Die Reiseveranstalter wollen diese Entscheidung nicht hinnehmen und den Beschluss schon gar nicht als einen der neuerdings üblichen, unbedacht gefassten Beschlüsse, die nach einem Jahr wieder aufgehoben werden, akzeptieren, denn der gesamte hauptstädtische Tourismus würde darunter leiden. Ein Rundtischgespräch am 28. April in Budapest befasste sich mit dem Thema. Hier begründeten die Stadtväter ihren Beschluss damit, dass durch den Umbau des Karmelitenklosters im Burgviertel zahlreiche Schwertransporter die Straßen belasten und dadurch das alte Kanalsystems gefährdet sei. Um eine Überbelastung zu vermeiden, wolle man wenigstens auf den Busverkehr verzichten.

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