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Interesse an Krypto wird größer

In Deutschland gehören digitale Vermögenswerte bereits zu einem sehr zentralen Finanzthema. Eine stetig wachsende Zahl privater Anleger beschäftigt sich aktiv mit dem Thema Kryptowährungen. Dies geschieht ganz klassisch durch konkrete Einstiegsüberlegungen oder eigene Investitionen. Inzwischen zeigen neue Umfrageergebnisse sogar, dass der Kryptomarkt für viele Menschen ein fester Bestandteil in der Diskussion rund um die Finanzen geworden ist.

Nahaufnahme einer Bitcoin-Münze

Mindestens jeder Zweite ist offen für digitale Assets

Der Vermögensverwalter Wisdomtree hat eine repräsentative Erhebung veröffentlicht, die besagt, dass bereits 56 Prozent der deutschen Privatanleger Berührungspunkte mit Kryptowährungen haben. Zu dieser Gruppe zählen sowohl Menschen, die aktuelle Investitionen haben, als auch jene, die in der Vergangenheit investierten oder nur derzeit einen Einstieg ernsthaft in Betracht ziehen würden. Diese Ergebnisse wurden in einem Bericht vom „Handelsblatt“ veröffentlicht.

Das Interesse am Bitcoin und am allgemeinen Kryptomarkt hat sich demnach deutlich verbreitert. Kryptowährungen werden nicht mehr ausschließlich von technikaffinen Nischeninvestoren genutzt, sondern finden zunehmend Akzeptanz in den unterschiedlichsten Bevölkerungsschichten. Dabei fällt besonders auf, dass das Thema nicht mehr nur spekulativ diskutiert wird.

Junge Generationen treiben das Interesse voran

Analysen von Fachleuten zufolge ist das wachsende Interesse vor allem bei jüngeren Generationen stark ausgeprägt. Die Kryptoforscherin an der Frankfurt University of Applied Sciences, Michaela Hönig, sieht dafür mehrere Gründe. „Wir haben mit der Mica-Verordnung eine stabile Regulierung in Europa, große Investoren engagieren sich verstärkt, und der Zugang zu sicheren Wallets und Kryptoanbietern ist für Nutzer einfacher geworden“, so Hönig.

Verbesserte Rahmenbedingungen sind besonders profitabel für Millennials und die jüngere Generation. Der Einstieg in den Kryptomarkt wird durch regulatorische Klarheit, professionelle Marktteilnehmer und benutzerfreundliche Infrastruktur erheblich erleichtert. Dadurch werden Kryptowährungen in ein positives Licht gerückt und der Charakter des Unbekannten verblasst. Eine Wahrnehmung als regulierte Anlageoption rückt in den Vordergrund. Zudem steigt auch die Zahl jener, die den Bitcoin schon als Zahlungsmittel wahrnehmen. Nicht nur für In Game-Käufe, sondern auch in einigen Online Shops wird die Kryptowährung akzeptiert. Eine hohe Akzeptanz findet sich im Bereich Online Glücksspiel: In vielen Online Casinos kann man heute bereits mit Bitcoin das Glücksspielkonto kapitalisieren. Wer mehr über Krypto Casinos wissen will, kann hier weiterlesen. Dabei geht es vor allem auch um die Frage, ob Bitcoin Casinos in Deutschland legal sind.

Der Bitcoin bleibt das Zugpferd des Marktes

Der Bitcoin ist und bleibt der Markttreiber und steht weiterhin im Zentrum des Interesses. Der Kurs des Bitcoin hat sich in den letzten 5 Jahren nahezu verneunfacht, was ihn für viele Anleger zum Symbol des Krypto-Booms gemacht hat. Laut Marktbeobachtern ist die gestiegene Nachfrage, die jedoch auf ein begrenztes Angebot trifft, ein Hauptindikator für den Erfolg, denn der Bitcoin hat eine Maximalanzahl von 21 Millionen Einheiten Coins.

Die Mischung aus stetig wachsendem Interesse und dem begrenzten Angebot hebt Kryptowährungen für viele Investoren auf ein Level von langfristiger Relevanz. Eine vergleichbare Situation findet sich laut der Studie von Wisdomtree abseits von Deutschland auch in weiteren europäischen Ländern wie Italien oder England, denn auch dort steigt das Interesse an digitalen Assets deutlich.

Potenzielle Investoren sind zu wenig informiert

Im Wissensstand zeigen sich im Zuge der Studienergebnisse deutliche Unterschiede, die den Aufschwung, trotz des wachsenden Zuspruchs, aber etwas bremsen. Während sich 81 Prozent der Anleger mit bestehenden Investments selbst als gut informiert einschätzen, fühlen sich nur 37 Prozent derjenigen, die einen Einstieg erwägen, als ausreichend vorbereitet.

Für den Markt deutet dieser Umstand auf eine zentrale Herausforderung hin, denn einige der potenziellen Investoren zögern nicht aus genereller Ablehnung, sondern aus Unsicherheit. Von den Befragten äußerten knapp 50 Prozent den Wunsch nach besseren Informations- und Bildungsangeboten rund um Blockchain Technologie und Kryptowährungen. „Die Umfrage zeigt das Potenzial auf, aber auch die Herausforderungen, denen sich Anleger im Kryptomarkt gegenübersehen“, erläuterte Dovile Silenskyte, Director Digital Assets Research von Wisdomtree.

Erwartungen sollten bodenständig bleiben

Kritiker und Verbraucherschützer sprechen im Zuge der steigenden Akzeptanz aber auch regelmäßige Warnungen aus und machen deutlich, dass es riskant ist, Kryptowährungen als sichere Geldanlage anzusehen. Im „Handelsblatt“ äußerte sich Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mit mahnenden Worten: „Kryptowährungen haben keinen Wert an sich. Sie sind viel zu volatil, um als Zahlungsmittel eingesetzt zu werden“.

Laut Nauhauser fehlt digitalen Währungen ein fundamentaler Ertragsmechanismus, da diese weder laufende Erträge generieren noch eine Beteiligung an wirtschaftlicher Wertschöpfung bieten. Außerdem „werfen sie keine Zinsen ab und bieten keine Produktivitätsbeteiligung wie Anleihen oder Aktien“, so Nauhauser weiter.

Oft gehen Anleger fälschlicherweise davon aus, dass steigende Kurse automatisch nachhaltigen Wertzuwachs bedeuten, wovor der Verbraucherschützer daher ausdrücklich warnt. Ausschließlich Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis von Kryptowährungen und das kann sich jederzeit ändern. „Wir raten daher davon ab, Kryptowerte als Geldanlage zu sehen“, erwähnte Nauhauser mit Nachdruck. Aus seiner Sicht ist der Handel mit Kryptowährungen mit einem hohen Risiko verbunden und jeder Anleger sollte im Hinterkopf behalten, dass es sich primär um spekulative Investments handelt.

Während Befürworter Kryptowährungen als neue Anlageklasse mit langfristigem Potenzial betrachten, sehen Kritiker darin vor allem ein volatiles Marktsegment ohne intrinsischen Wert.

Ein schmaler Grat zwischen Aufbruch und Vorsicht

Was die Wisdomtree-Studie offenbart, ist ein ambivalentes Bild, welches einerseits aufzeigt, dass Kryptowährungen zunehmend in den Fokus deutscher Anleger rücken und von regulatorischer Klarheit sowie technologischem Fortschritt profitieren. Auf der anderen Seite bleibt der Markt jedoch von Unsicherheit, Wissenslücken und fundamentaler Kritik begleitet.

Klar ist jedoch, dass es sich nicht mehr nur noch um ein Randphänomen handelt, sondern dass sich Kryptowährungen zu einem relevanten Thema der privaten Vermögensplanung entwickelt haben. Eine dauerhafte Etablierung als Anlageform bleibt derzeit noch unsicher. Um jedoch kein spekulatives Instrument zu bleiben, müssen sich Regulierung, Marktstruktur und Aufklärung in den kommenden Jahren stetig weiterentwickeln.