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120 Ungarn im Winter erfroren

Der strenge Winter hat in Ungarn bislang 120 Todesopfer gefordert. Allein seit dem 29. Januar seien 34 Menschen an den Auswirkungen der Kälte gestorben, sagte der Organisator des Ungarischen Sozialen Forums, Endre Simó der Zeitung „Magyar Nemzet“ am Donnerstag (11.3.). Noch schlimmer sei die Lage mit Blick auf die vergangenen anderthalb Jahre, in denen über 200 Menschen den Erfrierungstod erlitten. Viele seien erfroren, da sie wegen der Krise ihre Raten nicht bezahlen konnten und nach Versteigerung ihrer Immobilie auf der Straße landeten, sagte Simó unter Hinweis auf Angaben von Wohltätigkeitsorganisationen. Viele versuchten dabei zu retten, was zu retten ist. Die Techniken des Überlebens auf der Straße seien ihnen jedoch nicht vertraut. Im Laufe des Winters fanden Sozialarbeiter mehrfach erfrorene Menschen neben ihren Sachen.

Ungarische Eisenbahn vergibt Millionenauftrag an Bombardier

Die ungarische Staatsbahn MAV hat dem Unternehmen Bombardier einen Auftrag über die Produktion und Auslieferung von insgesamt 25 Lokomotiven im Gesamtwert von zirka 80 Millionen Euro erteilt. Der Vertrag beinhaltet darüber hinaus eine Option über weitere 25 Lokomotiven. Die Auslieferung der ersten Zugmaschine soll im Frühjahr 2011 erfolgen. Sie sollen sowohl für den inländischen Zugverkehr als auch für Verbindungen nach Österreich und Deutschland eingesetzt werden.

Fidesz pocht auf Strukturreformen

Der frühere Vizepräsident der ungarischen Zentralbank (NBH) und jetzige Wirtschaftsexperte der rechten Oppositionspartei Fidesz, György Szapáry, hält bei einer Regierungsübernahme seiner Partei Strukturreformen für dringend notwendig.

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Experte: Euro für Ungarn frühestens 2015

In Ungarn kann der Euro nach Ansicht des früheren Präsidenten der Nationalbank Zsigmond Járai frühestens 2015/2016 eingeführt werden. Auf einer Veranstaltung des Landesverbandes der Arbeitgeber und Fabrikindustriellen in Budapest erklärte er am Dienstag (9.3.), dass eine starke Währung, der Euro, nicht auf eine schwache und unvorbereitete Wirtschaft losgelassen werden dürfe. Die (nach der Parlamentswahl im April) zu bildende neue Regierung müsse sofort einen neuen Haushalt aufstellen, in dessen Rahmen drastische Steuersenkungen notwendig seien, fügte er hinzu. Vor allem gelte es dabei die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Derzeit gebe Ungarn zu viel für den Staatsapparat, die Erhaltung der staatlichen Bürokratie und das Sozialsystem aus, fügte Járai hinzu. Daher sei die vom voraussichtlichen Wahlsieger Fidesz verkündete Schaffung von einer Million Arbeitsplätzen ein notwendiges Ziel. Während nämlich in Ungarn die Beschäftigungsquote 55 Prozent betrage, seien es in Tschechien mit einer ähnlichen Bevölkerungsstärke 67 bis 68 Prozent.