Balaton Zeitung E-Paper Banner

Mehr Touristen nach Ungarn – Gleiche Übernachtungszahl

Bei 3,6 Prozent mehr ausländischen Touristen hat sich iin den ersten acht Monaten des Jahres die Zahl der Übernachtungen kaum verändert. Das teilte die Ungarische Tourismus AG auf der Basis eines Berichts der Europäischen Tourismus-Kommission (ETC) mit. Verringert habe sich die Zahl der Gäste aus Deutschland und den Niederlanden, während mehr Besucher aus Estland, Österreich, der Türkei und Italien in Ungarn eintrafen. In dem ETC-Bericht wird auch festgestellt, dass der Tourismus in der Welt und Europa auf dem Weg der Gesundung sei.

Mercedes kooperiert mit Hochschule Kecskemét

Das im Bau befindliche Mercedes-Werk in Ungarn hat am Freitag mit der Hochschule in Kecskemét einen Vertrag über strategische Zusammenarbeit geschlossen. Ziel der Vereinbarung ist unter anderem die dauerhafte Sicherung des Nachwuchses in der Region. Dabei soll die Fakultät für Maschinenbau und Automatisierung zur wichtigsten Hochschuleinrichtung Ungarns auf dem Gebiet der Fachleute-Ausbildung für die Autoindustrie werden, hieß es in einer Pressemitteilung der Mercedes-Benz Hungaria Kft. Als wichtigste Voraussetzung dafür werde die praxisorientierte duale Hochschulbildung entwickelt. In der Perspektive soll die Hochschule einen Lehrstuhl für Fahrzeugbau erhalten.

Für Mercedes habe die Sicherung des Nachwuchses zentrale Bedeutung, denn das Unternehmen plane langfristig, erklärte der geschäftsführende Direktor der Mercedes-Fabrik in Kecskemét, Frank Klein. „Neben der theoretischen Ausbildung müssen wir großes Gewicht auf die praktische Ausbildung legen, damit unsere Fachleute bei der Fertigung entsprechende Qualität liefern können.“

Im Oktober war auf dem Bau der Mercedes-Fabrik in Kecskemét Richtfest gefeiert worden. Derzeit wird mit dem Aufbau der Anlagen für die Autofertigung begonnen. Künftig sollen hier jährlich 100 000 Fahrzeuge der A- und B-Klasse gebaut werden.

Orbán will frisches Geld aus China

Ministerpräsident Orbáns Besuch in China hatte nur einen Zweck: er will mehr frisches Geld und mehr Investoren aus China nach Ungarn holen. Das geht aus seinem der Nachrichtenagentur MTI in Shanghai gegebenen Interview hervor. Die bei seinen Verhandlungspartnern eingeleiteten Schritte zur Erweiterung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit werden sich schon in naher Zukunft in der Erhöhung der Investitionssummen chinesischer Firmen in Ungarn, in der Schaffung von Arbeitsplätzen und in der Zunahme der Zahl von ungarischen Exporten nach China zeigen. Das beziehe sich insbesondere auf die Elektronikindustrie und den Mobilfunk, betonte er mit Hinweis auf sein Treffen mit den Direktoren von ZTE, der Zhong Xing Telecommunication Equipment Company Limited, ein 1985 gegründeter Telekommunikationsausrüster mit Sitz im Shenzhen High-Tech Industrial Park und rund 30.000 Mitarbeitern, der sich vor allem mit Entwicklung und Herstellung von Geräten im Telekommunikations- und Netzwerkbereich beschäftigt und der Huawei, Technologies Co. Ltd., ein 1988 von Ren Zhengfei gegründeter Telekommunikationsausrüster mit Sitz in Shenzhen, Guangdong und mehr als 87.600 Mitarbeitern, der vor allem für seine Entwicklung und Herstellung von Geräten der Kommunikationstechnologie, wie Mobilfunk bekannt ist.

Auf Anfrage bestätigte Orbán, dass er mit dem Präsidenten der Fluggesellschaft Hainan Group, Feng Chen, auch über die Gründung einer neuen Fluggesellschaft in Ungarn, sowie über die Umstrukturierung der ungarischen Fluggesellschaft MALÉV verhandelt hat. Der als einer der reichsten Chinesen geltende und in mehreren Industriezweigen tätige Chen sei ebenfalls an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Eine dazu bestellte Kommission soll einen Vertrag für die Tätigkeit Chinas in Ungarn und deren Ausdehnung auf ganz Europa ausarbeiten. Mitglied der vom Ministerium für Nationalen Entwicklung zu bildenden Kommission wird von ungarischer Seite mit Sándor Demján, als Vorsitzender der Unternehmerverbandes Ungarn, auch ein Vertreter der ungarischen Unternehmer sein.

Die ungarische Delegation verhandelte Ende Oktober auch mit der Bank of Communications, der chinesischen Verkehrsbank, über ihre Präsens auf dem ungarischen Markt, um frisches Geld ins Land zu holen.

EU stellt Szegeder Paprika unter Schutz

Die Europäische Union hat jetzt gemahlenen Gewürzpaprika aus dem Anbaugebiet Szeged auf die Liste der „an geschütztem Herkunftsort hergestellten Erzeugnisse“ aufgenommen. Das wurde nach ungarischen Medienberichten vom Dienstag in Brüssel mitgeteilt. Damit ist sichergestellt, dass in der EU kein Produkt unter der Bezeichnung „Szegeder Paprika“ in den Handel gebracht werden kann, das nicht aus dem bezeichneten Gebiet stammt.

Das süße oder scharfe Gewürz aus Szeged und Umgebung bemüht sich schon lange darum, den Schutz für seinen Ursprung zu erhalten. Er steht in harter Konkurrenz nicht nur zum spanischen, sondern auch zum billigen chinesischen Paprika. Ähnlich verhält es sich mit Paprika aus dem Anbaugebiet von Kalocsa am südlich von Budapest gelegenen Donauabschnitt. Für ihn ist das Aufnahmeverfahren auf die EU-Liste noch im Gange.

Noch in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurden in Ungarn jährlich 5500 Tonnen Gewürzpaprika hergestellt. Zu Spitzenzeiten standen dafür 14 000 Hektar zur Verfügung. Seither gab es einen empfindlichen Rückgang bei der Produktion des für Ungarn typischen Gewürzes. Vor zwei Jahren brachten nur noch 1000 Hektar Anbaufläche ein Ergebnis von 1500 Tonnen Gewürzpaprika.