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Tourismus in Ungarn erholt sich nur langsam

Ungarns Tourismusbranche verzeichnet nach dem steilen Rückgang seit 2008 im ersten Quartal dieses Jahres eine Tendenz zur Erholung. In den kommerziellen Unterkünften stieg die Zahl der Gäste um 4, die der Übernachtungen um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen zu vergleichbaren Preisen ging jedoch um ein halbes Prozent zurück, berichtet das Zentrale Statistische Amt.

Damit wird zwar auch das Ergebnis von 2006 übertroffen, doch gegenüber 2008 bleiben die Zahlen immer noch um 8 Prozent zurück. Der Sektor für Unterkunfts-Dienstleistungen ist seit zwei Jahren vom Rückgang gekennzeichnet. Im ersten Quartal dieses Jahres verbrachten jedoch 499 000 ausländische Gäste 1,333 Millionen Übernachtungen in kommerziellen Unterkünften, die Zahl der Gäste und Übernachtungen stieg um 7 bzw. 6 Prozent. Das bedeutet aber nur, dass der Verkehr von 2006 nur leicht übertroffen wurde.

Ebenfalls in den ersten drei Monaten dieses Jahres wurden statistisch 644 000 Gäste aus dem Inland mit 1,446 Millionen Übernachtungen ermittelt, was einen Anstieg von 1,5 bzw. 4 Prozent. Im gleichen Maße lag das Ergebnis über dem Fremdenverkehr von 2006.

Die Auslastung der Hotelkapazität lag im ersten Quartal durchschnittlich bei 35 Prozent und damit 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Die 5-Sterne-Hotels erreichten dabei 47, die Häuser mit 4 Sternen 40 Prozent. Die Einnahmen der kommerziellen Unterkünfte beliefen sich in den Monaten Januar-März auf 40 Milliarden Forint (etwa 14,3 Millionen Euro).

Unwetterfolgen keine Gefahr für Balaton-Saison

Ungeachtet der Schäden durch das jüngste schwere Unwetter fällt die Badesaison am „ungarischen Meer“ nicht ins Wasser. Das versicherte der Bürgermeister von Siófok und Vorsitzende des Balaton-Verbandes, Árpád Balázs, in einer Erklärung für die Presse. Zugang zum Balaton könne überall am größten See Mitteleuropas gesichert werden. Allerdings würden die zerstörten Uferbefestigungen den nächsten Winter nicht überstehen, Würden sie nicht repariert, könnten neue Schäden in Milliardenhöhe entstehen (1 Mrd. Ft. derzeit rund 3,6 Mio. €).

Schäden aus höherer Gewalt müssen nach den Worten Balázs’s innerhalb von fünf Tagen gemeldet werden, was am Balaton nach dem vergangenen Unwetter einfach unmöglich sei. Erst mehrere Tage nach dem Sturm ließ der Wind so weit nach, dass die Erhebung der Schäden beginnen konnte. So könne es durchaus bis zu einem Monat dauern, bis die Unterspülungen am Ufer genau ermittelt sind.

Die Stärke des Sturms werde daran deutlich, dass die Mole in Siófok zerstört wurde, die Eisenbetonteile der Uferschutzanlagen zerbrachen und die Eingänge zu den Stränden überall herumliegen, teilweise kaputt sind. Die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen reichen nach Angaben des Bürgermeisters für die Behebung der Schäden nicht aus.

Autobahn M1 in Ungarn wieder freigegeben

Nach dreitägiger Vollsperrung bei Győr fließt auf der Autobahn M1 von der Grenze zwischen Ungarn sowie Österreich und der Slowakei wieder der Verkehr. Freitagabend (21.5.) konnte die Richtungsfahrbahn nach Budapest wieder benutzt werden. Die umgekehrte Fahrtrichtung war schon vorher wieder geöffnet worden. Allerdings ist die Geschwindigkeit derzeit auf 100 Stundenkilometer begrenzt. Die Standspuren bleiben weiterhin gesperrt.

Die Autobahn hatte am vergangenen Mittwoch Mittag gesperrt werden müssen, da bei den Unwettern vom Wochenende davor ein ansonsten harmloses Bächlein angeschwollen war und einen Brückenpfeiler unterspült hatte. Außerdem hatte sich die Fahrbahn abgesenkt. Nach der Sperrung entstand ein Verkehrschaos mit Staus bis zu 50 Kilometer Länge.

Tausende Schadensmeldungen bei Versicherungen

Nach dem Sturmwochenende haben die Versicherungen in Ungarn schon mehr als 11 000 Schadensmeldungen erhalten. Bei der Allianz beziehen sich 3450 auf Sturmschäden, 1150 auf Blitzeinschläge und mehr als 720 auf Überschwemmungen. Die meisten Schäden wurden in Budapest gemeldet (605). Aus den bisherigen Meldungen ergeben sich Zahlungen von annähernd 360 Millionen Forint (rund 1,3 Millionen Euro). Der Versicherer Aegon spricht von 5500 Schadensmeldungen um Gesamtumfang von einer halben Million Forint. Man rechne aber mit der Auszahlung von mehr als einer Milliarde, ließ Aegon wissen.

In dem Zusammenhang machte eine Experten-Analyse darauf aufmerksam, dass von Jahr zu Jahr die Zahl der Schadensereignisse wächst, die von den Versicherern nicht beglichen werden. Im vorigen Jahr hätten mehrere tausend Versicherte ihre Sturmschäden nicht ersetzt bekommen.

Die Ursache dafür liege vor allem darin, dass die Versicherten beim Vertragsabschluss nicht umsichtig genug vorgehen. So sei in den Verträgen oft eine Klausel enthalten, nach der die Versicherung für Schäden an Dächern nur aufkommt, wenn diese vollständig zerstört sind. Nach einer anderen Klausel zahlt der Versicherer nur bei Stürmen mit über 90 Stundenkilometer Geschwindigkeit. Bei den Klimaveränderungen der letzten Jahre sei es angebracht, dass Immobilien-Eigentümer ihren Vertrag gemeinsam mit einem Fachmann prüfen.